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Depressionsrisiko: Dick, krank und traurig

Übergewichtige werden depressiv, Depressive bekommen Diabetes. Das wird immer öfter beobachtet - und ist kein Zufall: Zwischen Erkrankungen des Körpers und der Seele gibt es offenbar einen engeren Zusammenhang als vermutet.

Menschen mit Diabetes, Fettleibigkeit und Schlaganfallpatienten haben ein höheres Risiko für Depressionen - und umgekehrt. "Der enge Zusammenhang zwischen psychischen und körperlichen Erkrankungen muss dringend weiter untersucht werden. Vermutlich ist die erhöhte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol ein Bindeglied", sagte Prof. Fritz Hohagen von der Lübecker Uniklinik zum Auftakt des größten Fachkongresses für Psychiatrie und Psychotherapie im deutschsprachigen Raum, der in Berlin begann. Mehr als 5000 Teilnehmer wurden dazu erwartet.

Gene und Lebensstil spielen eine Rolle

Menschen mit Diabetes hätten ein drei Mal höheres Risiko, Depressionen zu entwickeln als Gesunde. Umgekehrt bekämen Depressive drei Mal so häufig Diabetes, berichtete Hohagen. Auch die Sterblichkeitsrate nach Herz- und Hirninfarkten sei durch eine zusätzliche Depression deutlich erhöht. Die Gene spielten dabei eine Rolle, "aber unabhängig von familiärer Vorbelastung ist auch der Lebensstil ausschlaggebend", betonte Hohagen. Er ist auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde, die das Treffen ausrichtet.

Wichtige Schutzfaktoren, um der unheilvollen Verbindung zu entgehen, seien gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung sowie eine stabile Partnerschaft und Zufriedenheit im Beruf. "Aber ein Restrisiko bleibt auch dann. Und wenn Internisten ebenso wie Psychiater über diese Zusammenhänge zwischen körperlichen und psychischen Leiden Bescheid wissen, kann gezielter behandelt werden", sagte Hohagen.

Arbeit ist häufig der Grund für die Volkskrankheit Nummer eins

Das Thema Arbeit sei häufiger Grund für Depressionen, die mittlerweile weltweit zur Volkskrankheit Nummer eins avanciert seien. "Und zwar sowohl durch zu hoch empfundenen Druck als auch durch Angst vor Jobverlust", sagt der Psychiater. Vor allem Menschen mittleren Alters und aufwärts hätten Probleme mit der Umstellung auf neue EDV-Techniken und wachsende Anforderungen an Flexibilität. Für Jüngere sei das oft einfacher. Aber das Phänomen der "Digitalen Boheme" - junge Menschen, die in Freiberuflichkeit und Unabhängigkeit vor allem Vorteile sehen - werde dann auf den Prüfstand gestellt, wenn Themen wie langfristige Beziehung, Familie und Älterwerden auf den Plan träten.

"Und auch für diejenigen, die durch Jobverlust oder frühe Pensionierung überhaupt keine Arbeit mehr haben, müssen neue, Sinn stiftende Aufgaben her", sagte Hohagen. Das sei eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. "Wir sollten den Menschen als Wert an sich und nicht nur als Teil eines Produktionsprozesses zu sehen."

DPA / DPA
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(