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Samenspende "Spenderkind" Christiane ist auf der Suche nach ihrer Identität: "Meinen Vater nicht zu kennen, ist wie ein schwarzes Loch"

Schauspielerin Christiane Dollmann
Seit vielen Jahren sucht Christiane Dollmann ihren genetischen Vater. Ein DNA-Test brachte sie einen Schritt voran, zu dem unbekannten Mann hat sie aber noch immer keine konkrete Spur.
© Laura Hindelang / stern.de
Im Alter von neun Jahren erfuhr Christiane Dollmann, dass sie durch eine Samenspende gezeugt wurde. Die jahrelange Suche nach ihrem genetischen Vater ist bis heute erfolglos geblieben. Damit fehlt ihr ein wichtiges Puzzleteil der eigenen Persönlichkeit.

Mit einem prustenden Geräusch lässt die dreijährige Cleo die Luft aus den aufgeblasenen Backen entweichen. Doch die weißen Schirme der Pusteblume lösen sich nicht. Christiane Dollmann streicht ihrer Tochter durch das feine, blonde Haar. "Die Blume ist nass, deshalb geht es nicht", erklärt sie. Cleo und ihre Mutter haben das gleiche Lächeln, die gleiche Augenfarbe, beide wirken fröhlich und lebhaft. "Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel sie von mir hat", sagt die 37-Jährige. Aber auch ihren Mann, Cleos Papa, sieht sie in der Tochter. Christiane Dollmann selbst hat ihren Vater nie kennengelernt. Sie ist durch eine Samenspende gezeugt worden.

Im Urlaub erfuhr sie von der Samenspende

Die Suche nach dem Spender, ihrem genetischen Vater, nimmt im Leben der Schauspielerin aus Bad Rappenbau bei Heilbronn bis heute einen wichtigen Platz ein. "Es ist wie ein schwarzes Loch, eine Lücke, ein fehlendes Puzzleteil", beschreibt sie. "Ich will wissen, wer dieser Mensch ist und ihm in die Augen schauen." Bevor sie Nachforschungen über den Unbekannten angestellt hat, hielt sie ihre Abstammungsgeschichte jahrelang unter Verschluss. 

"Ich bin in einer sehr liebevollen, sehr offenen Familie groß geworden", erzählt die 37-Jährige bei einem Kaffee. Die Mutter und ihr sozialer Vater – der Mann, mit dem sie aufgewachsen ist – zählen noch immer zu den wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Daran hat auch der Tag, an dem sie von ihrer Zeugung erfahren hat, nichts geändert. Damals war die Familie im Sizilien-Urlaub. Am Strand hätten sie sich in ein Tretboot gesetzt. Was der Vater dann zu ihr sagte, hat sich tief in ihr Bewusstsein eingebrannt: "Chrissi, ich sag dir jetzt was, aber ich möchte nicht, dass sich unsere Beziehung dadurch ändert. Du bist durch eine künstliche Befruchtung entstanden." Für ein paar Augenblicke herrscht Stille. "Dann habe ich erst mal sehr große Augen gemacht."

Christiane Dollmann als Kleinkind am Klavier
Christiane Dollmanns Familie ist musikbegeistert. Im Kindesalter lernte sie bereits mehrere Instrumente und fand Gefallen am Singen
© Privat

Nach einer Studie des DI-Netzes, ein Verein für Familien nach der Samenspende, kommen in Deutschland jährlich etwa 1200 Kinder durch eine Samenspende zur Welt. 1970 hat der Deutsche Ärztetag die Samenvermittlung offiziell zugelassen. Seitdem, so schätzt Fortpflanzungsmediziner Thomas Katzorke, sind mehr als 125.000 Personen durch eine Samenspende gezeugt worden. Die künstliche Befruchtung ist bei alleinstehenden Frauen, lesbischen Paaren und Paaren, bei denen der Mann zeugungsunfähig ist, zu einer populären Methode der Familiengründung geworden.

Genetische Herkunft als wesentlicher Bestandteil der Identität

Allerdings werden nur etwa der 30 Prozent der "Spenderkinder" von den Eltern über die Zeugung aufgeklärt. Das Schweigen der Eltern hat mehrere Gründe. "Die größten Bedenken lassen sich mit dem Wort 'Angst' umschreiben", erklärt Petra Thorn, Familientherapeutin mit Schwerpunkt Kinderwunschberatung. Eltern geben an, die Familie schützen zu wollen. Sie befürchten soziale und psychologische Probleme für das Kind, ablehnende Reaktionen aus dem Umfeld oder dass der Nachwuchs den sozialen Vater ablehnen könne.

