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Teil 24: Der Unberechenbare

Beste Lage, prima Böden: Kein Wunder, dass der Drache, den sie im Fernen Osten in die Flasche gezwungen haben, ein wohlschmeckender ist. Und einer, der mit jedem Schluck überrascht.

China, Wein 1

Der Typ

Fruchtig

Auch die längste Weinreise beginnt mit dem ersten Schluck. Herzlich willkommen also in China, unserer letzten Station auf der Tour zu den Weinen der Welt. Schauen wir doch gleich einmal bei der Changyu Pioneer Wine Company Shandong vorbei, ein für chinesische Verhältnisse außerordentlich traditionsreiches Weingut. Es wurde bereits im Jahr 1892 gegründet und gehört zu den Aushängeschildern der modernen chinesischen Weinkultur. Seine Lage auf der Halbinsel im Osten der Provinz Shandong, zwischen Peking und Shanghai, bietet dem Weinbau ideale Bedingungen: Die von Kies durchzogenen, gut drainierten Böden sorgen für exzellente Wachstumsbedingungen, und die Nähe des Meeres bürgt für ausgeglichenes Klima.

Von der Changyu Winery haben wir den Rotwein Noble Dragon spontan ins Herz geschlossen. Mit seiner Drei-Rebsorten- Philosophie erinnert der Wein an klassischen Bordeaux, denn die Interpretation aus dem Reich der Mitte greift auf die bedeutendste Bordeaux-Rebe zurück, den Cabernet Sauvignon. Den Rest teilen sich Syrah und als original chinesische Spezialität die Sorte Dragon's Eye.

Das Unternehmen operiert weltweit, und die Markt-Taktiker der Changyu Pioneer Winery überlassen nichts dem Zufall. Wie sagte schon General Sun-Zi vor rund 2500 Jahren in seinem Bestseller "Die Kunst des Krieges": "Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten." Diesen Grundsatz beherzigen die Weinmacher rund um ihren österreichischen Anführer, den Kellermeister Laurenz Moser; schließlich setzen sie bei ihrem adligen Drachen dieselbe Allzweckwaffe ein, mit der die Konkurrenz aus dem Westen seit jeher ihre Weltweine erfolgreich an den Kunden gebracht hat: eben den roten Cabernet Sauvignon.

Der Noble Dragon der Chinesen hat es faustdick hinter den Ohren, kein Schluck gleicht dem nächsten. Getreu der Devise "Guter Wein ist immer unberechenbar" schmeichelt er der Nase zunächst mit schwarzem Pfeffer, Kirschen und Lorbeer, dann erobert er die Zunge mit voller Frucht, die von erfrischenden Säureadern durchzogen ist. Weiche Gerbstoffe und eine kräftige Portion schwarze Johannisbeeren ziehen den Genuss elegant in die Länge.

Darüber hinaus beeindruckt der Noble Dragon, weil er nicht mit der großen, schweren Eichenholzkeule daherkommt, die dem Genießer suggerieren soll, dass er es mit einem wirklich großen Wein zu tun hat. Dieser Verzicht drückt wahre Souveränität aus, denn so können sich die originellen Fruchtaromen mitteilen - und nicht das Eichenholz, das überall auf der Welt gleich schmeckt. Darum zum Schluss den guten alten Konfuzius in leicht abgewandelter Form: "Die Winzer stolpern nicht über Berge, sondern über Eichen- holzfässer." Na dann: "Gan bei!" ("Prost!" auf Mandarin).

Das Land

Fakten China

Weinbau:

erste kommerzielle Weinproduktion Ende des 19. Jahrhunderts

Weinproduktion:

ca. 11 700 000 Hektoliter (Stand 2004)

Bedeutendste Weinbauregion:

Shandong

Der Wein

2005 Noble Dragon "Shandong Red", Changyu Pioneer Wine Company

Kräftiger Rotwein

der Sorten Cabernet, Syrah und Dragon's Eye

Farbe:

dunkles Kirschrot

Duft:

pfeffrig, Waldfrüchte, Pflaume

Geschmack:

kraftvolles Cassis-Aroma, lang anhaltend

Herkunft:

Provinz Shandong

Glas:

Burgundertyp

Trinktemperatur:

17 Grad

Trinkzeitpunkt:

jetzt bis 2010

Essen:

passt zu einmal lackierter Ente, dreimal gebratenem Schweinefleisch und den sieben Glückseligkeiten

Cornelius und Fabian Lange / print
Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.