VG-Wort Pixel

Zeit für den Weihnachtsmarkt Glühwein im Check: Stimmt die Qualität - und wie sauber sind die Becher?

Weihnachtsmarkt in Hamburg
Weihnachtsmarkt am Hamburger Rathaus
© CHROMORANGE / Bodo von Ulmenstei/ / Picture Alliance
Pünktlich zur Adventszeit haben die Weihnachtsmärkte in Deutschland eröffnet. Der NDR hat sich den Glühwein an den Ständen geprüft: Wie gut ist die Qualität, die Kunden geboten wird? Und: Sind die Becher wirklich sauber? 

Pünktlich zur Vorweihnachtszeit haben in Deutschland wieder die Weihnachtsmärkte geöffnet. Geschätzt bis zu 3000 Märkte versetzen die Besucher in Vorweihnachtsstimmung. Allein in Köln besuchen rund vier Millionen Menschen die Weihnachtsmärkte, in Stuttgart und Frankfurt am Main sind es rund drei Millionen Besucher. Absoluter Verkaufsschlager: Glühwein.

Rotwein und Zucker, dazu Gewürznelken, Anis, Orangen- oder Zitronenschale und natürlich allerlei weitere Zutaten: Es gibt unzählige Rezepte für Glühwein. Allerdings verlangt der Gesetzgeber vom Hersteller wenig Informationen auf dem Etikett. Lediglich der Alkoholgehalt und der Hinweis auf enthaltene Sulfite sind gesetzlich vorgeschrieben. Darüber hinaus darf Glühwein nur aus Rot- oder Weißwein bestehen, gesüßt und gewürzt werden. Der Hersteller darf keinen Alkohol oder Wasser zusetzen. Glühwein muss einen Alkoholgehalt von mindestens sieben Prozent haben.

Glühwein auf dem Prüfstand

Der NDR hat sich für die Verbrauchersendung "Markt" Glühwein vom Weihnachtsmarkt genau angesehen. Für eine Untersuchung in einem Weinlabor werden fünf Proben von verschiedenen Hamburger Weihnachtsmärkten genommen. Außerdem wollen die Reporter wissen, wie sauber die Becher sind, in denen die Heißgetränke auf dem Glühwein ausgeschenkt werden. Sie machen Abstriche von Bechern und schicken diese ins Labor. 

Zunächst gibt es den Geschmackstest. Die Sommelière Stephanie Döring hängt die Latte nicht hoch: Es muss kein Top-Wein als Grundlage her, "nichts teures", allerdings sollte es auch kein Ausschuss oder "hochgeschwefeltes" Gebräu sein. Wichtig: Die Temperatur des Glühweins darf 78 Grad nicht übersteigen. Sonst entweicht der Alkohol und der Geschmack verändert sich.

Zu wenig Infos über die Inhaltsstoffe

Die vom NDR getesteten Glühweine liegen alle unterhalb der Temperaturmarke. Doch geschmacklich ist Döring nicht mit allen Heißgetränken zufrieden. Oftmals schmecken die Weine zu süß oder fast schon nach Karamell. Oftmals waren ihr die Gewürznoten zu schwach. Bei einigen Ständen kommt der Glühwein von bestimmten Weingütern zum Einsatz. Steht "Deutscher Glühwein" auf dem Etikett, darf auch nur heimischer Wein als Grundzutat verwendet werden. Die Expertin ist allerdings mit den Infos am Weinstand nicht zufrieden, einige der Mitarbeiter wussten nichts über das ausgeschenkte Produkt. "Wirklich erschreckend, dass die überhaupt keine Ahnung haben, aus welchem Land der kommt, was das für Wein ist, welche Rebsorten das sind, welche Gewürzmischungen sie benutzen", sagt Döring. Dabei gehe es nur um ein Produkt, über das sich die Verkäufer informieren müssten. 

Die gute Nachricht: Im Labor wurden keine Erreger im Glühwein entdeckt, auch die Anzahl der Keime war gering. Das gilt für den Glühwein wie aber auch für die gespülten Becher. "Man kann sagen: keine Gefahr - Prost", heißt es vom Lebensmittellabor.

Hier können Sie sich den Beitrag in der Mediathek ansehen. 

kg

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker