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Stern Logo Vegan selbst versucht! - 60 Tage "Vegan for Youth"

Vegan selbst versucht!: Tag 21-22: Kurz vor Rückfall

Beim Geruch von frischen Lamm-Merguez wird Derik schwach. Deshalb versucht er sich an der veganen Variante. Warum Veganer ihr Essen in Wurst- oder Fleischform nachbilden, ist ihm jedoch ein Rätsel.

Von Derik Meinköhn

Neulich Mittag bin ich durch den schönen Hamburger Stadtteil Ottensen gelaufen und kam an der Teufelsküche vorbei: Ein kleines, günstiges Restaurant, indem der Koch seine Gerichte direkt vor der Nase der Gäste brutzelt. Vor meiner veganen Herausforderung habe ich dort am liebsten die selbstgemachten Merguez' gegessen: Marokkanische Lammwürstchen, scharf angebraten, mit Balsamicosauce, Kartoffelpüree und Salat - superlecker. "Ob die auch etwas Veganes auf der Karte haben? Draußen auf der Tafel steht zumindest ein Gemüsegericht", dachte ich. Also, bin ich in froher Erwartung ins Restaurant. Aber leider gab es nichts Veganes mehr. Nur noch Gerichte mit Fleisch, Fisch oder Milch. Ich war sehr enttäuscht und wollte den Laden mit wässrigem Mund wieder verlassen. Doch dann wurde ich von einem Geruch magisch angezogen: Im Laden bereitete sich eine herrlich riechende Merguez-Wolke aus - Bratgeruch mit marokkanischen Gewürzen: "Oh, nein. Bloß kein Rückfall". Ich musste so schnell wie möglich raus - der Koch sah mir verstört nach.

Die Suche nach dem Fleischersatz

Den Geruch wurde ich nicht wieder los und ich beschloss mich auf die Suche nach veganen Merguez' zu machen. Ich hatte jetzt wirklich Lust drauf. Meine erste Idee war, die Buletten aus "Vegan for Youth" arabisch zu würzen, aber ich wollte unbedingt nahe an das Original herankommen und eine Wurstform. Das war im Nachhinein eine schlechte Idee, doch dazu später mehr. Ich suchte im Internet nach dem veganen Original und wurde auch schnell fündig: Eine nachgebastelte Merguez, die sich interessant und lecker anhörte. Die Basis der "Würste" sind Bohnen und nach meinem Gefühl für das Konzept von "Vegan for Youth" einigermaßen passend.

Das ist sowieso gerade so ein Ding: Ich komme mir immer noch vor wie bei "Malen nach Zahlen", weil ich noch kein richtiges Gefühl für das vegane Essen und die neuen Zutaten habe. Ich muss immer ins Kochbuch gucken, würde aber viel lieber, wie vor 20 Tagen, einfach drauflos kochen und experimentieren. Beim veganen Kochen muss man wirklich umdenken: Dem Essen den letzten Kick zu geben, funktioniert etwas anders als früher und bei "Vegan for Youth" gibt es noch zusätzliche Beschränkungen, weil alle Zutaten ein besonders gutes Verhältnis von Kalorien zu Nährstoffen haben sollen.

Es geht um die Wurst

Jetzt aber zur Wurst: Ich fand sie sehr lecker. Leider hatte ich kein Harissa, deshalb war sie etwas trocken - das hätte ich mit einem Schuss Öl ausgleichen können. Die Merguez' sehen ziemlich echt aus. Und das war nicht so gut. Denn: Das Auge isst mit und man erwartet Lammgeschmack, bekommt ihn aber nicht. Vielleicht geht es mir ja nur als Umsteiger so, aber ich fand es plötzlich ziemlich bescheuert veganes Essen in Wurstform zu machen, das hatte ja mal was mit Fleischmasse im Darm zu tun, und das isst man ja als Veganer nicht. Wieso soll ich das nachbilden? Das führt nur dazu, dass man anfängt den Originalgeschmack zu suchen und das kann nur daneben gehen. Nächstes Mal mache ich daraus einfach nur Bratlinge, dann kommt man erst gar nicht auf die Idee, dass das eine Merguez ist, der der Lammgeschmack abhanden gekommen ist.

Dennoch: Die Rückfallgefahr war gebannt und wir hatten ein leckeres Abendessen. Bei uns gab es zu den Merguez Süßkartoffeln aus dem Ofen, Sesamsauce, Chimichurri, das ist eine argentinische Kräutermischung und eine mexikanische Salsa von Grünen Tomaten. Die Reste kann man am nächsten Tag noch sehr gut kalt essen

Haben Sie Appetit bekommen? Das Rezept für die veganen Merguez' gibt es auf der nächsten Seite.

Vegane, glutenfreie Merguez-Würstchen

Zutaten

  • Backpapier
  • 2 Tassen gekochte Adzuki Bohnen
  • 1/2 Tasse Kochwasser von den Bohnen
  • 2/3 Tassen Kichererbsenmehl
  • 1/3 Tasse Hefeflocken
  • 1 1/2 Tassen Haferflocken
  • 1/2 Tasse Quinoa
  • 1 1/2 EL Tomatenmark
  • 1 1/2 EL Olivenöl
  • 4 EL Harissa (Vorsicht! Harissa gibt es in unterschiedlichen Schärfen. Besser erst einmal etwas weniger nehmen und die fehlende Menge mit Öl ergänzen)
  • 1 TL Cumin, gemahlen
  • 1 TL Koriander, gemahlen
  • 2-3 gepresste Knoblauchzehen
  • 1 TL Pimentón (geräuchertes Paprikapulver)

Zubereitung

Bohnen weich kochen und mit dem Wasser pürieren. Haferflocken und Quinoa zu Mehl vermahlen. (Viele Bioläden haben eine Mühle, dort kann man das Quinoa mahlen lassen. Ich habe das mit dem Pürierstab probiert, das geht nicht so gut.) Alle Zutaten gut vermischen, abschmecken und 30 Minuten gehen lassen. Um die Würstchen zu basteln, viertelt man einen Bogen Backpapier. Auf jedem Stückchen etwas Merguezmasse geben, formen und einrollen. Die Backpapier-Enden wie bei einem Bonbon eindrehen. Die Würste 20 Minuten in einem Topf mit Dampfeinsatz und geschlossenem Deckel dämpfen. Auspacken und direkt danach in Olivenöl braten.

Das Rezept für die veganen "Würste" stammt von der amerikanischen Foodbloggerin Kirsten Lindquist

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(