Viele Eltern glauben, dass die Entstehungsgeschichte nicht wichtig sei für das Kind. Eine Fehleinschätzung, wie Entwicklungspsychologen mittlerweile wissen. Mehrere Studien haben bestätigt, dass die genetische Herkunft eine existenzielle Rolle für den Menschen spielt. Sie gilt nach den psychologischen Erkenntnissen als wesentlicher Bestandteil des Fundaments, auf dem eine Person ihre Identität aufbaut.

Deshalb sollten Eltern den Nachwuchs bereits im Kindergartenalter aufklären. "Für Kinder ist dieser Zeitpunkt am einfachsten, weil sie es dann lückenlos in ihr Selbstbild integrieren können", erläutert Petra Thorn. Die Kinder wachsen mit dem Wissen um die Familienbildung auf, was eine kontinuierliche Identitätsentwicklung ermögliche. "So kann es später nicht zu einer traumatisierenden Situation kommen, wenn Kinder ein bereits gefestigtes Bild von ihrer Familie plötzlich ändern müssen", sagt die Expertin. Christiane Dollmann war neun Jahre, als der Vater sie aufklärte. Wieso er genau diesen Zeitpunkt für das Gespräch ausgewählt hat, kann er sich und ihr bis heute nicht erklären.

"Nachts habe ich in mein Kissen geweint"

Die Schauspielerin hat ihr altes Tagebuch mitgebracht. Auf fein säuberlichen, mit einem Bleistift gezogenen Linien hat sie ihre Erlebnisse aus der Kindheit festgehalten. Sie sei schon damals ein optimistischer Mensch gewesen, der Sorgen eher verdrängt. Deshalb habe sie ihre Entstehungsgeschichte beiseite geschoben. Im entsprechenden Tagebuch-Eintrag ist das Gespräch "nur einen Halbsatz wert gewesen", sagt sie und liest vor: "Am Strand erklärte Dad mir, dass ich durch eine künstliche Befruchtung zur Welt kam und wir spielten mit Marco Fußball." 

Trotzdem hat der Satz des Vaters in ihr ein Gefühlschaos ausgelöst. Bei dem Wort "künstlich" habe sie sich wie ein Alien gefühlt. "Nachts habe ich dann in mein Kissen geweint", erinnert sie sich. Ein Gefühl von Hilflosigkeit überrannte sie. Einige Zeit habe es in ihrem Inneren noch gewühlt, "aber dann war es in meinem Leben kein Thema mehr", erzählt sie. Auch im Familienalltag ist das Thema nach dem Urlaub nicht mehr zur Sprache gekommen.

Schauspielerin Christiane Dollmann
Nachdem Christiane Dollmann von ihrer Zeugung erfahren hatte, wollte sie erst einmal nichts mehr davon wissen und behielt es als Geheimnis für sich
© Privat

Wahrscheinlich auch deshalb, weil der Vater Probleme hatte, offen mit der Samenspende umzugehen. "Er wird sein Leben lang hinterfragen, ob es richtig war", vermutet die Schwäbin. Zudem glaubt sie, dass die Diagnose "Zeugungsunfähigkeit" für Männer mit Kinderwunsch "nicht ganz einfach zu verdauen ist". 

Dem stimmt Familientherapeutin Thorn zu. Zeugungsunfähigkeit sei ein mit Stigmata behaftetes Thema, das das Selbstwertgefühl des Mannes beeinträchtigen kann. Die Zeit, die es braucht, dies zu akzeptieren, vergleicht die Expertin mit einem Trauerprozess. "Man muss Abschied davon nehmen, dass man ein Kind zeugen kann." Erst dann könne der Mann alternative Methoden in Betracht ziehen und lernen, offen mit diesen Themen umzugehen. "Eltern, die ihre Kinder früh aufklären, sind froh, dieses heikle Thema angesprochen zu haben. Das ist eine große Entlastung", erklärt Petra Thorn.

