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Zusatzstoffe in Lebensmitteln: Wie Süßstoffe krank machen können

Süßstoffe galten einst als das Wundermittel: Sie süßen, haben aber nahezu keine Kalorien. Doch seit einiger Zeit geraten sie in Verruf. Eine neue Studie stellt ihnen ein schlechtes Zeugnis aus.

Von Lydia Klöckner und Lea Wolz

Zuckerfreie Softdrinks sind Dickmacher.

Zuckerfreie Softdrinks sind Dickmacher.

Süßigkeiten ohne Kalorien: Das ist wohl der Traum aller Abnehmwilligen. Längst haben Lebensmittelkonzerne entdeckt, dass das schlichte Wörtchen "zuckerfrei" auf dem Produktetikett verlockender wirkt als jeder noch so raffinierte Werbeslogan. Damit Diät-Limonade, Schokolade und Kaugummi trotzdem genauso gut schmecken, setzen die Hersteller Süßstoffe zu, die keine oder nahezu keine Kalorien haben.

Auch im Kampf gegen die Übergewichtsepidemie und für Diabetiker galten Süßstoffe lange als ein Hoffnungsträger. Doch einige Studien legen nahe, dass Aspartam, Saccharin und Co. auch genau das Gegenteil des gewünschten Effektes bewirken: Sie können Übergewicht und die damit verbundenen Krankheiten - etwa Diabetes vom Typ 2 - begünstigen. Einer Theorie zufolge ist dies der Fall, da Süßstoffe Heißhunger auslösen können.

Eine andere Erklärung, warum Süßstoffe im Kampf gegen überflüssige Pfunde wenig hilfreich sein könnten, liefert nun eine neue Studie: Künstliche Süßmacher verändern offenbar die Zusammensetzung der Darmflora, also die Artenvielfalt der Bakterien, die sich im Darm tummeln. Da diese mit dafür zuständig sind, aufgenommene Nahrung zu verwerten, beeinflussen Zuckerersatzstoffe also indirekt den Stoffwechsel. Sie lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen, damit einher geht ein erhöhtes Diabetesrisiko. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Konsum von Süßstoffen mit einer gestörten Darmflora und einem abnormalen Stoffwechsel verbunden ist", schreibt das israelische Forscherteam um Jotham Suez im Wissenschaftsmagazin "Nature". Die Wissenschaftler fordern daher, mögliche Gesundheitsgefahren durch den massenhaften Einsatz der Süßstoffe neu zu bewerten.

Süßstoff schadet der Darmflora

Erstmals wiesen die Forscher auch am Menschen nach, dass Süßstoffe die Darmflora verändern - allerdings nur bei einer sehr kleinen Zahl an Probanden. Ausführlicher untersuchten sie die Wirkung auf Mäuse. Dafür gaben die Forscher ins Trinkwasser der Tiere Saccharin, Sucralose oder Aspartam. Die Kontrollgruppen erhielten reines, mit Rohrzucker oder Traubenzucker versetztes Wasser. Bereits nach elf Wochen zeigten sich bei den Mäusen, die Süßstoffe im Wasser hatten, erhöhte Blutzuckerwerte. Am stärksten ließ Saccharin den Blutzuckerspiegel ansteigen - und das sowohl bei dicken, wie bei dünnen Nagern.

Um zu bestätigen, dass die Darmbakterien dabei eine wichtige Rolle spielen, verabreichten die Forscher den Mäusen ein Antibiotikum, das ihre Darmbakterien abtöten sollte. Wenig später wiederholten sie das Experiment, diesmal nur mit Saccharin, und nahmen den Tieren erneut Blut ab - mit erstaunlichem Ergebnis: Der Blutzucker der Nager hatte sich normalisiert. Die durch den Süßstoff ausgelöste "Zuckerresistenz" war fort.

Um sicherzugehen, dass wirklich die Darmbakterien am erhöhten Blutzucker Schuld waren, führten die Forscher einen recht ekligen Versuch durch: die sogenannte "Stuhltransplantation". Dabei übertrugen die Wissenschaftler Kot von Mäusen, die Saccharin zu sich genommen hatten, in den Darm keimfreier Mäuse. Anschließend warteten sie ab, bis die verpflanzten Darmbakterien sich im "neuen Zuhause" verbreitet hatten und maßen den Blutzuckerspiegel der Tiere. Tatsächlich war er deutlich erhöht - obwohl die Mäuse selbst nie zuvor Süßstoff zu sich genommen hatten.

