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News zur Corona-Pandemie Astrazeneca kooperiert mit deutscher Firma bei Impfstoff-Produktion

Eilmeldung
In Spanien Astrazeneca-Impfungen nur für unter 55-Jährige +++Biontech startet Impfstoffproduktion in Marburg +++ RKI meldet 8072 Neuinfektionen – Fälle aus NRW nachgemeldet +++ Die News zur Coronavirus-Pandemie im stern-Ticker.

Friseurhandwerk zur Öffnung: Eine ganze Branche atmet auf

Das Friseurhandwerk hat mit großer Erleichterung auf die von Bund und Ländern beschlossene Öffnung von Friseursalons am 1. März reagiert. "Eine ganze Branche atmet auf, endlich haben wir eine Perspektive und Planungssicherheit", erklärte Harald Esser, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks, am Mittwochabend. Für viele Inhaber der 80.000 Salons in Deutschland seien die Wochen der Schließung existenzbedrohend. Angesichts des Infektionsgeschehens sei es elementar, Arbeitsschutzstandards- und Hygieneregeln in den Salons einzuhalten.

Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes, Jörg Müller, sagte der Deutschen Presse-Agentur, wäre es nicht zu einer Öffnung am 1. März gekommen, wäre es für viele Betriebe wirtschaftlich sehr eng geworden.

Friseure hatten zuvor Alarm geschlagen angesichts der wochenlangen Schließungen. Die Stimmung sei überaus angespannt, hatte Müller der dpa gesagt. "Vor allem unter dem Gesichtspunkt der Pandemiebekämpfung ist die Schwarzarbeit in unserem Handwerk zwischenzeitlich zu einem wohl echten Problem geworden." 

Alles zu den Beschlüssen von Bund und Ländern können Sie in unserem Liveblog nachlesen:

Ausgangsbeschränkung auf Norderney wegen hoher Corona-Fallzahlen

Wegen steigender Corona-Zahlen ist eine nächtliche Ausgangsbeschränkung auf der Nordsee-Insel Norderney verhängt worden. Zwischen 21.00 und 5.00 Uhr dürfe die eigene Wohnung nur noch aus einem triftigen Grund verlassen werden, beispielsweise bei medizinischen Notfällen, teilte der Landkreis Aurich am Mittwochabend mit. Zudem dürfen sich die Inselbewohner in der Öffentlichkeit wie im privaten Raum nur noch allein oder mit Angehörigen ihres eigenen Hausstandes aufhalten. Den Schulen wurde der Präsenzunterricht verboten.

Seit einigen Tagen explodieren die Fallzahlen auf der ostfriesischen Insel mit rund 6000 Einwohnern. Der Landkreis meldete am Mittwoch 43 Corona-Fälle auf Norderney. Sechs Menschen seien im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Am Dienstag war dort erstmals auch die britische Virusvariante B.1.1.7 nachgewiesen worden. Mehrere Infektionen wurden zuletzt in einem Seniorenwohnheim gemeldet.

Anträge auf Überbrückungshilfe III ab sofort möglich

Von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen können ab sofort die so genannte Überbrückungshilfe III beantragen. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums wurde die Antragstellung am Mittwochnachmittag freigeschaltet. Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 750 Millionen Euro, die zwischen November 2020 und Juni 2021 Umsatzeinbußen von mindestens 30 Prozent verzeichnen mussten, erhalten demnach Fixkostenzuschüsse - je nach Umsatzrückgang sind zwischen 40 und 90 Prozent der Fixkosten möglich.

Die staatlichen Hilfen müssen nicht zurückgezahlt werden. Sie sind bei 1,5 Millionen Euro gedeckelt. Ausgezahlt werden sollen die Hilfen durch die Länder ab März, bis dahin gibt es Abschlagszahlungen. Beantragen können die Firmen die Hilfen auf www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

Zuletzt hatte es scharfe Kritik seitens der Unternehmen und ihrer Verbände an der verzögerten Auszahlung der Überbrückungshilfe III gegeben. So wurde aus der Unionsfraktion auch Kritik an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) laut, dessen Ministerium die Hilfen gemeinsam mit dem Finanzministerium koordiniert.

