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Verbrauchertäuschung: Weniger Zucker durch kleinere Riegel: Will Nestlé etwa tricksen?

Bis 2018 will Nestlé zehn Prozent Zucker aus all seinen Schokoriegeln verbannen. Genauer gesagt 7500 Tonnen. Zumindest in Großbritannien und Irland. Was bedeutet das eigentlich genau? Schmecken Kit Kat, Lion und Smarties dann nicht mehr süß?

Nestlé Kit Kat

Ist weniger Zucker automatisch weniger süß? Nestlé plant zehn Prozent des Zuckers in Schokoriegeln zu reduzieren

7500 Tonnen Zucker will der Schweizer Großkonzern Nestlé bis 2018 aus seinen Schokoriegeln verbannen. Zumindest in Großbritannien und Irland. Das macht rund 10 Prozent aus. Einer der größten Schokoladenmanufakturen geht diesen Schritt wegen steigendem Übergewicht in der Bevölkerung. Die britische Regierung hatte angedeutet eine Zucker-Steuer einzuführen, würde der Zuckerkonsum der Bevölkerung nicht reduziert werden. Nestlé reagiert nun darauf.

Betroffen seien Schokoriegel wie KitKat, Lion, Milkybar und Smarties. Die gibt es auch hierzulande zu kaufen. Aber wie will Nestlé den reduzierten Zuckergehalt eigentlich ausgleichen? Schmecken die Riegel dann einfach weniger süß?

Wie der "Guardian" berichtet, wird Nestlé nicht auf künstliche Zuckerarten zurückgreifen. Sie planen stattdessen, den Zucker mit höheren Mengen an den Zutaten zu ersetzen, die bereits im Schokoriegel vorhanden sind. Dabei behalten sie im Blick, dass die Produkte unterhalb einer bestimmten Menge an Kalorien bleiben.

Will Nestlé etwa tricksen?

Das Problem ist nur: Nimmt man einem Produkt Zucker weg, verändert sich der Geschmack. Der Schokoriegel schmeckt weniger süß, oder aber schlichtweg anders. Auch dafür hat Nestlé eine – etwas umstrittene – Lösung: Dass die Größe des Schokoriegels verändert werden könnte, sei nicht ausgeschlossen. Ergo: Verkleinert man den Schokoriegel um zehn Prozent, sind automatisch zehn Prozent weniger Zucker darin. Mit einer Reduktion vom Zucker im eigentlichen Sinne hat das aber nichts zu tun. Möchte Nestlé da etwa tricksen?

Der Konzern sagt dem "Guardian" dazu : "Die 10-Prozent-Reduktion entspricht nicht einem Eins-zu-eins-Tausch von Zucker für eine andere Zutat – es wird verschiedene Wege geben, dies zu erreichen, damit wir sicher gehen können, dass der Geschmack von Produkt zu Produkt genauso gut oder besser ist."

Nestlé hat bereits in einem früheren Statement behauptet, dass sie Zucker drastisch reduzieren könnten – ohne den Geschmack zu verändern. Wissenschaftler hätten einen Weg entdeckt, Zucker anders zu strukturieren, den Geschmack aber beizubehalten. Nestlé plant gerade, diesen Prozess patentieren zu lassen. Ein KitKat-Riegel (45 Gramm) von Nestlé enthält etwa 22 Gramm Zucker. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt, nicht mehr als sechs Teelöffel Zucker pro Tag zu sich zu nehmen. Das entspricht bereits 25 Gramm.

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