Im jüngsten Abschiebeflug nach Afghanistan saßen auch drei Ausreisepflichtige aus Sachsen-Anhalt. "Alle drei Männer befanden sich zuvor in Strafhaft, sie sind also unmittelbar aus der Haft abgeschoben worden", sagte Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) in Magdeburg.
Es habe sich um einen 42-Jährigen gehandelt, der wegen versuchten Totschlags eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren zu verbüßen hatte. Zudem sei ein 28-Jähriger dabei gewesen, gegen den eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten unter anderem wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung verhängt worden war. Ein 20-Jähriger habe eine Jugendstrafe von zwei Jahren wegen einer Vergewaltigung verbüßt.
Die drei waren unter den 25 Männern, die Deutschland per Charterflug nach Afghanistan abschob. Es handele sich um Männer, die in Deutschland straffällig geworden seien, teilte das Bundesinnenministerium mit. Die Maschine startete in der Nacht in Leipzig und kam am Morgen in der afghanischen Hauptstadt Kabul an.
Grundlage ist eine direkte Vereinbarung mit den in Afghanistan herrschenden islamistischen Taliban, die der Bundesregierung regelmäßige Abschiebungen nach Afghanistan ohne Vermittlerstaaten ermöglicht.