In Nordrhein-Westfalen sind im vergangenen Jahr 48 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen - neun weniger als im Vorjahr. Vor allem der heiße Juni brachte 2025 im Bundesland aber einen explosionsartigen Anstieg der Todeszahlen von fünf (2024) auf zwölf, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Dienstag mitteilte. Mehr Todesfälle gab es bei jungen Schwimmern zwischen elf und 20 Jahren (2024:2, 2025:5).
DLRG-Präsidentin Ute Vogt kritisierte vor allem die Schwimmausbildung in den Schulen. "Unsere Kinder können mehrheitlich nicht sicher schwimmen, wenn sie die Grundschule verlassen", sagte sie. "Sie sind ein Leben lang gefährdeter am und im Wasser. Aus Sicht der DLRG ist das ein unnötiges Lebensrisiko."
Laut der DLRG-Statistik droht die größte Gefahr weiterhin beim Schwimmen in Flüssen wie dem Rhein, wo das Baden wegen gefährlicher Strömungen und vorbeifahrender Schiffe in vielen NRW-Städten unter Androhung von hohen Bußgeldern verboten ist. Trotz Warnschildern und Polizeikontrollen gehen Menschen dort immer wieder ins Wasser, werden abgetrieben und ertrinken.
21 Badetote zählt die DLRG-Statistik in Flüssen in NRW (Vorjahr 25), in Seen und Teichen ertranken im vergangenen Jahr zwölf Menschen (Vorjahr 19)."Flüsse, Seen und allgemein unbewachte Gewässer sollten möglichst gemieden werden. Am sichersten ist das Baden und Schwimmen dort, wo Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer im Notfall direkt vor Ort sind", riet die DLRG-Präsidentin.
Insgesamt registrierten die Lebensretter im vergangenen Jahr mindestens 393 tödliche Badeunfälle - 18 weniger als ein Jahr zuvor. Im Vergleich der Bundesländer starben die meisten Menschen bei Badeunfällen in Bayern mit seinen vielen Seen - es waren 84 nach 70 ein Jahr zuvor. Es folgten Nordrhein-Westfalen mit 48 (2024: 57) Badetoten vor Niedersachsen mit 47 (46) Opfern. Die DLRG ist nach eigenen Angaben die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt, sie zählt mehr als 640.000 Mitglieder.