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Lungenkrankheit: Sind Pakete aus China jetzt gefährlich? WHO räumt mit Mythen rund um das Coronavirus auf

Das Coronavirus breitet sich weiter aus – und mit ihm unseriöse Falschmeldungen im Netz. Die Weltgesundheitsorganisation WHO versucht, die größten Irrtümer aus der Welt zu schaffen und setzt dort an, wo sich Falschmeldungen besonders schnell verbreiten. 

Coronavirus: WHO startet Infokampagne

Hongkong, China: Menschen tragen Mundschutzmasken, um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Der Nutzen dieser Masken ist jedoch umstritten. 

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877 Millionen Suchergebnisse. Das bekommen User angezeigt, wenn sie das Wort "Coronavirus" in die Suchleiste von Google eintippen und auf Enter drücken. Darunter sind seriöse Treffer wie Seiten von Gesundheitsbehörden. Aber auch eine Flut manipulierter oder gefälschter Informationen. Längst haben auch Kriminelle entdeckt: Wer mit den Ängsten von Menschen spielt und bewusst Falschmeldungen in Umlauf bringt, kann im Netz gutes Geld verdienen. Oder zumindest die öffentliche Debatte geschickt für seine Zwecke manipulieren. Auf das Thema Coronavirus trifft beides zu. 

Eine Kampagne der Weltgesundheitsorganisation WHO zeigt, wie absurd einige Meldungen sind, die derzeit im Netz kursieren. Mit Infokacheln räumen die Experten mit Mythen rund um den Erreger auf. Die Kampagne setzt dort an, wo sich Falschmeldungen besonders rasant verbreiten: in den sozialen Medien. Darunter die Fragen: Hilft Knoblauch gegen das Coronavirus? Und: Kann ich mich schützen, indem ich Sesamöl auf die Nase auftrage? In beiden Fällen lautet die Antwort: Nein. Auch der Rauch von Feuerwerk oder Nasenspülungen mit Kochsalzlösung helfen nicht gegen das Virus, schreibt die WHO.

Coronavirus: Falschmeldungen schüren Ängste

Die Kampagne soll den Falschmeldungen gesicherte Fakten gegenüberstellen und so zur seriösen Aufklärung beitragen. Der Ausbruch des Erregers habe zu einer "massiven Infodemie" - einer massiven Überschwemmung mit Informationen, beklagt die WHO in einer Mitteilung. Die Flut an Informationen mache es schwer, "vertrauenswürdige und zuverlässige Quellen zu finden". Die Folge: Viele Menschen können nicht mehr zwischen Mythen und Fakten unterscheiden. Das wiederum schürt Ängste, die oftmals unbegründet sind. 

Für Verunsicherung sorgt etwa die Frage, ob es sicher sei, Pakete und Briefe aus China anzunehmen. Die WHO nahm sich des Themas an und kam zu dem Schluss: "Ja, es ist sicher. Personen, die Pakete aus China erhalten, sind nicht gefährdet, sich mit dem neuen Coronavirus anzustecken. Aus früheren Analysen wissen wir, dass Coronaviren auf Gegenständen wie Briefen oder Paketen nicht lange überleben."

Erreger braucht eigenen Impfstoff

Bereits bestehende Impfstoffe würden nicht vor dem Erreger schützen. "Das Virus ist so neu und andersartig, dass es einen eigenen Impfstoff benötigt. Forscher versuchen derzeit, einen Impfstoff gegen 2019-nCoV zu entwickeln, und die WHO unterstützt ihre Bemühungen."

Aus Angst vor Ansteckung benutzen viele Menschen in China derzeit einen Mundschutz

Bis es soweit ist, rät die WHO zu Hygienemaßnahmen, die jeder treffen kann und die auch angesichts der aktuellen Grippewelle in Deutschland sinnvoll sind. Dazu zählt: regelmäßiges Händewaschen mit Seife, nur in Armbeuge husten und niesen und sich von Menschen fernhalten, die offensichtlich erkrankt sind.

Das Coronavirus war Ende Dezember 2019 zuerst in der chinesischen Metropole Wuhan aufgetreten und hat sich seitdem rasant verbreitet. Die chinesischen Behörden melden mittlerweile rund 16.500 Erkrankte, 360 Menschen starben. Auch in anderen Ländern wurden Krankheitsfälle gemeldet, wenn auch auf niedrigem Niveau. In Deutschland gibt es zehn gemeldete Infektionen mit dem Coronavirus.

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