Bei der aufwendigen Suche nach einer Endlagerstätte für deutschen Atommüll gelten bislang auch 5,5 Prozent der Landesfläche Sachsens als möglicherweise geeignet. Der Geologische Dienst im Landesumweltamt hat sich diese Flächen nun genauer angesehen - und kommt zu einer anderen Einschätzung. Viele dieser Regionen wiesen als Standort für ein Endlager potenziell eine "geringe Eignung" auf, teilte das Amt mit. Die geologischen Voraussetzungen seien nicht gegeben.
"Insbesondere die metamorphen Gesteine im Erzgebirge weisen aufgrund ihrer komplexen geologischen Entstehungsgeschichte einen inhomogenen Aufbau auf", hieß es. Auch einige Granitvorkommen in Sachsen seien nur wenig geeignet, um Atommüll sicher zu verwahren.
Fachstellungnahme des Landesumweltamtes
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hatte im November ihre Einschätzung veröffentlicht, dass kleinere Teile der Kreise Bautzen, Mittelsachsen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und des Erzgebirges zu den besonders geeigneten Gebieten gehörten. Darauf hat das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie jetzt mit der Fachstellungnahme reagiert.
Für weitere 2,8 Prozent der sächsischen Fläche stehe die BGE-Prüfung noch aus. Bundesweit kommen rund 25 Prozent der deutschen Landesfläche für ein mögliches Endlager infrage.
Mitte 2026 will die BGE einen weiteren Zwischenstand präsentieren, Ende 2027 will sie Standortregionen für die oberirdische Erkundung vorschlagen. Die Entscheidung über die infrage kommenden Regionen trifft schließlich der Bundestag. Als Zieldatum für die Entscheidung über ein Endlager ist derzeit 2050 angepeilt.