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Corona-Pandemie Forscher schätzen, dass "Herdenimmunität" erst in vielen Jahren erreicht sein wird

Helge Braun im Uniklinikum Gießen und Marburg
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, Kanzleramtschef Helge Braun, Hessen Sozialminister Kai Klose und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (v.Mitte l.) auf der Intensivstationn des Uniklinikums Gießen und Marburg
© Frank Rumpenhorst / DPA
Wenn es nach der Forschung geht, müssen sich die Bürger noch lange einschränken. Selbst "optimistischen Schätzungen" zufolge würde das Erreichen einer "Herdenimmunität" Jahre brauchen, heißt es in einer Stellungnahme führender Institute.

Führende deutsche Forscher sind sich einig, dass eine konsequente Eindämmung des Coronavirus aus epidemiologischer Sicht im Moment die "einzig sinnvolle Strategie" ist. "Das Erreichen einer "Herdenimmunität" würde nach den bisher vorliegenden Daten einen Zeitraum von einigen Jahren erfordern, wenn das Gesundheitssystem nicht überlastet werden soll", heißt es in einer Stellungnahme der Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft und der Leibniz-Gemeinschaft.

Corona-Maßnahmen über langen Zeitraum

"Unsere Modelle stimmen darin überein, dass sich dies selbst bei optimistischen Schätzungen der Dunkelziffer über Jahre hinziehen und viele Tote erfordern würde", so die Experten. Daher müssten einschränkende Maßnahmen auch bei einem solchen Weg über den gesamten Zeitraum aufrechterhalten werden, betonen sie. Zudem sei nicht bekannt, wie lange Personen nach einer Infektion immun sind.

Daher schlagen die Fachleute auf Basis von mathematischen Analysen der Datenlage vor, zunächst die Neuinfektionen weiter soweit zu reduzieren, bis eine effektive Kontaktverfolgung möglich ist. Unter anderem sollten zudem Testkapazitäten, aber auch die Möglichkeiten der Rückverfolgung (Tracing) ausgebaut werden. Auf Basis gezielter Querschnittstests vor allem in Bereichen mit erhöhtem Infektionsrisiko könnte eine Frühwarn-Infrastruktur etabliert werden.

Für die langfristige Bewältigung der Corona-Pandemie seien auch neue medizinische Erkenntnisse und pharmazeutische Entwicklungen entscheidend. "Die hier vorgeschlagene Strategie muss angepasst werden, sobald neue Erkenntnisse dies ermöglichen oder ein Impfstoff zur Verfügung steht", heißt es in dem Strategiepapier weiter.

nik DPA

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