Winterwetter Winter hat Teile Hessens im Griff: mehrere Verletzte

Festgefahrene Lastwagen blockieren die A7, die A4 und die A5. Foto: Rene Kunze/OSTHESSEN|NEWS/dpa
Festgefahrene Lastwagen blockieren die A7, die A4 und die A5. Foto
© Rene Kunze/OSTHESSEN|NEWS/dpa
Eisglatte Straßen führen auf Autobahnen zu Staus. Und auch in den kommenden Tagen bleibt es rutschig und frostig.

Schnee und Glätte: Sturmtief "Elli" hat in Teilen Hessens für erhebliche Behinderungen gesorgt. Winterliche Straßenverhältnisse brachten den Verkehr auf Autobahnen zum Erliegen. In Osthessen sind laut Polizeipräsidium drei Autobahnen in beide Richtungen blockiert: die A7, die A4 und die A5. Grund sind nach Angaben eines Sprechers festgefahrene und querstehende Lastwagen. Bei Glätteunfällen gab es mehrere Leichtverletzte.

Nach einer vorübergehenden Einstellung des Fernverkehrs bei der Bahn wegen des Schneesturms in Norddeutschland waren auch Ziele in Hessen betroffen. So fuhren keine Züge auf den Strecken Frankfurt - Hannover und Berlin - Kassel, wie die Bahn mitteilte. Auf anderen Strecken wurde die Höchstgeschwindigkeit reduziert. Indes lief der Flugbetrieb am größten deutschen Flughafen in Frankfurt zunächst stabil.

Drei Autobahnen blockiert

Die A4 war am Vormittag zwischen Kirchheimer Dreieck und Friedewald (Kreis Hersfeld-Rotenburg) blockiert, die A5 vom Hattenbacher Dreieck bis Alsfeld Ost (Vogelsbergkreis), die A7 zwischen Homberg und Bad Hersfeld. 

Vier Lastwagen "eingegraben"

"Das Problem ist der Schwerlastverkehr", sagte der Polizeisprecher. Lkw-Fahrer wurden aufgefordert, die Autobahnen zu verlassen und Rastplätze anzufahren. Räumfahrzeuge und das Technische Hilfswerk waren im Einsatz.

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Schwerpunkt war nach Angaben des Sprechers die A4. Dort hätten sich gleich vier Sattelzüge "neben der Fahrspur eingegraben". Auf der A7 war schon am frühen Morgen ein Lkw umgekippt und auf dem Seitenstreifen liegengeblieben. Auf der A5 rutschte ein Sattelzug von der Fahrbahn. 

Mehrere Leichtverletzte

Zunächst kamen Autos noch mit langsamer Geschwindigkeit voran, später bildeten sich überall Staus. Auch auf Bundes- und Landstraßen in Osthessen gab es am Freitagmorgen Unfälle, wie das Polizeipräsidium berichtete. Bei Schlitz (Vogelsbergkreis) gab es einen Unfall mit drei Fahrzeugen. Dabei wurde laut Polizei eine Person leicht verletzt. Bei dem Unfall auf der A7 wurde der Fahrer des umgestürzten Lasters ebenfalls leicht verletzt. 

In Nordhessen kam es nach Angaben einer Polizeisprecherin bis zum Vormittag zu rund einem Dutzend Glätteunfällen mit drei Leichtverletzten. Bislang sei es insgesamt zu wenig Vorfällen gekommen. "Die Menschen haben sich offenbar gut auf die Wetterverhältnisse eingestellt", sagte die Sprecherin.

Flugverkehr in Frankfurt stabil

Das Winterwetter hatte zunächst keine größeren Auswirkungen auf den Betrieb am Frankfurter Flughafen. Wie eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport mitteilte, gab es am frühen Morgen keine Einschränkungen bei Starts und Landungen.

Die Wetterlage sollte im Tagesverlauf weiter sorgfältig beobachtet werden, vor allem mit Blick auf den Wind. "Wir werden situativ entscheiden, wie es weitergeht", sagte die Sprecherin. 

Rund 146.000 Fluggäste erwartet

Auf dem Frankfurter Flughafen wurde der Betrieb der Sky Line-Bahn "aufgrund von Glättebildung" eingestellt. Zwischen Terminals verkehrte ein Busersatzverkehr. Der Betreiber bat wegen der Wetterlage alle Passagiere vorsorglich, sich am Freitag und Samstag drei Stunden vor Abflug im Terminal einzufinden und vor der Anreise den Flugstatus zu überprüfen. Alleine für den Freitag wurden am größten deutschen Flughafen rund 1.100 Starts und Landungen mit insgesamt 146.000 Fluggästen erwartet.

Am Donnerstag mussten wegen des Winterwetters am größten deutschen Flughafen rund 200 Mal Flugzeuge enteist werden. 25 Enteisungsfahrzeuge waren im Einsatz - "ruhiger Winterbetrieb", wie Fraport mitteilte.

Einzelne Störungen im ÖPNV gemeldet

Auch im öffentlichen Nahverkehr sorgt das Winterwetter mancherorts für Probleme. Laut dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) kann es in einigen Teilen des RMV-Gebiets aufgrund von gefrierender Nässe, Eis und Neuschnee zu Einschränkungen im Busverkehr kommen. Es sei mit Verspätungen und Ausfällen zu rechnen.

In Nordhessen gab es nach Angaben der Verkehrsbetriebe wenig Einschränkungen. "Es gab zu Betriebsbeginn ganz leichte Störungen auf einer Tramstrecke und bei Steigungsstrecken für Busse", berichtete ein Sprecher der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG). Alle seien unverzüglich behoben worden, der Verkehr laufe nach Plan. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) erklärte, es könne witterungsbedingt zu einzelnen Störungen kommen.

Wie sind die Aussichten?

Das Winterwetter hat Hessen auch am Wochenende weiter im Griff. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge wird es am Samstag andauernden leichten Schneefall geben, der sich im Tagesverlauf von Norden her abschwächt. In der Nacht zum Sonntag kann es örtlich bis zu minus 13 Grad und verbreitet Glätte durch überfrierende Nässe geben. Der Sonntag selbst soll bei Dauerfrost dann überwiegend heiter werden.

dpa