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Streichfette im Check: Darf ich Butter mit Rapsöl zum Braten verwenden?

Aufs Brot, zum Backen oder zum Brutzeln in der Pfanne: Butter mit Rapsöl gilt als Alleskönner in der Küche. Verbraucherschützer warnen jedoch davor, das Fett zu stark zu erhitzen - entgegen vieler Verpackungs-Angaben.

Butter schmilzt in einer Pfanne.

Butter mit Rapsöl - zum Braten geeignet?

Es gibt viele gute Gründe, zu Butter mit Rapsöl zu greifen: Weil sie streichzart aus dem Kühlschrank kommt und sich leicht auf einer Scheibe Brot verteilen lässt. Weil sie in einer praktischen, wiederverschließbaren Verpackung steckt. Und weil sie scheinbar das Beste aus zwei Zutaten in einem Produkt vereint - den Geschmack von Butter, die Brateigenschaften von Öl.

Zu diesem weit verbreiteten Bild haben die Hersteller der Streichfette maßgeblich beigetragen: Auf der werben einige Produzenten explizit mit den Brateigenschaften ihrer Produkte. "Brotaufstrich zum Braten, Kochen und Backen" heißt es etwa bei einem Streichfett, das die Supermarkt-Kette Rewe vertreibt. Das Butter-Rapsöl-Gemisch des Herstellers Meggle sei "wunderbar auch zum Braten und Backen geeignet". Und die Branchen-Größe Weihenstephan wirbt mit den Worten "Ideal aufs Brot, zum Kochen, Braten & Backen". 

Braten mit Rapsöl-Butter - nicht immer eine gute Idee

Die Verbraucherzentrale Bayern wollte es genauer wissen und hat bei den Herstellern nachgehakt: Eignet sich der jeweilige Aufstrich tatsächlich zum Braten? Und bis zu welcher Temperatur bleibt das Produkt hitzestabil und unbedenklich? Neun Streichfette haben die Verbraucherschützer näher unter die Lupe genommen. Sechs Hersteller animierten Kunden dazu, die Fette wahlweise zum Kochen, Backen oder Braten zu verwenden, darunter Arla, Rewe, Lidl, Meggle, Weihenstephan und Kerrygold. Drei Anbieter (Edeka, Norma, Aldi) machten dagegen keine Angaben zu Back- oder Brateignung.

Die Befragung deckte deutliche Widersprüche auf: Laut Verpackung ist etwa das Produkt "Arla Kaergarden" zum Braten geeignet. Dies bestätigt der Hersteller auf Nachfrage, macht jedoch keine Angabe, wie hoch das Produkt erhitzt werden darf. "Ja! Streichgut" und "Meggle Streichzart" dürfen laut Herstellerangaben grundsätzlich in die Pfanne, sollten allerdings nur so stark wie Butter erhitzt werden. Das Problem: Butter bleibt nur bis zu einer Temperatur von 170 Grad Celsius stabil und verbrennt ab etwa 175 Grad. Dabei entstehen gesundheitlich bedenkliche Stoffe. Beim Braten in der Pfanne werden jedoch schnell Temperaturen von über 200 Grad Celsius und mehr erreicht. Für Verbraucher ist zudem oft schwer zu erkennen, wann kritische Temperaturen erreicht werden.


"Fachlich nicht nachvollziehbar" nach Ansicht der Verbraucherschützer ist die Temperaturangabe des Herstellers Weihenstephan. Der Produzent bejaht auf Nachfrage zwar, dass das Produkt zum Braten geeignet sei - allerdings nur bis zu einer Temperatur von 90 Grad Celsius. "Braten beginnt aber erst bei 140 Grad", schreiben die Verbraucherschützer dazu. "Und reicht bei starkem Anbraten bis zu 220 Grad Celsius". 

Hersteller Lidl ("Milbona Sodergarden") rudert in der Befragung sogar zurück: Obwohl auf der Verpackung der Zusatz "bestens zum Braten geeignet" stehe, habe der Hersteller im Fragebogen "nicht zum Braten geeignet" angegeben, heißt es seitens der Verbraucherzentrale.

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Olivenöl  Olivenöl hat einen großen Vorteil, erklärt Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm, es muss nicht stark bearbeitet werden, weil das Öl bereits im reifen Fruchtfleisch enthalten ist. Hinzu kommt ein hoher Vitamin-E-Gehalt und die positiven Effekte auf Herz und Kreislauf. "Weil es in der Regel kalt gepresst wird, enthält es viele Bioaktivstoffe, die gegen Entzündungen und vorbeugend gegen Krebs wirken. Mit verantwortlich für die positive Wirkung der Mittelmeerküche", sagt die Expertin.

Olivenöl

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Die Hersteller der Handelsmarken Norma ("Landfein, Die Streichbare") und Edeka ("Gut und Günstig, Norvind") antworteten, ihr Fett sei zum Backen geeignet, nicht aber zum Braten. Gleiches gilt für "Kerrygold Extra", entsprechend der Verpackungsangabe. Das Produkt von Aldi ("Milfina Streichfein") sei grundsätzlich zum Braten geeignet und dürfe so stark wie Butter erhitzt werden, erklärt der Hersteller auf Nachfrage. Das bedeutet: bis zu einer Temperatur von maximal 170 Grad.

Fazit

Einige Streichfette können ähnlich wie Butter bei schwacher Temperatur erhitzt werden, zum scharfen Anbraten dürfte sich jedoch keines der Produkte im Test eignen. Wer auf Nummer sicher gehen wolle, sollte zum Braten besser Sonnenblumenöl, Sesamöl, Erdnussöl, Palmkernfett, Butterschmalz oder raffiniertes Rapsöl verwenden, rät die Verbraucherzentrale.

Den vollständigen Test mit allen Produkten können Sie hier nachlesen.