Anonymität war Bestandteil des "Geschäftsmodells"

Zwar wusste Christiane Dollmann früh über ihre Entstehungsgeschichte Bescheid, aber das Interesse für den Samenspender kam erst in der Pubertät auf. Ganz vorsichtig habe sie ihre Eltern nochmal darauf angesprochen. Zusammen hätten sie die Unterlagen der Behandlung rausgesucht, doch "die Informationen waren verschwindend gering". Es gab nur ein Datum und einen Ort: Christiane Dollmann wurde am ersten Oktober 1983 im Kinderwunschzentrum in Wiesbaden gezeugt. Die Eltern fragten beim Arzt nach, der die Samenspende durchgeführt hatte. "Es kam die Antwort, dass es keinerlei Akten mehr gebe", erzählt die Schwäbin.

Über Jahre hinweg war es unter Reproduktionsmedizinern gängige Praxis, den Spendern Anonymität zuzusichern, obwohl dies faktisch nie erlaubt war. Schon 1970 stellt der Justiziar der Bundesärztekammer fest, dass das entstehende Kind das Recht habe, die Identität des genetischen Vaters zu erfahren. 1989 hat das Bundesverfassungsgericht das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung anerkannt. Seine genetische Herkunft zu kennen, ist damit Teil des Persönlichkeitsrechts geworden, das wiederum im Grundgesetz verankert ist. Trotzdem blieb Anonymität weiterhin ein fester Bestandteil des "Geschäftsmodells".

Sportler, Schauspieler, Südländer?

Für die Behandlungsunterlagen bestand damals eine Aufhebungspflicht von zehn Jahren. Wenn Familien Auskunft von Medizinern fordern, behaupten diese meist, die Daten vernichtet zu haben. Die Papiere seien dem Reißwolf, einem Feuer oder einem Wasserschaden zum Opfer gefallen, heißt es dann. Dadurch "werden Kinder bis heute auf ihre Ohnmacht zurückgeworfen", stellt Helga Müller, Rechtsanwältin für Familienrecht, fest. Genauso fühlte sich Christiane Dollmann, als sie selbst mit dem Arzt telefonierte. "Ich hatte einen riesigen Fragenkatalog", erinnert sie sich. "Aber ich bin vor den Kopf gestoßen worden und habe keine Antworten bekommen." Sie habe lediglich erfahren, dass die Klinik viele Spender über Aushänge an Universitäten, vorwiegend in medizinischen Fakultäten, angeworben hätte – keine Anhaltspunkte, die sie auf der Suche weiterbringen würden.

Christiane Dollmann lehnt an einer Wand
Christiane Dollmann sieht ihrer Mutter ähnlich. Von ihrem genetischen Vater hat sie eher Wesenszüge im Kopf, als eine Vorstellung von seinem Aussehen
© Privat

Vom genetischen Vater hat sie kein genaues Bild im Kopf. "Nur von seinen Wesenszügen", erzählt Christiane Dollmann. Eine Vorstellung von seinem Aussehen hat sie hingegen nicht. Die Schwäbin habe ohnehin die meisten äußerlichen Merkmale von der Mutter geerbt. Die schlanke, feenhafte Statur, die Gesichtszüge, ihre prägnante Nase. Im Gegensatz zur Mutter und ihrem sozialen Vater sei sie hingegen sehr sportlich. "Und ich bin sonnensüchtig, ich liebe warme Länder", fügt sie hinzu. "Deshalb habe ich manchmal gedacht, er könnte Sportler sein oder vielleicht auch Schauspieler oder aus dem Süden stammen", zählt sie auf. "Es brennt wirklich in mir zu wissen, wer dieser Mensch ist", sagt die 37-Jährige.

Neugier treibt die Suche an

Die große Mehrheit der "Spenderkinder" – etwa 80 Prozent – die ihre Entstehungsgeschichte kennen, machen sich im Laufe des Lebens auf die Suche nach dem genetischen Vater. Genau wie bei Christiane Dollmann treibt in erster Linie Neugier die Suche an. "Sie wollen wissen, wo sie herkommen, Fragen stellen, medizinische Angelegenheiten klären, Halbgeschwister kennenlernen, sich vergleichen", zählt Familientherapeutin Thorn auf.

Letzterer Aspekt – den Spender zu treffen und zu sehen, woher die vererbten Anlagen kommen – sei für viele Kinder essenziell für die Bildung der persönlichen Identität. Indem sie mehr über ihren Erzeuger erfahren, hoffen "Spenderkinder", mehr über sich selbst zu erfahren.

