Brauchtum
Osterreiter ziehen erneut durch die Lausitz

Seit mehr als 500 Jahren verkünden Osterreiter in der Lausitz die Osterbotschaft. (Archivbild) Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Seit mehr als 500 Jahren verkünden Osterreiter in der Lausitz die Osterbotschaft. (Archivbild) Foto
© Sebastian Kahnert/dpa
Seit Jahrhunderten verkünden Osterreiter in der katholischen Lausitz singend die Botschaft von der Auferstehung Christi. Die Prozessionen ziehen immer wieder zahlreiche Zuschauer an.

In der sorbischen Lausitz ziehen am Ostersonntag wieder Osterreiter von Dorf zu Dorf. Bei neun Prozessionen im Dreieck zwischen Kamenz, Bautzen und Hoyerswerda tragen sie die Botschaft der Auferstehung Jesu Christi in ihre Nachbarorte. Erwartet werden wie in den Vorjahren 1.500 Reiter, wie das Bistum Dresden-Meißen mitteilte.

Mehr als 500 Jahre alte Tradition

Die Tradition blickt auf mehr als 500 Jahre Geschichte zurück. Hoch zu Ross ziehen Jugendliche und Männer von ihrer Heimatkirche aus um den Friedhof und die Felder ins Nachbardorf - in Frack und Zylinder, singend und betend unter Glockengeläut, mit Kreuz, Kirchenfahnen und der Statue des Auferstandenen. Außerhalb der Orte beten sie auf den aufwendig geschmückten Pferden den Rosenkranz, in weißen Handschuhen.

Die Wurzeln des Brauchs reichen bis in die vorchristliche Zeit zurück, als man glaubte, durch Feldumritte die jungen Saaten vor der Missgunst des Bösen schützen zu können. Die heutigen Züge sind ein öffentliches Bekenntnis zum christlichen Glauben. Nur Männer dürfen im Sattel sitzen. Alljährlich säumen Schaulustige, darunter viele Gäste aus dem In- und Ausland, die Wege in der katholischen Region östlich von Dresden, in der die nationale Minderheit der Sorben lebt.

Ostersaatreiten von Ostritz 

Einem ähnlichen Brauch folgt das Ostersaatreiten von Ostritz bei Görlitz, das in diesem Jahr zum 397. Mal stattfindet. Dort reiten Katholiken von der Pfarrkirche über Felder zum Zisterzienserinnenkloster St. Marienthal und bitten zudem um gutes Wachstum der Saat - seit 1993 in ökumenischer Gemeinschaft.

dpa