Frankreich Beim Priester läuten die Glocken


Es könnte eine Szene aus dem ewigen Zwist zwischen dem Priester Don Camillo und dem kommunistischen Bürgermeister Peppone sein. Aber im französischen Örtchen Clessé ist es der Priester, der gegen die Kirche kämpft.

Seinen Ruhestand im verträumten ostfranzösischen Örtchen Clessé hatte sich ein Pariser Priester anders vorgestellt: Jede Nacht stören die Glocken der Dorfkirche aus dem 11. Jahrhundert seinen Schlaf. Weil die Gemeinde seiner Forderung nach Nachtruhe nicht nachkommen wollte, zog der Priester vor das Verwaltungsgericht von Dijon. Der Kläger verlange 60.000 Euro Schadenersatz, die Hälfte der jährlichen Steuereinnahmen, erklärte die Gemeinde am Freitag.

Der Hauptstadt-Priester hatte vor 20 Jahren die alte Pfarrei von Clessé als Ferienwohnung erworben, die direkt neben der Kirche liegt. Hier will er seinen ruhigen Lebensabend verbringen. Er verlangt den Verzicht auf Glockengeläut zwischen 22 Uhr und 7 Uhr und um 11.30 Uhr. Die Gemeinde erklärte dazu, das Geläut sei wichtig für das Dorfleben. Sie hat 170 Unterschriften für die Beibehaltung gesammelt.

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