Christiane Dollmann nutzte einen TV-Auftritt zum Thema Samenspende, um mit ihrer Geschichte erstmals an die Öffentlichkeit zu gehen. "Ich hatte Schweißhände wie vor keinem anderen Dreh", erinnert sie sich. Zuvor hatte sie die Eltern um Einverständnis gebeten. "Mein Dad wird immer mein Dad bleiben", stellt die Schwäbin klar.

"Studien haben gezeigt, dass die Bindung zwischen Kind und sozialem Elternteil genauso stabil ist, wie zwischen Kind und genetischem Elternteil", erläutert Petra Thorn. Den TV-Auftritt bezeichnet Christiane Dollmann im Nachhinein als "das Beste, was mir passieren konnte". Bis zu dem Zeitpunkt wusste niemand aus ihrem Freundeskreis von ihrer Zeugungsgeschichte. Die Schauspielerin hatte Angst, dass man sich von ihr abwenden oder plötzlich anders über sie denken würde. Das Gegenteil war der Fall. Freunde hätten ihren Mut bewundert und sich verständnisvoll gezeigt.

Halbgeschwister und Hoffnungsschimmer 

Nachdem die Sendung gelaufen war, nahmen etliche Menschen mit ihr Kontakt auf. Der Vater war zwar nicht darunter, dafür aber einige hilfreiche Hinweise für die weitere Spurensuche. Den Schritt, der sie tatsächlich weiterbrachte, fand sie allerdings auf der Internetseite des Vereins "Spenderkinder", einem Zusammenschluss von mehr als 200 durch Samenspende gezeugte Personen. Unter anderem setzt der Verein sich dafür ein, Paare, die eine Samenspende in Betracht ziehen, aufzuklären und unterstützt die Mitglieder dabei, den genetischen Vater und andere Verwandte zu finden.

Dazu rät die Vereinigung zu einem DNA-Test. Genau das hat Christiane Dollmann getan. Das Ergebnis konnte sie dann in eine zugehörige Datenbank einspeisen. "Das war spannend und aufregend", berichtet sie. Besonders als ihr plötzlich eine Person mit 25 Prozent Überschneidung im Erbgut angezeigt wurde, eine Halbschwester.

Schauspielerin Christiane Dollmann blickt mit ernstem Gesichtsausdruck in die Kamera
Die 37-Jährige fand über eine DNA-Datenbank eine Halbschwester. Diese erfuhr erst nach dem Kontakt zu Christiane, dass sie auch ein "Spenderkind" ist.
© Privat

 "Ich war zittrig am ganzen Körper", erzählt die Schwäbin. Über die Datenbank kontaktierte sie die vermeintliche Halbschwester. Bis diese sich zurückmeldete, vergingen Wochen. Eine Zeit, die sich für Christiane Dollmann anfühlte, wie eine Ewigkeit. "Wenn nach vielen Jahren der Suche plötzlich so ein Strohhalm auftaucht, klammert man sich daran", sagt sie.

Schließlich telefonierten die Frauen. Die Halbschwester habe den DNA-Test zu Weihnachten geschenkt bekommen und aus reiner Neugier gemacht. Bei dem Verwandtschaftsgrad der beiden kamen zwei Möglichkeiten in Betracht. "Entweder hat ihr Vater Samen gespendet und ich bin daraus entstanden oder sie ist ebenfalls ein Spenderkind und wir haben den gleichen Vater", erläutert die 37-Jährige.

Ihre Gesprächspartnerin versicherte ihr, dass sie selbst kein "Spenderkind" sei. "Ich habe meinen Vater gefunden", schoss es Christiane Dollmann durch den Kopf. Ein Hoffnungsschimmer, der bald wieder erlosch. Bei einem klärenden Gespräch hätten die Eltern der Halbschwester offenbart, dass sie ebenfalls ein "Spenderkind" sei. Im Alter von 38 Jahren habe sie somit erfahren, dass der Mann, mit dem sie aufgewachsen war, nicht ihr Vater ist. "Ich hatte wirklich Angst, dass ich etwas kaputt gemacht habe", gesteht die Schauspielerin. Doch die Halbschwester habe ihr mehrfach garantiert, dass das nicht der Fall sei und sie sich keine Vorwürfe machen müsse.

"Ich fühle mich unvollständig"

Nur einen Monat später zeigt die DNA-Datenbank erneut einen Menschen mit 25 Prozent Übereinstimmung – einen Halbbruder. "Jetzt kenne ich schon zwei Menschen, die auch von diesem Fragezeichen kommen", sagt Christiane Dollmann. Der Mann, ein Zahnarzt aus der Schweiz, sucht ebenfalls nach seinem Vater. Die beiden haben geplant, sich bei einem persönlichen Treffen über ihre jeweilige Spurensuche auszutauschen – und so "das schwarze Loch" zumindest ein Stück weit zu füllen. 

