Wahlkampf
Rock'n'Roll und ein Baum für jedes Baby

Rund einen Monat vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz stellen die Grünen mit Spitzenkandidatin und Klimaschutzministerin Katr
Rund einen Monat vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz stellen die Grünen mit Spitzenkandidatin und Klimaschutzministerin Katrin Eder ein Aktionsprogramm vor. Foto
© Michael Brandt/dpa
Demokratie sowie Kinder und Jugendliche sind zwei Schwerpunkte der rheinland-pfälzischen Grünen im Wahlkampf. Ihr ureigenes Thema Klimaschutz wollen sie auch voranbringen - mit finanziellen Anreizen.

Ein Baum für jedes Baby, die Förderung Tausender E-Ladesäulen und deutliche Unterstützung zur Beschleunigung der Wärmewende: Das schlagen die rheinland-pfälzischen Grünen im Landtags-Wahlkampf vor. Sie wollen ein Aktionsprogramm für den Klima- und Naturschutz durchsetzen, Einzelheiten zu den drei Punkten stellt Spitzenkandidatin und Klimaschutzministerin Katrin Eder an diesem Mittwoch in Mainz vor. Das Aktionsprogramm hat den Slogan "Schützen, was uns schützt". 

Ein "Bildungsbaum" für jedes Kind

Für jedes Neugeborene soll künftig in Wohnortnähe auf öffentlichen Flächen ein Baum gepflanzt werden. Die Familie bekommt dann eine Plakette oder Urkunde mit Angaben zu dem Baum. Die Aktion wird in ein Umweltbildungskonzept integriert, das in den Kitas und Schulen aufgegriffen werden soll. Ziel ist es, das Bewusstsein der Menschen für den Wald langfristig zu stärken. Rund 2,5 Millionen Euro wollen die Grünen dafür pro Jahr ausgeben, wenn sie nach der Landtagswahl am 22. März weiter in der Landesregierung mitregieren können.

Tausende Ladesäulen finanziell fördern

Um den Ausbau der Elektromobilität gerade auch im ländlichen Raum und an Häusern mit vielen Parteien voranzubringen, wollen die Grünen im Falle eines Wahlsiegs Ladepunkte fördern. Ziel sei es, dass in den kommenden Jahren jeder Bürger und jede Bürgerin im direkten Umfeld immer eine freie Ladesäule finde. Dafür sollten jährlich zehn Millionen Euro bereitgestellt werden. Es gebe noch weiße Flecken im Land. "Deswegen brauchen wir Tempo beim Ladesäulenausbau."

Wärmewende beschleunigen und bezahlbar machen

Die Wärmewende soll nach dem Aktionsplan für alle bezahlbar werden. Dafür wollen die Grünen im Falle eines Wahlsiegs etliche Millionen Euro in die Hand nehmen. Geplant ist unter anderem ein "unbürokratischer Wärmebonus", der sozial gestaffelt werden soll. Mieterinnen und Mieter sollen eine "Warmmieten-Garantie" bekommen für den Fall einer energetischen Sanierung mit Landesmitteln.

Hauseigentümer sollen bei Wärmepumpen und dem Anschluss an ein Nahwärmenetz finanziell unterstützt werden. Auch die Kommunen sollen einen finanziellen Anreiz zum Ausbau von Nahwärmenetzen bekommen.

Rock'n'Rollerin in der Politik

Die Grünen-Spitzenkandidatin fühlt sich ein bisschen wie eine Rock'n'Rollerin in der Politik. Auf die Frage, welches Musikgenre oder welche Band am ehesten ihrem Politikstil entspreche, sagte Eder der "Rhein-Zeitung": "Rock ’n’ Roll: ein schneller Rhythmus, der einen optimalen Klang auch durch Offbeats erreicht." 

In der Politik wie in der Musik seien Regeln nur so gut, wie sie das bestmögliche Ergebnis für alle erreichen könnten, sagte die Umwelt- und Mobilitätsministerin von Rheinland-Pfalz der Zeitung. Sie verriet auch, welchen Job sie gerne mal für einen Tag machen würde: Gewässerökologin. "Da würde ich kleine bedrohte Krebse, Muscheln und Fische aussetzen und so die Artenvielfalt zurück in unsere Gewässer bringen."

Knapp 8.000 Mitglieder

Die Grünen haben in Rheinland-Pfalz nach Angaben von Landeschef Paul Bunjes knapp 8.000 Mitglieder in 35 Kreisverbänden. Die Partei ist seit dem Jahr 2016 Teil der Landesregierung. Am 22. März wird in Rheinland-Pfalz ein neuer Landtag gewählt.

dpa