Wetter Schlechte Luft im Norden - DWD: Aber nicht mehr lange

Aufgrund der aktuellen Wetterlage bleibt die schlechte Luft am Boden hängen und zieht nicht gut ab. (Archivbild) Foto: Robert Mi
Aufgrund der aktuellen Wetterlage bleibt die schlechte Luft am Boden hängen und zieht nicht gut ab. (Archivbild) Foto
© Robert Michael/dpa
Die Feinstaubwerte für den Norden Deutschlands liegen schon seit Tagen über den Grenzwerten. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge ist aber Besserung in Sicht. Wo ist es aktuell schlecht?

Weil ein Hochdruckgebiet über Deutschland zuletzt die Luft eher nach unten gedrückt und sie dort gehalten hat, ist die Luftqualität im Norden seit Tagen schlecht. Das Umweltbundesamt spricht von schlechten bis sehr schlechten Werten, die auch noch am Sonntag anhalten werden. Doch es ist Besserung in Sicht, sagte ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD) der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. "Es steht ein flächiges Niederschlagsereignis an und das führt auch dazu, dass Luft bereinigt wird." Konkret soll es am Montag den ganzen Tag lang schneien. Die Atmosphäre werde damit quasi von Mitternacht an reingewaschen. 

Der Schnee werde dabei vor allem jenseits der Elbe fallen. Norddeutschland werde dabei auf einer Linie von Flensburg nach Hannover quasi zweigeteilt. Östlich davon soll es fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee geben, teils auch mehr. Westlich dieser gedachten Grenze werden zwei bis sieben Zentimeter erwartet. Im Osten Mecklenburg-Vorpommerns ist Eisregen möglich. 

Warum wurde die Luft in den vergangenen Tagen kaum besser? 

Das liegt an der Wetterlage. Es kommt kaum frische, saubere Luft nach "unten". Gleichzeitig aber gelangen weiterhin mehr Abgase in die Luft - beispielsweise von Autos, Kaminen oder Industrieanlagen. Die Werte steigen also - bis das Wetter sich wieder ändert. Was ja nun im Norden ansteht. 

Wie sind die Werte aktuell? 

Einer Karte von Kachelmannwetter.de zufolge schwanken die Werte für Feinstaub der Partikelgröße von bis zu 2,5 Mikrometer (PM2,5) derzeit zwischen 95 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) in Schwerin, 89 µg/m³ in Wismar, 95 µg/m³ in Hamburg. 90 µg/m³ in Bornhöved bei Neumünster und 87 µg/m³ in Westerland auf Sylt. Auch Niedersachsen sind die Werte hoch: 93 µg/m³ bei Salzwedel, 86 µg/m³ bei Lüneburg und 73 µg/m³ an der Elbmündung bei Cuxhaven. Das ist alles deutlich über dem Grenzwert. 

Auch den Karten des Umweltbundesamtes zufolge sind die Werte vor allem im Süden Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns und Hamburg hoch. Das breite Band mit der schlechten Luft liegt quasi oberhalb der Mitte Deutschlands. Die angegebenen Werte sind niedriger, aber auch deutlich über dem Grenzwert.

Wo liegt denn der Grenzwert?

Der Grenzwert für Feinstaub der Partikelgröße PM2,5 liegt dem Umweltbundesamt zufolge bei 25 µg/m³. Dieser Grenzwert für den Schutz der menschlichen Gesundheit ist in der Bundes-Immissionsschutz-Verordnung festgelegt. 

Was passiert, wenn man das lange einatmet? 

Die feinen Partikel können tiefer in die Atemwege eindringen, dort länger verbleiben und die Lunge nachhaltig schädigen, schreibt das Umweltbundesamt dazu. 

Wie sollte man sich bei solchen Werten verhalten?

Wenn die Konzentration von Schadstoffen in der Luft steigt, sollten körperlich anstrengende Aktivitäten im Freien vermieden werden.

dpa