Die Feiern zum Start ins neue Jahr sind in Rheinland-Pfalz laut einer ersten Bilanz der Polizei überwiegend friedlich verlaufen. Die Beamten seien meist zu Einsätzen gerufen worden, die für die Silvesternacht typisch sind - wie alkoholbedingte Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Beleidigungen, wie das Innenministerium in Mainz mitteilte. Überdies kam es zu mehreren Bränden.
Insgesamt seien 216 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit den Silvesterfeierlichkeiten erfasst worden, etwa die doppelte Anzahl an Fällen wie in den Vorjahren, teilte das Ministerium mit. Innenminister Michael Ebling (SPD) erklärte: "Wir wollen friedlich feiern, dazu passen weder Übergriffe noch Gewalt – nicht gegen andere Feiernde und nicht gegen Einsatzkräfte." Ein Polizeibeamter sei durch den Wurf von Feuerwerk verletzt worden.
Notaufnahme-Chef: "Wir waren ausgelastet"
In der Notaufnahme der Mainzer Universitätsmedizin wurden in der Nacht rund 140 bis 150 Patienten versorgt, wie der Leiter Joachim Riße sagte. Üblich seien 120 bis 130. "Es war viel zu tun, wir waren ausgelastet", sagte Riße. Viele Patienten hätten wegen übermäßigem Alkoholkonsum behandelt werden müssen, zudem habe es kleinere Verletzungen etwa wegen Schlägereien gegeben.
Am Deutschen Eck in Koblenz feierten laut Polizei rund 2.500 Menschen "fast ausschließlich friedlich". In Trier kamen den Angaben zufolge bis zu 1.000 Personen an der Porta Nigra zusammen. Dort seien kurz nach Mitternacht Feuerwerkskörper auf Menschen abgeschossen worden.
Viele kleine Brände - aber auch einige größere
Landesweit seien in der Nacht mehrere Hundert Brände registriert worden, darunter viele brennende Mülltonnen und Hecken, teilte das Ministerium mit. Aber es gab auch größere Feuer: In Mainz-Hechtsheim geriet aus bisher ungeklärter Ursache der Dachstuhl eines Reitstalls in Brand. Menschen kamen nicht zu Schaden und auch die Pferde konnten alle gerettet werden. Als Brandursache konnte eine fehlgeleitete Silvesterrakete nicht ausgeschlossen werden.
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In Mainz-Finthen breitete sich ein Balkonbrand auf eine Wohnung aus. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand, jedoch mussten laut Feuerwehr mehr als 70 Anwohnerinnen und Anwohner das Haus verlassen. Eine Katze habe den Brand nicht überlebt.
Hohe Sachschäden bei Hausbränden
In Kaiserslautern griff der Brand einer Gartenlaube auf ein benachbartes Einfamilienhaus über. Die Bewohner konnten das Haus selbstständig verlassen, verletzten sich jedoch leicht durch das Einatmen von Rauchgasen, wie das Innenministerium mitteilte. Der Schaden wird auf 200.000 Euro geschätzt.
In Neuwied geriet nach Angaben des Ministeriums ein leerstehendes Haus in Flammen. "Eine Brandstiftung kann zum derzeitigen Ermittlungsstand nicht ausgeschlossen werden", hieß es unter Verweis auf mehrere Brandherde. Es entstand ein Sachschaden von rund 100.000 bis 150.000 Euro.
Böllerreste sorgen für verrauchtes Gebäude
Im Keller abgestellte Böllerreste lösten in Trier einen größeren Einsatz der Feuerwehr aus. Die abgebrannte Raketenbatterie habe sich entzündet und stärkeren Rauch entwickelt, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr. Fünf Menschen hätten aus dem Gebäude gerettet und mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Das Haus sei von der Feuerwehr gelüftet worden und wieder bewohnbar. Ein größerer Schaden entstand den Angaben zufolge nicht.