Der saarländische Innenminister Reinhold Jost (SPD) hat Verständnis für die Forderung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) nach einer Befragung unter Kollegen. "Das ist nicht eine Frage des Ob, sondern wie die zeitlichen Abfolgen dazu aussehen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Nach dem gewaltsamen Tod eines Polizisten am 21. August 2025 in Völklingen hatte der Saar-GdP-Vorsitzende Andreas Rinnert eine solche Erhebung "zur Gefühls- und Motivationslage" und den Auswirkungen des Ereignisses gefordert. Nur so könnten Behördenleitung und Innenministerium nach der Tat ihre Belegschaft vollumfänglich professionell unterstützen – auch nach der ersten Akutphase.
Dank an Gewerkschaften und Interessenvertreter
Jost sagte, seit dem schrecklichen Vorfall sei er in regelmäßigem Austausch mit der Familie des Getöteten, den Kollegen und der Dienststelle. Die Anregung der GdP empfände er als "Bestätigung" seines Kurses. "Wir sind da selbstreflektierend unterwegs und wollen wissen, wie so etwas passieren konnte." Den Gewerkschaften und den Interessenvertretern der saarländischen Polizei sei er dankbar, was diese in den vergangenen Monaten geleistet hätten.
Der Polizeioberkommissar war erschossen worden, als er versuchte, einen mutmaßlichen Tankstellenräuber zu fassen. Der Mordprozess gegen den mutmaßlichen Täter beginnt am 12. Februar am Landgericht Saarbrücken.
Den Ausgang dieses Verfahrens will Jost noch abwarten. "Ich bin sicher, dass da einiges aufgearbeitet wird. Und je nachdem, wie der Prozess verläuft und zu welcher Verurteilung es kommt, wird auch das Einfluss auf die Stimmung in der Polizei-Familie haben", sagte er. Eine solche Befragung müsse "sehr sensibel mit allen Handelnden und Beteiligten vorbereitet werden".
Ministerium für Inneres, Bauen und Sport des Saarlandes