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Das Universum in einer Schüssel Kulinarische Reise nach Korea: Ein Klassiker – Rezept für Bibimbap

Bibimbap
Bibimbap symbolisiert die fünf Elemente des Universums und vereint zudem alle fünf Geschmacksrichtungen – süß, salzig, sauer, bitter und umami.
© Dmitrii Khvan / Getty Images
Bibimbap ist ein Klassiker der koreanischen Küche. Hinter dem kurios-klingenden Namen steckt ein Gericht, welches mit seiner Fülle an Geschmäckern und Aromen beeindruckt. Ein Spektakel für den Gaumen.

Neben Bulgogi und Kimchi ist Bibimbap Wahrzeichen der kulinarischen Welt Koreas. Die Speise mit dem kurios-klingendem Namen ist ein absoluter Klassiker der koreanischen Küche und so gut wie auf jeder Speisekarte koreanischer Restaurants zu finden. Die große Beliebtheit der Speise lässt sich leicht erklären: Bibimbap beeindruckt nicht nur den Gaumen, sondern zudem auch Augen und Nase. Eine Symbiose aus Farben, Gerüchen und Texturen, jede Zutat hat ihren festen Platz in der Schüssel. Einmal serviert, werden alle Zutaten dann untereinander gerührt – eine wahrliche Geschmacksexplosion.

Was ist Bibimbap?

Doch erstmal zu den Basics: Was genau ist eigentlich Bibimbap? Der kuriose Name bedeutet im Grunde nichts anderes als "Reis umrühren". Reis, Rindfleisch und verschiedene Gemüse-Sorten finden sich glühend-heiß in einer Schüssel wieder, sorgfältig nebeneinander platziert. Gekrönt wird das Zusammenspiel mit einem frischen, rohen Ei. Die Zutaten werden nicht vermengt, erst auf dem Tisch mit Stäbchen verrührt, sodass ein herrliches Gemisch aus Ei, Fleisch und Gemüse entsteht. Der Clou daran: Das Ei stockt. Serviert wird der Spaß mit einer scharfen Gochujang-Chilisauce.

Ein Gericht mit Tradition

Bibimbap ist aber nicht nur irgendein Gericht – es vereint das gesamte Universum in nur einer Schüssel. Richtig gelesen. Die fünf Farben der Zutaten von Bibimbap, auch bezeichnet als "obangsaek", symbolisieren die fünf Elemente des Universums. Nach einer koreanischen Philosophie bringt die Vermischung der farbenreichen Zutaten den Körper ins Gleichgewicht. Dabei stehen sie jeweils für verschiedene Teile des menschlichen Körpers. Rot symbolisiert das Herz, Schwarz repräsentiert die Nieren. Grün steht für die Leber, Gelb symbolisiert den Magen und Weiß die Lungen.

Zudem stehen die fünf Farben des Bibimbap für die Harmonie zwischen der Natur und den Menschen. Es heißt, dass wir Menschen die Energie des Universums einfangen und über die Nahrung weitergeben.

Alles Bibimbap, oder was? Die Herkunft der Speise

Der Ursprung von Bibimbap geht auf ein Jahrhunderte altes Ritual zurück. Am Vorabend des Seollal, dem Neujahrstag des chinesischen Mondkalenders, werden traditionell alle Reste aus der Speisekammer zusammengeworfen, um so Platz für das neue Jahr zu schaffen. Also könnte man sagen, dass Bibimbap im Grunde die stilvolle Variante des altbekannten Resteessens ist. Umso besser, denn es gibt so gut wie keine Regeln bezüglich der Zutatenwahl. Unterschiedlichste Toppings, Gemüsesorten oder auch Fleischarten machen das Gericht vielseitig und abwechslungsreich. Es gibt kein richtig oder falsch.

Wer trotzdem nach ein wenig Vorgabe sucht, kann sich an der klassischen Variante – dem Jeonju Bibimbap – orientieren. Es handelt sich hierbei um eine Spezialität der gleichnamigen Stadt, welche sich landesweiter Beliebtheit erfreut. Traditionell finden hier gedünstete Sojasprossen, blanchierter Spinat, sautiertes Gemüse wie Shiitake Pilze oder Zucchini und separat gebratenes Eiweiß und -gelb ihren Weg in eine edle Messingschale. Dazu gesellen sich frischer Gurken- oder Rettichsalat, frische Salatblätter, Rindfleisch roh als Tatar oder gebraten und ein frisches Eigelb. Den Abschluss bilden geröstete Pinienkerne und Ginkgonüsse.

Traditionelles Powerfood

Bibimbap legt noch einen drauf: Das Gericht ist nicht nur schön anzusehen, aromatisch und wunderbar vielseitig, es ist zudem eine wahrliche Nährstoffbombe.

