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Pilz-Saison Neuer Pilz in Deutschland – "Falsche Rotkappe" wächst in Kiefernwäldern

Zwei Pilze wachsen auf einem herbstlichem Waldboden
Die "Falsche Rotkappe" kann leicht mit dem Maronen-Röhrling oder dem Steinpilz verwechselt werden. Wie die Art aus Nordamerika zu uns kam, ist unklar.
© Silke Nauschütz / DPA
Wer in dieser Saison Pilze sammeln geht, findet womöglich eine neue Art, die sich in Deutschlands Wäldern ausbreitet – die "Falsche Rotkappe". Schmackhaft soll der Pilz zwar sein, trotzdem ist Vorsicht geboten.

Dass Tiere oder Pflanzen aus anderen Regionen der Erde in Deutschland heimisch werden, ist keine Seltenheit. Waschbären sind so ein prominentes Beispiel – oder der Sommerflieder, auch Schmetterlingsstrauch genannt. Es gibt eine ganze Reihe Pflanzen und Tiere, die eigentlich nicht von hier stammen – jedoch in Deutschland prima Lebensbedingungen finden und sich dann hierzulande dauerhaft ansiedeln.

Jetzt macht ein neuer pflanzlicher Einwanderer in Deutschland Schlagzeilen, und das genau in der Pilz-Saison: Denn in hiesigen Wäldern hat sich ein Pilz verbreitet, der ursprünglich aus Nordamerika stammt, aber offenbar auch hier beste Bedingungen vorfindet. Der Pilz wird "Falsche Rotkappe" genannt, wie jüngst mehrere Medien meldeten und dazu auch eine Recherche der dpa zitierten. Vor allem in der Lausitz im südlichen Brandenburg sei der neue Pilz schon des Öfteren gesichtet worden, heißt es. Aber auch auf Rügen und in Niedersachsen sei er schon entdeckt worden.

Neuer Pilz hat keine Lamellen, sondern ist ein Röhrling

Wie auch Fotos deutlich zeigen, ist die "Falsche Rotkappe" ein Röhrenpilz, hat also keine Lamellen an der Unterseite des Huts wie beispielsweise der Champignon, sondern eine Art Schwamm, der aus winzigen ablösbaren Röhren besteht. Den Namen "Falsche Rotkappe" soll er übrigens von jemandem erhalten haben, der den Pilz als erstes gefunden hatte.

Das Aussehen ähnelt mehreren Berichten zufolge dem Maronen-Röhrling oder dem Steinpilz. Finden könne man die neue Pilzart in Kiefernwäldern. Denn die mageren, sandigen Böden dort seien genau das Richtige für die "Falsche Rotkappe".

In Bestimmungsbüchern ist der neue Pilz den Berichten zufolge noch nicht zu finden. Auch sei völlig unklar, auf welchem Wege er es in unsere Wälder geschafft habe.

"Falsche Rotkappe" ist zwar essbar, aber mit Vorsicht zu genießen

Ein Pilzforscher sagte der dpa, dass der Pilz zwar essbar sei. Allerdings sei unklar, ob man ihn tatsächlich einmal als Speisepilz einordnen könne. Denn da noch wenig über die "Falsche Rotkappe" bekannt sei, wisse man auch noch nicht, ob sie bei Menschen Unverträglichkeiten auslösen kann. Der Pilz sei schmackhaft, auch wegen seines festen Fleischs. Aber, wer ihn finde, solle ihn lieber nur in kleinen Mengen essen.

In Europa ist der Pilz übrigens schon in den vergangenen Jahren immer mal wieder entdeckt worden, erstmals offenbar 2007 im Baltikum.

Quellen: "Süddeutsche.de", "RBB", "Leipziger Volkszeitung", mit Material von dpa

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