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Verdi fürchtet Ende der Tarifbindung für Tegut-Beschäftigte

Die Marke Tegut soll im Zuge des Verkaufs verschwinden. (Foto Archiv) Foto: Uwe Zucchi/dpa
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Verdi warnt: Durch den Verkauf von Tegut dürften sich Bezahlung und Bedingungen für viele Beschäftigte verschlechtern. Was sich durch den geplanten Eigentümerwechsel ändern könnte.

Die Gewerkschaft Verdi fürchtet durch den geplanten Verkauf der Supermarktkette Tegut einen Abbau der Tarifbindung für die Beschäftigten. Bislang seien zwei Drittel der Tegut-Märkte im Eigenbetrieb geführt worden, das restliche Drittel aber sei in der Hand privater Kaufleute gewesen. Dieser Trend dürfte sich mit einem Übergang an die Interessenten Edeka und Rewe beschleunigen, erwartet der Landesbezirksfachbereichsleiter Einzelhandel von Verdi Hessen, Marcel Schäuble. Die Beschäftigten solcher selbstständigen Kaufleute würden erfahrungsgemäß nicht mehr nach Tarif bezahlt.

Mehrere Interessenten für Tegut-Filialen

Wie viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tatsächlich beim Übergang an neue Eigentümer bleiben dürfen und wollen, sei offen, so Schäuble. Der Schweizer Handelskonzern Migros hatte im März angekündigt, sich aus Deutschland zurückzuziehen und Tegut verkaufen zu wollen. Die Marke Tegut soll mit dem Schritt verschwinden. Rund 200 der etwa 300 Supermärkte der Kette will der Lebensmitteleinzelhändler Edeka übernehmen. Zu dem Paket gehören auch das Tegut-Logistikzentrum in Michelsrombach, die Smart Retail Solutions als Betreiberin der rund 40 Teo-Minimärkte sowie die Herzberger-Bäckerei. 

Weitere 40 Märkte sollen an die Rewe-Gruppe gehen, und zuletzt war bekanntgeworden, dass die Smart-Store-Kette Tante Enso bis zu 36 Tegut-Supermärkte übernehmen will. Interesse an einigen Tegut-Filialen hat auch der Discounter Aldi Nord. Alle Transaktionen stehen noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt. Falls es dazu käme, würde die Konzentration im Lebensmittelhandel weiter voranschreiten.

dpa