Zahlreiche natürliche Zutaten und reichlich Gemüse versorgen den Körper mit einer breiten Palette an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Langkettige Kohlenhydrate im Reis und hochwertiges Protein im Ei sorgen für eine langanhaltende Sättigung und geben reichlich Energie für Körper und Geist. Nicht umsonst beruft sich die Philosophie auf die heilende Wirkung der Speise: Die fünf Elemente Erde, Feuer, Wasser, Holz und Metall sollen dem Körper vor allem Ruhe und Kraft geben.

Na, wenn das nicht genug Argumente dafür sind, Bibimbap schnellstmöglich auszuprobieren – Gutes Gelingen.

Rezept für zwei Portionen Bibimbap

Zutaten

  • 2 Knoblauchzehen 
  • 1 Esslöffel Chilipaste 
  • 50 Milliliter klarer Apfelsaft 
  • 1/2 Teelöffel brauner Zucker 
  • Sesamöl 
  • 4 Esslöffel schwarzer Sesam
  • 1 Salatgurke (etwa 150 Gramm)
  • 1 rote Chilischote 
  • 2 Esslöffel Sojasoße 
  • Saft einer Limette
  • 160 Gramm Jasminreis (Trockengewicht)
  • 200 Gramm Möhren 
  • 200 Gramm Zucchini
  • 100 Gramm Shiitake Pilze (Alternativ: 150 Gramm Braune Champignons) 
  • 100 Gramm frische Mungobohnensprossen (Alternativ: Sojasprossen)
  • 2 Lauchzwiebeln 
  • 150 Gramm Baby-Blattspinat 
  • 150 Gramm Rinderhackfleisch 
  • ½ Teelöffel geriebene Muskatnuss 
  • 1 Esslöffel Sonnenblumenöl 
  • 2 Bio-Eier (Größe M)
  • Pfeffer
  • Meersalz
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Zubereitung

  1. Den Knoblauch schälen und fein hacken.
  2. In einem kleinen Topf Chilipaste, eine Knoblauchzehe, den Apfelsaft, Zucker und fünf Esslöffel Sesamöl unter Rühren erhitzen und aufkochen.
  3. Die Hitze reduzieren und für etwa fünf Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen.
  4. Zwei Esslöffel schwarzen Sesam dazugeben und unterrühren. Vom Herd nehmen und auskühlen lassen.
  5. Die Gurke putzen, waschen, trockenreiben und in dünne Scheiben hobeln. Die Chilischote der Länge nach aufschneiden und die Kerne entfernen. (Hier kann je nach Schärfeempfinden variiert werden). Die Schote klein schneiden.
  6. In einer separaten Schüssel drei Esslöffel Sesamöl zusammen mit der frischen Chili, zwei Esslöffeln Sojasoße und einem Esslöffel schwarzem Sesam verrühren. Die Limette pressen und den Saft sowie den restlichen Knoblauch hinzugeben. Gurken zufügen und alles gut vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Abdecken und beiseitestellen.
  7. Den Reis nach Packungsanweisung zubereiten, abgießen und gut abtropfen lassen. Den gekochten Reis warmhalten.  
  8. Das Gemüse vorbereiten: Die Möhren putzen, schälen und in dünne Stifte schneiden. Die Pilze putzen, säubern und vierteln. Die Sprossen waschen und abtropfen lassen. Die Lauchzwiebeln putzen, waschen und in dünne Ringe schneiden. Spinat verlesen, waschen und abtropfen lassen.
  9. Etwas Sesamöl in einer großen Pfanne erhitzen und das Rinderhackfleisch etwa fünf Minuten anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen, herausnehmen und warmhalten.
  10. Die Pfanne erneut mit etwas Sesamöl erhitzen und die Pilze für circa fünf Minuten stark anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen, herausnehmen und warmhalten.
  11. Erneut Sesamöl in der Pfanne erhitzen und die Möhren darin für zwei Minuten andünsten. Mit etwas Wasser ablöschen und verdunsten lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Ebenfalls herausnehmen und warmhalten.
  12. Zuletzt die Sprossen in Sesamöl für circa zwei Minuten kräftig anbraten und dann herausnehmen.
  13. Den Spinat in die noch warme Pfanne geben und zusammenfallen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Herausnehmen und in eine Schüssel umfüllen.
  14. Den Reis in zwei tiefe Teller geben und das Gemüse gleichmäßig darauf anrichten.
  15. Etwas Sonnenblumenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und zwei Spiegeleier braten.
  16. Je ein Spiegelei auf dem Gemüse anrichten und mit Sesam sowie frischem Pfeffer garnieren.
  17. Zusammen mit der Chilisauce sofort servieren.

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