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Obst im Greenpeace-Test: Deutsche Äpfel sind voller Pestizide

Obst hat eigentlich den Ruf, gesund zu sein. Greenpeace warnt nun in einem Bericht, dass viele Äpfel mehrere Pestizide enthalten.

In fast 90 % der getesteten Äpfel konnte Greenpeace Rückstände von Pestiziden nachweisen. Das ist nicht überraschend, denn Äpfel werden sehr häufig gespritzt.

In fast 90 % der getesteten Äpfel konnte Greenpeace Rückstände von Pestiziden nachweisen. Das ist nicht überraschend, denn Äpfel werden sehr häufig gespritzt.

Der Apfel ist das beliebteste Obst der Deutschen. Doch was unter der Schale steckt, ist alles andere als appetitlich. In Deutschland werden Äpfel sehr intensiv mit Pestiziden behandelt. Deutlich mehr noch als andere Kulturpflanzen wie z.B. Mais. Durchschnittlich 21 Mal werden Äpfel pro Jahr gespritzt, häufig mit mehreren Wirkstoffen gleichzeitig.

Greenpeace testete daher 126 Proben aus ganz Europa, davon 39 aus Deutschland, auf Rückstände der verwendeten Pestizide. Die Äpfel wurden in neun großen Supermärkten und Discountern gekauft und auch wenn die deutschen Äpfel nicht stärker belastet sind als der europäische Durchschnitt, ist das Ergebnis erschreckend: In 88 Prozent der Proben konnten Pestizide nachgewiesen werden. Während in keiner der Bio-Äpfel Rückstände gefunden wurden, war dies nur bei vier der 33 Früchte aus konventionellem Anbau der Fall.

Zwar lagen alle gemessenen Werte unter den zulässigen Höchstmengen. Doch die gesetzliche Grenzwerte gelten nur für einzelne Substanzen, wie viele Wirkstoffe benutzt werden und die erlaubte Belastungen dadurch ist nicht geregelt. Deren Wechselwirkungen sind jedoch weitgehend unbekannt. Insgesamt testete die Organisation ihre Proben auf über 500 verschiedene Wirkstoffe, 18 davon konnten in den Äpfeln nachgewiesen werden. Den Rekord unter den deutschen Äpfeln hielt ein Exemplar, das sieben Wirkstoffe auf einmal aufwies. Einige der Stoffe, die in den Äpfeln gefunden wurden, stehen im Verdacht, krebserregend oder schädlich für die Fortpflanzung und Entwicklung zu sein. Eine akute Gefahr für den Konsumenten geht von diesen Früchten jedoch nicht aus, dafür sind die Konzentrationen zu gering.

Ökologischer Anbau als Alternative

Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace, fordert trotzdem: "Handel, Politik und Erzeuger müssen gemeinsam erreichen, dass die Anwendung von Giften reduziert wird." Denn auch wenn viele Stoffe, die zur Behandlung der Äpfel genutzt werden, später nicht mehr oder nur in geringen Konzentrationen im Endprodukt zu finden sind, gelangen sie während der Produktion in die Natur - und damit in die Nahrungskette.

Einige der Pestizide sind bekannt dafür, sehr lange in der Umwelt zu überdauern, andere reichern sich in Organismen an oder sind extrem schädlich für Bienen und andere Insekten. Die Folgen für die Natur sind nicht abzusehen. "Wir brauchen dringend einen Wandel und eine andere Landwirtschaft", sagt Huxdorff. Greenpeace fordert daher von der Politik höhere Steuern auf Pestizide, ein sofortiges Verbot von besonders schädlichen Giften und eine stärkere Förderung der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland.

vs

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