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Hygiene in der Coronakrise: Kostenlose Duschen: Hallenbad öffnet seine Türen für Obdachlose

Eigentlich haben alle Schwimmbäder in Hamburg wegen der Coronakrise geschlossen. Ein Hallenbad öffnet nun seine Türen für Obdachlose.

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Es wird immer wieder darauf hingewiesen: Regelmäßiges Händewaschen und auch eine generell gute Hygiene sind wichtig, um sich und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Was aber machen jene, die ohnehin eingeschränkten Zugang zu Sanitäranlagen haben? Die in diesen Tagen nicht zu Hause bleiben können – weil sie kein Zuhause haben? 

Der Hamburger Schwimmbadbetreiber Bäderland bietet Obdachlosen ab sofort im Hallenbad St. Pauli eine Möglichkeit zum Duschen an. Das Bad ist, wie alle anderen Schwimmbäder der Hansestadt auch, eigentlich wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen. Menschen ohne festen Wohnsitz können jedoch montags, mittwochs und samstags in der Zeit von 10 bis 14 Uhr kostenfrei die Duschen des Schwimmbads neben dem Millerntorstadion benutzen. 

Kooperation von Behörde, Betreiber und Hilfsorganisation

Die Aktion wird durch eine Kooperation der Hamburger Sozialbehörde, Bäderland und der Non-Profit-Organisatino GoBanyo ermöglicht. Letztere betreibt in Hamburg bereits unter dem Motto "Waschen ist Würde" einen Duschbus für Obdachlose. "Hamburg hält zusammen. Dank der Kooperation mit Bäderland und den Engagierten des Duschbusses konnten wir eine schnelle, unkomplizierte Hilfe organisieren", wird Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard in einer Pressemitteilung zitiert. Bäderland-Geschäftsführer Dirk Schumaier ergänzt: "Wir hoffen, dass wir mit diesem Beitrag die Sorgen und Nöte einiger von dieser Krisensituation besonders betroffenen Menschen in Hamburg lindern können".

Auch der Duschbus steht in Coronazeiten weiterhin zur Verfügung

Auch GoBanyo-Chef Christian Poelmann zeigte sich erfreut: "Wir freuen uns durch diese Kooperation 50 Duschen pro Woche für Menschen anbieten zu können, die derzeit von Obdachlosigkeit betroffen sind", wird er zitiert. Die Aktion sei der Anfang auf dem Weg zu einem möglichst umfassenden Zugang zu Sanitäranlagen, sagt er weiter.

An zweien der Tage, an denen das Bad nicht zum Duschen geöffnet ist, nämlich Donnerstag und Sonntag, steht übrigens laut GoBanyo-Webseite weiterhin der Duschbus zur Verfügung.

Einer Studie im Auftrag der Sozialbehörde zufolge leben in Hamburg mindestens 1910 Obdachlose. Die tatsächliche Zahl, so heißt es in derselben Untersuchung, dürfte allerdings höher sein.

Quellen: Bäderland (Facebook), Hamburger Sozialbehörde, GoBanyo, Studie zu Obdachlosen in Hamburg

Wenn Sie weitere Beispiele von Solidarität in Zeiten der Coronavirus-Krise kennen, senden Sie uns gerne eine E-Mail mit einer kurzen Beschreibung des Projekts samt Ort und Ansprechpartner an coronahilfe@stern.de.

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