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Verlängerung des Teil-Lockdowns? "Quälende Unsicherheit": Gastro-Branche fordert "Winterhilfe"

Geschlossenes Restaurant
Die Gastro-Branche kämpft ums Überleben und fordert weitere Finanzhilfen.
© Hauke-Christian Dittrich / DPA
Wird der Teil-Lockdown in den kommenden Wochen fortgesetzt, bedeutet das, dass auch Restaurants, Cafés und Bars weiterhin geschlossen bleiben. Branchenvertreter fordern daher, dass die Novemberhilfen ausgeweitet und zu Winterhilfen werden.

Die Zeichen deuten darauf hin, dass der Teil-Lockdown verlängert wird. Auch mit Verschärfungen wird gerechnet. Gastronomiebetriebe blieben dann wohl auch in den kommenden Wochen verrammelt und verriegelt. Der wirtschaftliche Schaden ist immens. Bereits von März bis Ende November habe der Umsatzverlust für die Branche 32 Milliarden Euro betragen, berichtete Ingrid Hartges, Hautgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) der "Rheinischen Post".

Sollte am Mittwoch eine weitere Schließung von Hotels und Restaurants beschlossen werden, müsse es zeitgleich auch eine Zusage zur Fortführung der Hilfen geben, forderte sie: "Aus der Novemberhilfe muss eine Winterhilfe werden". Sie verwies auf die Wichtigkeit des Weihnachtsgeschäftes für die Betriebe. Im Dezember 2019 habe die Branche einen Nettoumsatz von acht Milliarden Euro erzielt.

"Quälende Unsicherheit"

Bundeskanzlerin Angela Merkel berät am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Dabei zeichnet sich eine Verlängerung des Teil-Lockdowns ab, der seit Anfang November gilt und zunächst bis Monatsende befristet war. In einem Beschlussentwurf des Vorsitzes der Ministerpräsidentenkonferenz für die Beratungen mit Merkel wird eine Verlängerung bis zum 20. Dezember vorgeschlagen.

Die "quälende Unsicherheit" für Unternehmen und Beschäftigte müsse ein Ende haben, sagte auch Mecklenburg-Vorpommerns Dehoga-Verbandspräsident Lars Schwarz der "Deutschen Presse-Agentur". Der Branchenverband erwarte klare Ansagen über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise nach dem anberaumten Gespräch am Mittwoch. Es müsse klar sein, wann etwa die Hotels und Gaststätten wieder geöffnet werden dürften. "Wir brauchen klare Aussagen, weil wir einen Vorlauf brauchen und nicht in der Lage sind, von heute auf morgen zu öffnen."

Schwarz forderte bundesweit einheitliche Regelungen und - sollte der Teil-Lockdown doch verlängert werden - Ausgleichszahlungen wie im November. "Wenn es zu einer Verlängerung kommt, dann muss von vornherein klar sein, wie es mit einer Entschädigung aussieht", sagte er. Aktuell mache er sich große Sorgen um die Betriebe, Zulieferer und Beschäftigten. Denn wenn wegen Reisewarnungen kein Tourist in den Nordosten komme, betreffe das nicht nur das Gastgewerbe, sondern auch viele andere Branchen wie etwa den Einzelhandel. 

tpo dpa

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