Die lange angeschlagene Norddeutsche Landesbank (NordLB) hat das beste Ergebnis seit zehn Jahren erzielt. Der Vorsteuergewinn stieg im vergangenen Jahr auf 475 Millionen Euro, wie das Institut mitteilte. Im Vorjahr hatte er bei 350 Millionen Euro gelegen. Unter dem Strich verdiente die NordLB 506 Millionen Euro und damit rund 120 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor. 2024 war das Ergebnis durch die Aktivierung latenter Steuern begünstigt worden.
Mittlerweile sieht sich die NordLB wieder in der Lage, über eine mögliche Dividende nachzudenken. Ende 2019 musste sie noch von ihren Eigentümern gerettet werden, nachdem unter anderem faule Schiffskredite sie in Schieflage gebracht hatten. Seither wurde das Institut verschlankt, die IT modernisiert und die aufgeblähte Bilanzsumme gesenkt. "Wir sind wieder eine ganz normale Bank", sagte Vorstandschef Jörg Frischholz. Man habe das Kapitel der Transformation abgeschlossen. Nun gehe es darum, die Profitabilität weiter zu steigern.
Die NordLB habe in den vergangenen Jahren einen "herausfordernden und konsequenten Weg der Konsolidierung" beschritten, sagte Niedersachsens Finanzminister und NordLB-Aufsichtsratschef Gerald Heere (Grüne). Die Bank sei heute "wieder nachhaltig profitabel und wesentlich breiter und krisensicherer aufgestellt als noch vor einigen Jahren".
Fokus auf Künstliche Intelligenz
Auf dem Weg zu mehr Effizienz setzt die NordLB verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI). Die rund 3.700 Beschäftigten würden dafür intensiv geschult, sagte Frischholz. KI sei "das neue Excel, Word und Powerpoint". Wer in einem Jahr nicht täglich damit arbeite, werde "irgendwann outdated" sein. Die Technologie soll helfen, mit der bestehenden Belegschaft zusätzliche Chancen im Kundenmarkt zu erschließen.
Mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten bewege sich die Bank in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld, sagte Frischholz. Schon zuvor seien die Märkte durch Zollkonflikte und geopolitische Verschiebungen volatil gewesen. "Dennoch bleiben wir vorsichtig optimistisch", sagte er. Es gebe großen Investitionsbedarf, den die NordLB als Finanzierer nutzen wolle – etwa im Bereich der KI. Für 2026 strebt das Institut eine "moderate Verbesserung" des Vorsteuerergebnisses an.