Klimaschutz Städte kämpfen mit Maßnahmenpaketen gegen Klimawandel

Kommunen haben Maßnahmenpakete gegen den Klimawandel. (Archivbild) Foto: Arne Dedert/dpa
Kommunen haben Maßnahmenpakete gegen den Klimawandel. (Archivbild) Foto
© Arne Dedert/dpa
Menschen ächzen unter Sommerhitze oder müssen vollgelaufene Keller leerpumpen. Welche Maßnahmen ergreifen die Städte?

Trockenheit, Hitzewellen, Starkregen und Überschwemmungen: Größere Städte in Hessen haben mit der Umsetzung von Klimaschutzzielen begonnen und erarbeiten weitere Konzepte. In den kommenden Jahren fließen Milliarden Euro an Investitionen in den klimafreundlichen Umbau der Kommunen. Entsiegelung, Begrünung oder Wärmeplanung, größere Städte wollen mit Dutzenden Maßnahmen das Klima schützen und eine Treibhausgasneutralität erreichen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Knapp 1.000 Solaranlagen installiert

"Derzeit erstellt das Klimareferat einen Klimaschutzplan", heißt es bei der Stadt Frankfurt. Die Stadt erstelle aktuell ihre kommunale Wärmeplanung. Andere Maßnahmen werden bereits umgesetzt. So bezuschusse man Entsiegelungen und Fassadenbegrünung sowie die Installation von Solaranlagen. Seit Inkrafttreten des Programms vor gut zwei Jahren seien knapp 1.000 Photovoltaikanlagen installiert und 2.100 Quadratmeter private Flächen begrünt worden. 

Maßnahmen in Städten ausgezeichnet

Beim nationalen Wettbewerb "Abpflastern" unter Großstädten belegte Frankfurt Platz eins vor Darmstadt auf Platz zwei. "Entsiegelte Flächen mindern den städtischen Wärmeinseleffekt und tragen gleichzeitig zur Starkregenvorsorge bei", sagte Darmstadts Klimaschutzdezernent Michael Kolmer. Entsiegelung sei in dem im Oktober verabschiedeten Klimaanpassungsplan die zentrale Maßnahme. Sie helfe gegen die Wärmebildung in Städten und sei Mittel bei der Starkregenvorsorge, weil Niederschläge vor Ort verdunsten und versickern könnten.

Karte mit schattigen Rückzugsorten

Hanau hat nach eigenen Angaben bereits 2013 das erste Klimaschutzkonzept verabschiedet. "Das Förderprogramm "Hanau grünt auf!" unterstützt derzeit Hausbesitzer und Vereine finanziell bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung und dem Regenwasserrückhalt mit Hilfe von Zisternen", heißt es bei der Stadt. 2024 sei zudem eine Stadtkarte erschienen, die eine Übersicht über kühle, grüne und schattige Rückzugsorte bei Hitze gebe. "Derzeit wird ein "Aktionsplan Klimaanpassung" für Hanau aufgestellt. Mit diesem "Plan" wird ein Überblick über abgeschlossene sowie laufende Klimaanpassungsmaßnahmen gegeben werden."

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Kassel will "Stadt der 100.000 Bäume" werden

"Die Stadt Kassel hat bereits früher als andere Kommunen ein integriertes Klimaanpassungskonzept erstellt, dieses wird aktuell gemäß den Vorgaben des Klimaanpassungsgesetzes überarbeitet", heißt es in der nordhessischen Stadt. Man habe sich zum Ziel gesetzt, unnötig versiegelte Flächen zu entsiegeln. Aktuell werde zudem ein Hitzeaktionsplan erstellt. In diesem Jahr seien die ersten von geplanten 35 Trinkbrunnen aufgestellt worden. Zudem sei der Beschluss gefasst worden, "Stadt der 100.000 Bäume" zu werden. Eine Arbeitsgruppe solle zudem ein Starkregenvorsorgekonzept erstellen. 

Kosten auf mehr als zehn Milliarden Euro geschätzt 

Mit dem Beschluss eines Klimaplans hat die Landeshauptstadt Wiesbaden nach Angaben des Magistrats zum Erreichen der Klimaneutralität bis 2045 73 Maßnahmen erarbeitet. Nur durch die Umsetzung dieser Maßnahmen könne die jährliche Emission von 2,57 Millionen Tonnen Kohlendioxid (Stand 2020) auf annähernd null gesenkt werde. "Die gesamtstädtischen Kosten zur Erreichung der Klimaneutralität belaufen sich laut Gutachteranalyse bis 2045 auf circa 10,6 Milliarden Euro. Diese verteilen sich auf Maßnahmen der Stadt und privater Haushalte sowie den Umbau der Netzinfrastruktur des Energiesystems." Hinzu kämen noch die notwendigen Investitionen von Gewerbe und Industrie. 

Maßnahmen auf Jahre angelegt

In Fulda umfasst das Klimaschutzkonzept 37 Maßnahmen. Auch hier soll bis 2040 beziehungsweise 2045 die Treibhausgasneutralität erreicht werden. Die meisten Maßnahmen seien bei der Umsetzung auf Jahre angelegt. Hierzu gehörten der Ausbau der Solarenergie, der Bodenschutz, eine Reduzierung des Energieverbrauchs oder auch ein schrittweiser Umstieg der Busflotte auf alternative Antriebe und Kraftstoffe. "Die Maßnahmen werden aus Eigenmitteln der Stadt Fulda sowie Fördermitteln des Landes Hessen, des Bundes und der EU finanziert."

dpa