Lindner: Corona-Pläne sind große Enttäuschung

FDP-Chef Christian Lindner hat vor einer Verlängerung der Corona-Maßnahmen bis weit in den März gewarnt. "Jetzt pauschal vier Wochen alles zu verlängern, halten wir für unverhältnismäßig und zu lang", sagte Lindner vor Journalisten im Bundestag. "Öffnungsorgien erwartet niemand, aber alle erwarten eine Perspektive", sagte Lindner. Die Runde der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) werde den eigenen Anforderungen nicht gerechnet. "Man kann sagen, dass bei dieser Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin die Überschrift 'Weiter so' ist. In der jetzigen Situation, angesichts der enormen sozialen und wirtschaftlichen Schäden in unserem Land, ist 'Weiter so' aber zu wenig", sagte Lindner und sprach von einer "großen Enttäuschung". Er bekräftigte die Forderung nach dem flächendeckenden Einsatz technischer Mittel wie Raumluftfilter und Schutzmasken sowie nach einem Stufenplan für die Öffnung. Besorgt mache der Umgang mit den Grundrechten in Deutschland.

US-Experten nehmen Angaben zur Rekordzahl von Corona-Toten zurück

US-Experten haben die vergangene Woche gemeldete Rekordzahl von Corona-Toten in den USA wieder zurückgenommen. Ursprünglich hatte die Johns-Hopkins-Universität von 5078 am 4. Februar registrierten Todesfällen gesprochen. Zum Mittwoch wurde die Zahl auf 3768 korrigiert. Der bisherige Höchststand in den USA stammt damit weiterhin vom 12. Januar mit 4432 gemeldeten Todesfällen nach aktualisierten Zahlen. Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen - unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten - nachträglich aktualisiert.

Restaurants und Kneipen bleiben auf Mallorca wegen Corona geschlossen

Trotz einer deutlichen Entspannung der Corona-Lage auf den Balearen müssen die Restaurants, Cafés und Kneipen auf Mallorca und den Nachbarinseln Ibiza und Formentera weiterhin geschlossen bleiben. Die Regionalregierung wollen die meisten der seit dem 13. Januar geltenden Lockdown-Maßnahmen um weitere zwei Wochen bis zum 28. Februar verlängern, wie Medien berichteten. Das habe Tourismusminister Iago Negueruela den Sozialpartnern - Unternehmern und Gewerkschaften - am Mittwoch in Palma mitgeteilt, schrieben die Zeitung "Diario de Mallorca" und andere Medien. Auch Fitnessstudios müssen demnach unter anderem geschlossen bleiben. Zudem bleiben die Bewegungs- und die Versammlungsfreiheit stark eingeschränkt. Lockerungen soll es ab dem Wochenende nur für große innerstädtische Kaufhäuser geben. Sie werden stufenweise und unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen. Der Beschluss soll am Donnerstag verabschiedet werden und am Wochenende in Kraft treten.

Astrazeneca kooperiert mit deutscher Firma bei Impfstoff-Produktion

Das britisch-schwedische Pharma-Unternehmen Astrazeneca schließt sich bei der Produktion seines Corona-Impfstoffs mit der Dessauer Firma IDT Biologika zusammen. Das teilten beide Unternehmen mit. Laut IDT Biologika soll in "zusätzliche Kapazitäten zur Impfstoffherstellung an seinem Hauptsitz Dessau" investiert werden, wobei Details zu der Zusammenarbeit in den kommenden Wochen festgelegt würden.

Schon mehr als vier Millionen Corona-Infektionen in Russland nachgewiesen

In Russland sind mittlerweile mehr als vier Millionen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Die Regierung listete am Mittwoch bei ihrer täglichen Bilanz insgesamt 4.012.710 Ansteckungen auf. Damit ist Russland nach den USA, Indien und Brasilien das Land mit den höchsten registrierten Infektionszahlen.  Möglicherweise liegen die Zahlen aber noch deutlich höher. Ende Januar hatte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin geschätzt, dass sich allein in der russischen Hauptstadt rund die Hälfte der Bevölkerung und damit sechs Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert hätten. Am Montag teilte die russische Statistikbehörde Rosstat mit, dass zwischen April und Dezember 2020 insgesamt 162.429 Menschen mit einer Corona-Infektion gestorben seien. Mittlerweile haben mehr als 1,7 Millionen Menschen in Russland bereits beide Dosen des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V erhalten. Das teilte nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen der Wissenschaftler Denis Logunow vom Institut Gamaleja mit, das den Impfstoff entwickelt hat. 