Auch weitere Untersuchungen zeigten: Durch den regelmäßigen Konsum von Süßstoffen - im Studienfall hauptsächlich Saccharin - hatte sich das Artenspektrum der Darmkeime und deren Aktivität verändert. "Unsere Ergebnisse belegen, dass sich die durch Süßstoffe verursachten Stoffwechselstörungen auf Darmbakterien zurückführen lassen", schreiben die Forscher. Einfach gesagt: Süßstoff bewirkt offenbar, dass die Darmbakterien mehr Energie aus der Nahrung gewinnen. Fans von mit Süßstoff versetzter Light-Limo nehmen also unter Umständen zu, obwohl sie weniger Kalorien aufnehmen als Menschen, die gezuckerte Limo trinken.

Erste Hinweise beim Menschen

Doch sind die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragbar? Um dies zu überprüfen zogen die Forscher in einem ersten Schritt die Daten von knapp 400 Menschen heran, die aus einer Ernährungsstudie stammen. Dabei zeigten sich Zusammenhänge zwischen dem Süßstoffkonsum und diversen veränderten Werten, die mit Stoffwechselkrankheiten einhergehen. Die Zusammensetzung der Darmflora von Süßstoff-Essern unterschied sich ebenfalls von der von Zucker-Konsumenten. In ihrer Aussagekraft sind die Daten allerdings beschränkt, da sie aus einer Beobachtungsstudie stammen. Dass der Süßstoffkonsum wirklich die Ursache für die Auffälligkeiten ist, lässt sich dadurch nicht belegen.

In einem weiteren Experiment gaben die Forscher daher sieben Testpersonen, die normalerweise keine Süßstoffe zu sich nahmen, eine Woche lang künstlich stark gesüßte Getränke und Speisen. Das Ergebnis des kleinen Kurzzeitexperiments: Nach vier Tagen hatten vier - und damit gut die Hälfte der Teilnehmer - einen erhöhten Blutzuckerspiegel sowie eine veränderte Darmflora.

Sind Süßstoffe also mit schuld daran, dass Übergewicht und Diabetes seit Jahren weltweit zunehmen? "Unsere Daten legen nahe, dass Süßstoffe direkt dazu beigetragen haben könnten, dieselbe Epidemie zu vergrößern, die sie eigentlich bekämpfen sollten", formulieren die Autoren vorsichtig. Denn: Noch sind viele Fragen offen - etwa die, wie genau die durch den Süßstoff veränderten Darmkeime den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen.

Nicht alle Süßstoffe untersucht

"Die Studie mahnt zur Vorsicht, dass Süßstoffe nicht das unschuldige Allheilmittel gegen die Diabetes- und Fettleibigkeitsepidemie sind, als das sie dargestellt wurden", sagt Medizinerin Nita Forouhi von der University of Cambridge. Aber sie liefere auch noch nicht ausreichend Beweise, um geltende Gesundheitsempfehlungen zu verändern. Ähnlich sieht das auch Katarina Kos, Diabetesexpertin von der University Exeter: "Die Studie basiert hauptsächlich auf Maus-Experimenten, lediglich sieben Menschen sind untersucht worden." Sie warnt davor, die Ergebnisse der Tierstudien einfach zu übertragen, sie müssten in größerem Maßstab an Menschen bestätigt werden.

"Die Beobachtung ist interessant, und die Daten sind eindeutig, aber es wird nicht diskutiert, welche biologischen Mechanismen dahinterstecken", betont auch Mikrobiologe Michael Blaut vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (Dife) in Potsdam gegenüber dem stern. Fraglich sei zudem, welche Arten, Kombinationen und Mengen von Süßstoffen zu den schädlichen Effekten führen. In der Studie wurden drei handelsübliche Stoffe untersucht, wobei vor allem Saccharin zum Einsatz kam. Andere Süßmacher, wie etwa Stevia, wurden gar nicht erwähnt.

Was also tun? So unbefriedigend das auch klingen mag: Wer sichergehen will, sollte am besten auf beides verzichten - auf Süßstoffe und auf Zucker. Oder, wie es Diabetesexpertin Kos formuliert: "Die Ergebnisse unterstreichen, dass Wasser das gesündeste Getränk ist und dass wir süße und künstlich gesüßte Getränke meiden sollten."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(

Von:

und Lydia Klöckner