Die Tatort-Schauspieler Cornelia Gröschel und Martin Brambach haben sich in einem gemeinsamen Statement zur geplanten Zwangspause für den "Tatort Dresden" und den "Polizeiruf 110" aus Magdeburg zu Wort gemeldet. "Wir sind immer noch bestürzt über die Meldung des MDR den 'Tatort Dresden' und den 'Polizeiruf Magdeburg' in den nächsten 3 Jahren nicht mehr finanzieren zu können", heißt es in dem Posting auf Social Media.
In ihrem Statement zeigen die beiden zwar Verständnis für den Sparkurs des MDR, äußern aber zugleich große Sorgen über mögliche Folgen. Gröschel (38) und Brambach (58) spielen im Dresdner Tatort Kommissarin Leonie Winkler und den Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel.
Wegen einer angespannten finanziellen Lage will der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) die Produktion neuer Folgen der beiden Krimireihen für drei Jahre pausieren. Als Grund für die Kürzungen nennt der MDR vor allem die bislang nicht erfolgte Umsetzung der Erhöhung des Rundfunkbeitrags seit Anfang 2025. Bereits fertiggestellte oder vertraglich vereinbarte Produktionen sollen in den kommenden Jahren dennoch ausgestrahlt werden.
Lang aufgebaute Strukturen bedroht
Filmproduktionen könne man nicht so einfach an- und abschalten, schreiben Gröschel und Brambach weiter. Ein Film habe lange Vorlauf. "Wenn wir drei Jahre nicht produzieren, gehen lang aufgebaute Strukturen kaputt und die Menschen vor und hinter der Kamera - und auch wir Schauspielerinnen und Schauspieler - müssen uns natürlich um andere Projekte bemühen, um wie alle Menschen unsere Miete zu zahlen", erklärten die beiden.
"Aber vor allem, und das ist das Wichtigste, kann uns im Moment leider niemand versprechen, dass in 3 Jahren genug Geld da ist, um weiterzumachen - die Situation wird absehbar wohl auch nicht einfacher werden." Die Konsequenz sei womöglich das Ende des Tatorts Dresden und des Polizeirufs aus Magdeburg.
"Fatales politisches Signal"
Das wäre nicht nur traurig für Fans und Zuschauer, sondern auch "für die vielen Menschen, die direkt oder indirekt von so einer Produktion leben, eine Katastrophe - genauso wie für den Medienstandort Mitteldeutschland", heißt es weiter.
Zudem wäre es "ein äußerst fatales politisches Signal, dass in den quotenstärksten und beliebtesten TV-Reihen im Deutschen Fernsehen der Osten Deutschlands einfach nicht mehr vorkommt", kritisierten die Schauspieler.