Der ganz große Ärger war bei Julian Schuster schnell verflogen. Auf die Stimmung drückte die zweite Last-Minute-Niederlage in Serie beim SC Freiburg allerdings schon. Es sei "hart, so vom Platz zu gehen", sagte Trainer Schuster nach dem 0:1 (0:0) im Landesduell beim VfB Stuttgart. Auch, wenn er eine Leistung gesehen habe, auf die man aufbauen könne.
Der Rückstand der Badener auf die Europapokalränge der Fußball-Bundesliga bleibt beträchtlich. "Wahnsinn" sei das späte Gegentor von Stuttgarts Ermedin Demirovic in der 90. Minute gewesen, sagte SC-Stürmer Igor Matanovic.
Drei Tage nachdem sie in der Europa League durch einen Elfmeter von Olivier Giroud in der Nachspielzeit mit 0:1 (0:0) beim OSC Lille in Frankreich verloren hatten, kassierten die Freiburger auch beim VfB den ganz späten Dämpfer.
Schuster sieht Gelb - und entschuldigt sich
Coach Schuster hatte während der gesamten Partie am Sonntag Emotionen gezeigt, in der Schlussphase dann sogar noch die Gelbe Karte gesehen. "Ich verlange von meinen Spielern, dass sie mit aller Energie auf dem Platz sind", erklärte der 40-Jährige. Demnach könne er selbst nicht tatenlos daneben stehen. Am Ende sei sein Verhalten - er hatte sich ein Wortgefecht mit Stuttgarts Maximilian Mittelstädt geliefert - aber "eins drüber" gewesen, meinte Schuster. Er habe sich bei VfB-Kollege Sebastian Hoeneß dafür entschuldigt.
Acht Punkte liegen die Freiburger hinter dem Tabellensechsten Bayer Leverkusen, der zudem bisher ein Spiel weniger bestritten hat. Die internationalen Plätze zu erreichen, wird eine Herausforderung für den SC.
Nächster Gegner in der Liga ist am Samstag Werder Bremen. Die seit zehn Partien sieglosen Hanseaten würden eine "schwere Phase" durchmachen, meinte Freiburgs Angreifer Matanovic. Nach dem 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach am Wochenende hatte sich Werder von Coach Horst Steffen getrennt. Von dem möglichen "magischen Trainereffekt", wie er es formulierte, wolle man sich aber auf keinen Fall beeinflussen lassen, erklärte Matanovic.