Kriminalitätsschwerpunkt
Neue Kameras zur Videoüberwachung auf der Frankfurter Zeil

Die neuen Kameras haben eine Zoom-Funktion, mit der Personen auch in Nahaufnahme zu sehen sind. Foto: Andreas Arnold/dpa
Die neuen Kameras haben eine Zoom-Funktion, mit der Personen auch in Nahaufnahme zu sehen sind. Foto
© Andreas Arnold/dpa
Knapp 5.000 Straftaten wurden 2025 im Bereich der Einkaufsmeile registriert. Weitere Videokameras sollen jetzt Lücken in der Überwachung schließen, damit die Polizei schneller eingreifen kann.

Auf der Frankfurter Zeil gibt es weitere Kameras zur Videoüberwachung. Die Einkaufsmeile sei ein Kriminalitätsschwerpunkt, sagte der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) beim symbolischen Anschalten von Kameras vor dem Einkaufszentrum MyZeil. Dies sei abends am Wochenende der Fall. 

Videoüberwacht sind bereits die Hauptwache und die Konstablerwache. Nun sind zwei neue Kamerastandorte hinzugekommen, vor dem Einkaufszentrum und am Brockhaus-Brunnen etwa 100 Meter weiter östlich. 

Präventive Wirkung von Kameras

Dies schließe eine Lücke, sagte Poseck. "Von den Anlagen geht eine hohe präventive Wirkung aus und sie tragen zur Aufklärung von Straftaten bei", sagte der Minister. Es sei extrem unattraktiv, vor Kameras Straftaten zu begehen.

Der Frankfurter Polizeipräsident Stefan Müller sagte, knapp 5.000 Straftaten seien vergangenes Jahr im Bereich der Zeil registriert worden, darunter Körperverletzung, Raub und Drogendelikte. Als Täter würden insbesondere junger Männer festgestellt, die am Wochenende aus dem Umland in die Frankfurter Innenstadt kämen. 

Vorbild Bahnhofsviertel

Die Kameras sollen die Polizei befähigen, Täter innerhalb von Minuten zu fassen. Dies habe bereits im Bahnhofsviertel zu einem deutlichen Rückgang der Straftaten geführt. "Wir sind zuversichtlich, dass dies auch auf der Zeil funktioniert", sagte Müller. 

Vergangenes Jahr habe die Frankfurter Polizei mit Hilfe ihrer Videokameras 1.003 Fälle im Stadtgebiet aufgeklärt. Die Aufnahmen werden im Video-Operations-Center des Polizeipräsidiums Frankfurt live gesichtet und 14 Tage gespeichert.

In Frankfurt wird bei der Analyse von Videobildern in bestimmten Fällen auch Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt. Dies ist schon länger im Bahnhofsviertel der Fall und seit kurzem auch an Konstabler- und Hauptwache. Dazu muss ein richterlicher Beschluss eingeholt werden. Eine Ausweitung des KI-Einsatzes auf ganz Hessen ist nach Angaben von Poseck mittelfristig geplant.

dpa