Minen, Sprengfallen, Folterkeller In Cherson feiern viele die Befreiung – und wollen Vergeltung. Denn ein Drittel der Einwohner hat mit den Russen kooperiert

Junge Ukrainer mit blau-gelber Flagge auf dem Freiheitsplatz
Seit der Befreiung ihrer Stadt feiern Ukrainerinnen und Ukrainer jeden Tag gemeinsam auf dem Freiheitsplatz vor dem Gebäude der Regionalverwaltung. Sie schwenken die ukrainische Flagge und bitten vorbeigehenden Soldaten darauf zu unterschreiben
© Andrzej Rybak
Ein Besuch im befreiten Cherson ist ein Wechselbad der Gefühle. Hier die weiter jubelnden Menschen – dort Minen, Sprengfallen und Folterkeller. Und wie soll man nun mit den Kollaborateuren umgehen? 

Knapp eine Woche ist jetzt her, dass Cherson befreit worden ist – der Jubel hier in der Stadt ist aber längst nicht verklungen. Der Freiheitsplatz vor dem Gebäude der Regionalverwaltung ist von morgens bis abends voller Menschen und Fahnen. Viele haben Tränen in den Augen. Junge Frauen bitten die vorbeigehenden Soldaten um ein Autogramm auf die blau-gelben Banner, die sie von zu Hause mitgebracht haben. Und wieder lassen sie sich mit den Befreiern fotografieren – Selfie-Gewitter statt Bombenhagel.  

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