Die Plauener "Bimm" soll weiterfahren: Künftig will der Vogtlandkreis der traditionsreichen Straßenbahn finanzielle Hilfe leisten. Dafür würden einzelne Bereiche der Plauener Straßenbahn GmbH in die Zuständigkeit des Kreises übergehen, erklärte Landrat Thomas Hennig (CDU) bei der Vorstellung der Pläne. Dazu seien ein Zehnjahresvertrag und 1,5 Millionen Euro vom Landkreis geplant.
So könnte etwa der Stadtbusverkehr von Plauen von 2027 an vom Kreis getragen werden. Etwa 13 Busfahrer sollen übernommen werden, wenn sie mit der "geringfügig schlechteren Bezahlung einverstanden sind", so Hennig. Auch die gesamte Öffentlichkeitsarbeit und ein Service-Point der Plauener Straßenbahn GmbH soll demnach von nächstem Jahr an in die kreiseigene Verkehrsverbund Vogtland GmbH übergehen - samt Fachpersonal.
Hilfe auch vom Freistaat?
Die Pläne setzen nun den Freistaat unter Zugzwang - auch vom Land müssten rund 1,5 Millionen Euro als Zuschuss kommen. Denn die Jahresfehlbeträge der Plauener Straßenbahn GmbH betragen rund 4,5 Millionen Euro, wie Oberbürgermeister Steffen Zenner (CDU) sagte. Zusätzlich gebe es einen großen Investitionsstau. Gleisanlagen und Stromversorgung müssten dringend erneuert werden. Einige der 14 Straßenbahnen fahren seit 1981.
Die Stadt selbst wolle ebenfalls 1,5 Millionen Euro zuschießen, so Zenner: "Aber wir brauchen Unterstützung vom Freistaat. Zusagen gab es aber noch keine." Teurer wird es auch für Fahrgäste: Von August an soll eine Einzelfahrkarte mit der Plauener Straßenbahn 20 Cent teurer werden - bisher kostet sie 1,90 Euro. Das sei weit unter dem Preisniveau anderer sächsischer Städte, sagte der Oberbürgermeister. Eine zweite Anpassung der Beförderungstarife sei ein Jahr später noch einmal geplant.
Die Pläne zur Rettung der Plauener "Bimm", wie die Straßenbahn umgangssprachlich liebevoll genannt wird, sollen am 26. Juni dem Kreistag als Beschluss vorgelegt werden. Die Plauener Straßenbahn verfügt über ein Liniennetz von 34,5 Kilometern und prägt seit 1894 den öffentlichen Nahverkehr der Stadt.