Die 37-Jährige wünscht sich, dass ihre Eltern bedacht hätten, dass sie sich auf die Suche nach dem genetischen Elternteil machen könnte, dass sie die Daten des Spenders festgehalten und die Unterlagen parat gehabt hätten. Nicht alle Kinder haben laut Familientherapeutin Thorn Interesse daran, den genetischen Elternteil kennenzulernen. Für die Eltern sei es aber in jedem Fall wichtig, "dass sie offen damit umgehen und dem Kind die Entscheidung überlassen, welche Bedeutung sie dem Spender beimessen." 

Die Suche hat sich für Kinder, die seit dem ersten Juli 2018 durch eine Samenspende gezeugt worden sind, deutlich vereinfacht. Mit einem neuen Gesetz hat die Regierung ein zentrales Samenspenderegister auf den Weg gebracht. Dort werden die personenbezogenen Daten des Spenders und der Empfängerin eingetragen und für 110 Jahre gespeichert. Seitdem können "Spenderkinder" problemlos die Identität des Vaters erfahren. Für diejenigen, die vor Juli 2018 zur Welt gekommen sind, bleibt der Auskunftsanspruch oft weiter nicht mehr als das. Juristische Verfahren sind lang, aufwendig und – wenn der Arzt auf vernichteten Daten beharrt –­ meist nicht von Erfolg gekrönt.

Ganz viele Liebe für den Unbekannten

Wie die Eltern mit dem Thema umgehen, bleibt ihnen selbst überlassen. "Jeder, der eine Samenspende in Betracht zieht, sollte sich bewusst machen, dass ein eigenständiges Lebewesen entsteht, mit dem Wunsch, zu wissen, woher es kommt", findet Christiane Dollmann. Grundsätzlich befürwortet sie die Möglichkeit einer Samenspende. "Sonst gebe es mich nicht – das ist so undenkbar", sagt sie. Die Schauspielerin bezeichnet sich als glücklichen und lebensfrohen Menschen.

Christiane Dollmann blickt über ihre Schulter und lächelt
Der Begegnung mit ihrem genetischen Vater sieht Christiane Dollmann mit freudiger Erwartung entgegen
© Privat

Einer Begegnung mit dem genetischen Vater sieht sie mit freudiger Erwartung entgegen. "Da ist so eine große Lust und ganz viel Liebe", beschreibt sie die Gefühle für den unbekannten Mann. "Vielleicht bin ich am Ende auch enttäuscht und dieser Mensch wird mir immer fremd bleiben", räumt sie ein. Sie fügt hinzu: "Ich würde ihm auch gern Danke sagen." Dafür, dass sie auf der Welt ist und mittlerweile selbst eine glückliche Familie gründen konnte.

"Hallo, meine Große!", ruft Christiane Dollmann der dreijährigen Cleo entgegenm die sie aus der Kita abholt. Sie bückt sich, breitet die Arme aus, dann wirft sich Cleo in ihre Arme. Christiane Dollmann pflückt eine weitere Pusteblume und reicht sie der Tochter. "Versuchen wir es mal mit dieser hier", sagt sie. Gemeinsam pusten die beiden los.

Quellen: Bundesgesundheitsministerium, "Children and Society", "Das Recht auf Kenntnis der Abstammung" in "Assistierte Reproduktion mit Hilfe Dritter", "Deutsche Samenbanken – Ergebnisse von drei Umfragen des DI-Netzes“ in "Assistierte Reproduktion mit Hilfe Dritter", DI-Netz e. V.,, "Familiengründung zu dritt – psychologische und ethische Aspekte. Der Verein Spenderkinder" in "Assistierte Reproduktion mit Hilfe Dritter", "Human Reproduction" (I), "Human Reproduction" (II), "Human Reproduction" (III), "Human Reproduction" (IV), "Human Reproduction" (V), "Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie", "Journal of Marriage and Family", "Spenderwahl und Wahrnehmung des Samenspenders durch Eltern vor und nach Donogener Insemination" "Assistierte Reproduktion mit Hilfe Dritter", "The Psychology of Donor Insemination", Verein "Spenderkinder" (I), Verein "Spenderkinder" (II)

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