Norwegische Grenzen bleiben bis Ende Februar weitgehend dicht

Norwegen verlängert seine aus Corona-Sorgen eingeführten strikten Einreisebeschränkungen bis zum 28. Februar. Das teilte Justizministerin Monica Mæland am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Oslo mit. Durch das Auftreten mutierter Coronavirus-Varianten habe die Pandemie nun eine neue Richtung eingeschlagen, weshalb man nicht zu den vorher geltenden Regelungen an den Grenzen zurückkehren könne. Die Regierung will aber bald eine Ausnahme für bestimmte Betriebe auf den Weg bringen, die Bedarf an Arbeitskräften aus dem Ausland haben. Die norwegische Regierung hatte vor rund zwei Wochen verkündet, dass die Grenzen für praktisch alle Ausländer geschlossen werden, sofern sie keinen festen Wohnsitz in Norwegen haben. Die Maßnahme war zunächst für 14 Tage eingeführt worden, hatte aber auch Auswirkungen auf das Europa-League-Hinspiel der TSG Hoffenheim beim norwegischen Spitzenclub Molde FK am 18. Februar: Statt in Norwegen findet die Partie nun im spanischen Villarreal statt.

Gesundheitsministerium rechnet mit weiteren 13,6 Millonen Impfdosen bis Ende März

Das Bundesgesundheitsministerium erwartet bis Ende März noch die Lieferung von 13,6 Millionen Dosen der drei bisher zugelassenen Impfstoffe gegen das Coronavirus. Bislang wurden 5,3 Millionen Impfdosen geliefert, wie es in einer am Mittwoch veröffentlichten Aufstellung des Bundesgesundheitsministeriums für die Beratungen der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heißt. Die Angaben beziehen sich auf die Angaben der Hersteller. 

Der Auflistung zufolge lagern derzeit noch zwei Millionen Dosen in den Ländern. Insbesondere für die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna werden für die vorgeschriebene zweite Impfung Dosen zurückgestellt – lediglich für das Serum von Astrazeneca empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium dies nicht. Insgesamt wurden nach diesen Daten bislang insgesamt gut 3,3 Millionen Impfungen vorgenommen.

In aktuelleren Angaben des Robert-Koch-Instituts von Mittwochmittag wurde eine Gesamtzahl von bislang gut 3,5 Millionen Impfungen genannt, davon gut 1,1 Millionen Zweitimpfungen. Die Impfquote wurde für die Erstimpfungen hier mit 2,9 Prozent und für die Zweitimpfungen mit 1,3 Prozent der Bevölkerung angegeben. Nach den Angaben des Ministeriums sind in den verbleibenden 50 Tagen des ersten Quartals rechnerisch im Durchschnitt knapp 273.000 Impfungen täglich möglich. Bislang gab es im Schnitt 116.000 Impfungen pro Tag. Beide Zahlen umfassen Erst- und Zweitimpfungen. 

Seoul bietet kostenlose Corona-Tests bei Hunden und Katzen an

Die südkoreanische Hauptstadt Seoul bietet kostenlose Corona-Tests bei Katzen und Hunden von coronainfizierten Haustierbesitzern an. Als erstes Tier sei am Mittwoch ein Spaniel getestet worden, der laut seines Besitzers eine laufende Nase und Fieber habe, teilte die Stadtverwaltung mit. Ein Tierarzt der Stadt in der Nähe des betroffenen Haushalts habe das Tier abgeholt und anschließend getestet. Das Testergebnis lag zunächst nicht vor.

Die Stadt betonte, es gebe keinen Beweis für die Übertragung des Coronavirus von Haustieren auf Menschen. Doch müssten Haustiere, bei denen das Virus nachgewiesen werde, 14 Tage in heimischer Quarantäne verbringen. Erst dann könnten sie wieder ins Freie gelassen werden. Von dem Testangebot für Hunde und Katzen könnten nur Haustierbesitzer Gebrauch machen, die selber infiziert seien, sagte eine Sprecherin.

Südkoreas Regierung hatte in der vergangenen Woche Richtlinien für Virustests bei Haustieren veröffentlicht, nachdem in der südöstlichen Stadt Jinju als erstes Tier im Land eine Katze positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden war. Die Katze gehörte zu einem Haushalt, in dem sich zwei Personen infiziert hatten.

Von der Leyen räumt Versäumnisse bei Impfstoff-Bestellung ein

Wegen des Mangels an Corona-Impfstoff hat die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen im Europaparlament erneut Versäumnisse eingeräumt und Korrekturen angekündigt. So will sie die Zulassung von Impfstoffen beschleunigen und die Produktion in Europa ausbauen. Die AfD forderte den Rücktritt der CDU-Politikerin. Die Linke will einen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Fehler. Alle großen Fraktionen stellten sich aber grundsätzlich hinter die EU-Strategie zur Impfstoffbeschaffung. Von der Leyen wird vor allem in Deutschland heftig kritisiert, weil die EU-Kommission für die Bestellung des Corona-Impfstoffs zuständig ist und vorerst nur wenig davon zur Verfügung steht. Bisher wird in der Union langsamer geimpft als in Israel, Großbritannien oder den USA. Von der Leyen gab zu: "Wir waren spät dran bei der Zulassung. Wir waren zu optimistisch bei der Massenproduktion. Und vielleicht waren wir uns zu sicher, dass das Bestellte auch tatsächlich pünktlich geliefert wird."

