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Weltberühmte Uniklinik Arbeitskampf in der Charité: Tausende Ärzte sollen die Arbeit niederlegen

Demonstration von Ärzten der Charite im Jahr 2005
In der Zahnklinik der Charité Berlin wird ein Patient behandelt. Die Universitätsklinik hat rund 21.000 Mitarbeiter und zählt damit zu den größten Arbeitgebern Berlins.
© Götz Schleser / Imago Images
In der Charité wird gestreikt: Für den kommenden Mittwoch sind rund 2700 Ärztinnen und Ärzte dazu aufgerufen, an einem Warmstreik teilzunehmen. Es geht nicht nur um die Gehälter in dem berühmten Berliner Krankenhaus.

Berlins berühmter Universitätsklinik Charité steht ein eintägiger Warnstreik von Ärzten ins Haus. Nach mehreren Verhandlungsrunden zur Weiterentwicklung eines Haustarifvertrags hat die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund für den 5. Oktober zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, wie der Landesverband Berlin/Brandenburg am Montag mitteilte. "Unsere Mitglieder an der Charité erwarten eine substanzielle Verbesserung ihrer Arbeitssituation und eine ihren Leistungen entsprechende Vergütung", teilte Vorstandschef Peter Bobbert dazu mit. Das bisherige Angebot der Charité sei "völlig unzureichend". Kürzlich hatte bereits der "Tagesspiegel" über den geplanten Warnstreik berichtet.

Ein Notdienst wird nach Gewerkschaftsangaben sichergestellt. Der Warnstreik-Aufruf erstrecke sich auf die rund 2700 Ärztinnen und Ärzte an den Standorten in Mitte, Wedding und Steglitz. Laut Gewerkschaft ist es seit mehr als 15 Jahren das erste Mal, dass Ärzte an Europas größter Universitätsklinik in den Ausstand gehen. Pflegekräfte hingegen hatten wiederholt auf diese Weise protestiert.

Ärztinnen und der Charité fordern deutliche Lohnerhöhungen – unter anderem

Ein Charité-Sprecher teilte auf Anfrage mit, dass sich die Verhandlungen durch eine Vielzahl an Themen "sehr komplex, aber konstruktiv" gestalteten. Angestrebt werde eine gute Lösung für alle Seiten. Die Charité habe ein "differenziertes Paket mit Angeboten zu Arbeitszeit und Entlastung, Fort- und Weiterbildung, Entbürokratisierung und Gleichstellung" vorgelegt.

Zu den Kernforderungen der Gewerkschaft zählen eine lineare Erhöhung beim Gehalt um 6,9 Prozent, zusätzliche Vergütungsstufen für Fach- und Oberärzte und verlässlichere Dienstpläne. Außerdem sollen maximal vier Bereitschaftsdienste pro Monat geleistet werden müssen und gestaffelte Zuschläge für kurzfristiges Einspringen gezahlt werden. Verwiesen wird auch auf die hohen Belastungen im Zuge der Pandemie. Die Charité zählt mit konzernweit rund 21.000 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern Berlins.

anb dpa

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