Wegen eines Warnstreiks im öffentlichen Dienst rechnet die Polizei am Mittwoch mit Verkehrsbehinderungen in der Potsdamer Innenstadt. Es seien mehrere Versammlungen mit einer Vielzahl an Teilnehmern angemeldet, sagte ein Sprecher der Polizei. Betroffen von den Verkehrsbehinderungen sind hauptsächlich die Breite Straße und die Zeppelinstraße.
In Brandenburg würden an dem Warnstreik voraussichtlich Beschäftigte der Hochschulen, der Ministerien und der Polizei teilnehmen, sagte ein Verdi-Sprecher. Im Rahmen des Streiks zieht am Mittwoch ab 9.30 Uhr in Potsdam eine Demonstration vom Lustgarten zum Verhandlungsort, dem Kongresshotel. Dort findet ab 11.45 Uhr eine Abschlusskundgebung statt.
Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn
In den Tarifverhandlungen mit den Ländern fordert Verdi sieben Prozent mehr Geld im Monat, zur Stärkung unterer Lohngruppen aber mindestens ein Plus von 300 Euro. Bereits in den vergangenen Wochen hatte es ausgeweitete Warnstreiks in etlichen Bundesländern gegeben, auch an Schulen vor allem in Ostdeutschland. In Berlin war zuletzt auch die BVG betroffen, ihre Mitarbeiter sind am Mittwoch aber nicht zum Warnstreik aufgerufen.
Die Gewerkschaften wollen zum Auftakt der 3. Verhandlungsrunde in Potsdam den Druck verstärken. In den zwei vorherigen Verhandlungsrunden hatten die Arbeitgeber kein konkretes Angebot gemacht.
Betroffen sind gut zwei Millionen Beschäftigte
Betroffen von den Verhandlungen sind rund 2,2 Millionen Beschäftigte. Für mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte wird direkt verhandelt. Auf rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten und Versorgungsempfänger soll ein Ergebnis nach den Forderungen der Gewerkschaften später in den einzelnen Ländern per Gesetz übertragen werden.
"Wir erwarten endlich ein Angebot, das der Bedeutung der Arbeit im öffentlichen Dienst gerecht wird", erklärte Verdi-Landesbezirksleiterin Andrea Kühnemann.