In Spanien Astrazeneca-Impfungen nur für unter 55-Jährige

In Spanien soll der Impfstoff von Astrazeneca vorerst nur Volljährigen im Alter unter 55 Jahren verabreicht werden, die nicht zu einer Risikogruppe gehören. Es fehlten Daten zur Wirkung bei Älteren und bei Menschen mit Vorerkrankungen, hieß es zur Begründung. Stattdessen sollen die für Februar erwarteten etwa 1,8 Millionen Impfdosen des schwedisch-britischen Pharmakonzerns für die Immunisierung besonders wichtiger Berufsgruppen verwendet werden, wie die Zeitung "El País" am Mittwoch unter Berufung auf das Komitee für öffentliche Gesundheit berichtete. Dazu würden die Behörden Polizisten, Soldaten, Lehrkräfte, Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Zivilschutzes zählen, deren Impfung eigentlich erst später vorgesehen war.

Charles und Camilla haben sich gegen Corona impfen lassen

Der britische Thronfolger Prinz Charles und seine Frau Camilla haben sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Beide hätten ihre erste Impfdosis erhalten, teilte das Königshaus am Mittwoch mit. Mit 72 beziehunsweise 73 Jahren gehören die beiden zu jener Risikogruppe, die derzeit in Großbritannien geimpft wird. Prinz Charles war im Frühjahr an Covid-19 erkrankt, hatte aber nur leichte Symptome gezeigt und sich gut wieder erholt. Charles hatte kürzlich bei einer Veranstaltung angekündigt, sich impfen zu lassen, sobald er an der Reihe sei. "Ich denke, Impfungen sind entscheidend, um abzusichern, dass wir einen Weg aus dieser Situation finden, andernfalls wird es sehr schwierig", so der Thronfolger.

Biontech startet Impfstoffproduktion in Marburg

Das Mainzer Unternehmen Biontech hat in seinem neuen Werk im hessischen Marburg mit der Produktion seines Corona-Impfstoffs begonnen. Als erster Schritt werde der Botenstoff mRNA hergestellt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Biontech hatte vor wenigen Tagen die arzneimittelrechtliche Erlaubnis dafür erhalten. Im ersten Halbjahr 2021 sollen in Marburg 250 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech und seines US-Partners Pfizer hergestellt werden. Die ersten am Standort Marburg hergestellten Impfstoffe werden nach Unternehmensangaben voraussichtlich Anfang April ausgeliefert.

Sobald das Werk voll betriebsbereit ist, will Biontech dort bis zu 750 Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs jährlich herstellen. Der neue Standort in Mittelhessen gilt als wichtiger Pfeiler in dem Bemühen von Biontech und Pfizer, in diesem Jahr die weltweite Produktionskapazität auf zwei Milliarden Dosen des Impfstoffs zu erhöhen. Das Botenmolekül mRNA ist den Angaben zufolge der eigentliche Wirkstoff in dem Vakzin. Es wird in Marburg in weiteren Schritten gereinigt, konzentriert und schließlich in eine schützende Hülle aus Lipiden gebracht. So kann die empfindliche mRNA besser in die Zellen gelangen und dort ihre Wirkung entfalten. Biontech will den hergestellten Impfstoff schließlich zu einem Produktionspartner transportieren, wo er abgefüllt und fertiggestellt werden soll.

Mehr als 8000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 8072 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 813 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervorgeht. In diesen aktuellen Zahlen sollten auch 600 Nachmeldungen von Neuinfektionen aus Nordrhein-Westfalen enthalten sein, die laut RKI am Vortag gefehlt hatten. Vor genau einer Woche hatte das RKI 9705 Neuinfektionen und 975 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI auf rund 2,073 Millionen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sank erstmals wieder unter 70 und betrug am Dienstag 68,0. In den vergangenen Wochen war der Wert kontinuierlich gesunken. 

Kanzleramt will Lockdown bis 14. März verlängern

Das Bundeskanzleramt will den Corona-Lockdown bis zum 14. März verlängern. Dies geht aus einer aktualisierten Beschlussvorlage für die Beratungen mit den Ländern am Mittwochnachmittag hervor, die AFP vorliegt. Friseure sollen unter Auflagen ab dem 1. März wieder öffnen dürfen, für die Öffnung des Einzelhandels wird noch kein Datum genannt. Über die Öffnung von Schulen und Kitas sollen die Länder selbst entscheiden.

