VG-Wort Pixel

Pudding-Invasion Dr. Oetker eröffnet Pudding-Restaurant - und plant eine ganze Kette

August Oetker
August Oetker bei der Verkostung eines hauseigenen Vanille-Puddings. Die Varianten, die voraussichtlich demnnächst im Pudding-Restaurant "Pudu Pudu" aufgetischt werden, lösen sich von den traditionellen Geschmacksrichtungen.
© Bernd_Thissen / Picture Alliance
Wird Pudding der neue große Food-Trend? Nichts anderes als das scheint der Oetker-Konzern vorzuhaben. In Kalifornien soll demnächst das erste Pudding-Restaurant eröffnen. Ist das der Startschuss für eine weltweite Kette?

Hip ist, was möglichst ausgefallen ist. Dafür lassen sich die kulinarischen Trendsetter ständig neue extravagante Kreationen einfallen, inspiriert aus der ganzen Welt. Gerne wird dafür auf Klassiker zurückgegriffen, die neu in Szene gesetzt werden und sich dann in den Metropolen der Welt rasant zum Kassenschlager entwickeln. 

Einen solchen Coup scheint nun auch die Traditionsmarke Oetker anvisiert zu haben - mit Pudding. Demnach plant das Unternehmen aus Bielefeld den Nachtisch aus der Langweilerecke zu holen und diesem als nächstes In-Dessert zu neuem Aufschwung zu verhelfen. Gelingen soll das mit szenigen Pudding-Restaurants, wie die "Lebensmittelzeitung" (LZ) berichtete. 

Weltweites Pudding-Revival

Für den ersten Aufschlag hat sich Oetker demnach keinen anderen Ort als Venice Beach in Kalifornien ausgesucht, ein Hipster-Hotspot. Das Lokal namens "Pudu Pudu" soll eröffnen, sobald es die Corona-Pandemie zulässt. Bei dem einen Pudding-Laden soll es aber nicht bleiben. Laut Recherchen der "LZ" plant die Konzerntochter Dr. Oetker Hospitality von dort aus die weltweite Expansion. Die "LZ" bezieht sich unter anderem auf einen Linked-In-Eintrag einer leitenden Oetker-Mitarbeiterin.

Geplant seien demnach zunächst drei "Pudu Pudu"-Läden in den USA, die innerhalb eines Jahres den Betrieb aufnehmen sollen. Im zweiten Jahr sollen fünf weitere Eröffnungen folgen, anschließend jährlich mindestens 20. Abhängig vom Erfolg der US-Läden strebe das Unternehmen auch den Sprung über den Teich an.

So sei eine Ausweitung der Kette auch für Europa und Asien geplant. Bestätigt sind diese Pläne von Unternehmensseite aber bislang nicht. Der Linked-In-Eintrag ist mittlerweile wieder gelöscht, eine "LZ"-Anfrage sei von Unternehmensseite unkommentiert geblieben. 

Altbackener Pudding als Szene-Dessert?

Wirklich en vogue ist Pudding nicht. Das Dessert ist eigentlich mehr ein Relikt aus der Vergangenheit, hat einen großmütterlichen Anstrich. Das soll sich mit "Pudu Pudu" ändern. Die Übersetzung des eher altbackenen Nachtischs in die Moderne geht über Marketing-Lockmittel wie Nachhaltigkeit, gesunde Inhalte und vor allem Extravaganz.

Die Eismacher der Welt haben schon längst erkannt, dass mit Schoko und Vanille kaum noch ein Blumentopf zu gewinnen ist. Wer herausstechen möchte, muss mehr bieten. Ausgefallene, immer neue Geschmacksrichtungen und vor allem beste Zutaten gehören mittlerweile zum guten Ton der Szene-Eisläden.

Ein Trend, den Oetker nun für den Pudding entdeckt zu haben scheint. Selbstverständlich soll der Pudding mit regionaler Bio-Milch angerührt werden und auch sonst wird mit gesunden Zutaten wie Superfoods geworben. Den "It"-Faktor sollen Zutaten wie die Blaualge Spirulina oder Kurkuma bringen.  

Puddingkunst als Start in die Systemgastronomie

Die Anrühr-Päckchen von Dr. Oetker haben eine lange Tradition - allerdings eher in den klassischen Varianten Vanille und Schoko. Seit 1894 stellt Oetker Puddingpulver her. In dem hipsterigen Pudding-Laden, der nun zunächst die Food-Szene in Venice Beach und von dort aus möglicherweise die Welt erobern soll, soll es um nicht weniger als Pudding-Kunst gehen. Zumindest steht es so auf der Webseite geschrieben. Dort wirbt man damit, dass Dessert zur Erfahrung machen zu wollen, indem man die Puddings in essbare Kunst verwandeln möchte. 

"Pudu Pudu" könnte Oetkers Eintrittskarte in die Welt der Systemgastronomie werden. Abseits davon ist das Unternehmen auch in Europa umtriebig. So gibt es bereits das Café "Gugelhupf" in Luzern, ein weiteres ist in Frankfurt geplant. Desweiteren betreibt Oetker in Koblenz den Teststore "Frau Renate". Das Konzept vereint Bäcker, Bistro und Convenience-Store in einem und ist als Franchise-Modell konzipiert. Laut Informationen der "LZ" sollen auch die geplanten Pudding-Läden später von Franchisenehmern geführt werden.

Quellen: Lebensmittelzeitung, Pudu Pudu

tpo

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker