Energiewende
MV fordert Gaskraftwerke für Rostock und Lubmin

Mecklenburg-Vorpommerns Energie- und Wirtschaftsminister Wolfgang Blank (parteilos) fordert, dass der Nordosten in der Kraftwerk
Mecklenburg-Vorpommerns Energie- und Wirtschaftsminister Wolfgang Blank (parteilos) fordert, dass der Nordosten in der Kraftwerkstrategie des Bundes berücksichtigt wird. (Archivbild) Foto
© Stefan Sauer/dpa

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Bei der Energieministerkonferenz auf der Nordseeinsel Norderney geht es darum, wie es mit der Energiewende weitergeht. MV-Energieminister Blank hat einige Anliegen im Gepäck.

Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Wolfgang Blank fordert die Aufnahme von Rostock und Lubmin in die Kraftwerksstrategie des Bundes. "Der Nordosten muss ausreichend berücksichtigt werden, um die Versorgungssicherheit jederzeit zu gewährleisten", erklärte der parteilose Politiker anlässlich der Energieministerkonferenz auf der Nordseeinsel Norderney. Die Minister beraten dort bis Freitag.

Bei der Kraftwerksstrategie geht es vor allem um die Errichtung neuer Gaskraftwerke. Sie sollen künftig als Backups einspringen, wenn der Strombedarf durch erneuerbare Energien nicht zu decken ist - in "Dunkelflauten", wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht.

Gemeinsame Vorsorge für Großschäden

Außerdem fordert Mecklenburg-Vorpommern den Angaben zufolge eine gemeinsame Vorsorge vor Energieversorgern für Großschadenslagen. Blank schlägt der Ministerrunde die Einrichtung regionaler "Resilienzcluster" vor. Dort sollen Ersatzmaterial und geschultes Personal zentral gebündelt werden.

"Statt dass jeder Netzbetreiber individuelle Redundanzen schafft, werden die Kapazitäten effizient in Clustern gebündelt", erläuterte der Minister seinen Vorstoß. Unterstützt werde diese Idee von Versorgern, etwa von den in MV aktiven Verteilnetzbetreibern Edis und Wemag.

Wo sollen Rechenzentren stehen?

In einem weiteren Antrag fordert Mecklenburg-Vorpommern Möglichkeiten für die Bundesländer, die Ansiedlung von Rechenzentren strategisch steuern zu können. Es sei wichtig, dass Rechenzentren als große Stromverbraucher dort gebaut werden, wo viel Strom aus erneuerbaren Quellen anfalle.

"Wie Batteriespeicher und andere große Stromverbraucher können auch Rechenzentren einen Beitrag zu einem flexibleren und effizienteren Energiesystem leisten", meinte Blank. Dazu gehöre auch, dass die Abwärme vor Ort genutzt werde - etwa zur Beheizung von Wohnungen oder für industrielle Nutzungen. Die praktische Umsetzung solcher Konzepte sei derzeit jedoch mit technologischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten verbunden.

dpa