EU-Parlament segnet Corona-Aufbaufonds in Milliardenhöhe ab

Das Europaparlament hat formell grünes Licht für den milliardenschweren Corona-Aufbaufonds gegeben. Wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde, stimmten die Abgeordneten für das Finanzprogramm in Höhe von 672,5 Milliarden Euro. Nun müssen noch die Mitgliedstaaten zustimmen. EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis sagte in der Plenardebatte in Brüssel, man sehe ein schnelles Verfahren vor. Schon am Freitag könnte der Aufbauplan demnach unterzeichnet werden. Die Aufbau- und Resilienzfazilität ist das Herzstück des Wiederaufbauplans der Europäischen Union. Das Geld soll die Folgen der Pandemie bekämpfen und gezielt investiert werden. Mindestens 37 Prozent der Ausgaben je Land sollen dabei in den Klimaschutz gehen, ein Fünftel in die Digitalisierung. Auch die Jugend, der wirtschaftliche und soziale Zusammenhalt und die Stärkung der Institutionen sollen mit den Mitteln gefördert werden. Deutschland könnte nach jetzigem Stand 22,7 Milliarden Euro bekommen.

Deutschland-Tourismus bricht im Corona-Krisenjahr ein

Reisebeschränkungen und zeitweise Übernachtungsverbote für Privatleute in der Corona-Pandemie haben das Hotelgewerbe in Deutschland 2020 mit voller Wucht getroffen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der Übernachtungen von Reisenden aus dem In- und Ausland gegenüber dem Vorjahr um 39,0 Prozent auf das Rekordtief von 302,3 Millionen. Es war der niedrigste Stand seit dem Vorliegen gesamtdeutscher Ergebnisse im Jahr 1992, wie die Wiesbadener Behörde am Mittwoch auf Anfrage bestätigte. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland sank im Vorjahresvergleich um gut ein Drittel (minus 33,4 Prozent) auf 270,3 Millionen. Bei Reisenden aus dem Ausland wurde ein noch stärkerer Einbruch um knapp zwei Drittel (minus 64,4 Prozent) auf 32,0 Millionen verzeichnet.

Kretschmann: "Niemand kann Öffnungsorgien erwarten"

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Erwartungen an schnelle Lockerungen der Corona-Regeln gedämpft. Wenn die landesweiten Inzidenzen über einen gewissen Zeitraum unter 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner sind, werde man vorsichtige Öffnungsschritte gehen, sagte er der "Badischen Zeitung". "Niemand kann aber erwarten, dass wir gleich eine Öffnungsorgie starten." Dafür sei die Lage zu fragil. "Die Erfahrungen anderer Länder zeigen: Zu frühe Öffnungen führen zu Rückschlägen und damit zu noch härteren Maßnahmen." Jeder müsse seine Kontakte einschränken.

Zur sinkenden Zustimmung zur Pandemie-Politik in der Bevölkerung sagte Kretschmann: "Wenn man den Kampf gegen das Virus mit einem Krieg vergleichen würde, müsste man sagen: Die Leute werden langsam kriegsmüde."

Coronakrise lässt Beitragsschulden bei den Krankenkassen wachsen

In der Coronakrise haben Versicherte bei den Sozialversicherungen höhere Beitragsschulden angehäuft. Die Rückstände von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in der gesetzlichen Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und der Pflegeversicherung wuchsen in einem Jahr um rund 700 Millionen auf 18 Milliarden Euro 2020. Das geht aus einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Anfrage der AfD im Bundestag hervor. Den größten Anteil machten mit 9,6 Milliarden Euro die Beitragsrückstände von Selbstständigen und anderen freiwillig Versicherten bei den Krankenkassen aus. Allein ihr Schuldenberg wuchs um 544 Millionen Euro innerhalb eines Jahres.

Brauer müssen unverkäufliches Fassbier entsorgen

Durch den bereits mehrfach verlängerten Lockdown wird unverkäufliches Fassbier für die deutsche Braubranche ein immer größeres Problem. "Die Brauereien müssen Millionenwerte in den Gully kippen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele. Besonders regionale Betriebe, die stark vom Gastronomie- und Festgeschäft abhängig seien, müssten Bier in großem Stil vernichten, ebenso der Getränkehandel. Grund dafür ist das Mindesthaltbarkeitsdatum, das in immer mehr Fällen erreicht werde. Die Gesamtmenge an vernichtetem Bier könne man nicht abschätzen. "Nicht alles Bier, das bisher zurückgeliefert wurde, musste vernichtet werden, und nicht alles Bier, das nicht getrunken wurde, wurde auch gebraut", sagte Eichele.

ivi DPA AFP

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