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Genfood: Große Handelsketten verzichten auf Genfood

Große Handelshäuser mit Eigenmarken wie Aldi, Lidl, Edeka und Walmart haben nach Angaben von Greenpeace ihren Verzicht auf Gentechnik bekundet.

Große Handelshäuser mit Eigenmarken haben nach Angaben von Greenpeace ihren Verzicht auf Gentechnik bekundet. Dazu zähle auch Edeka, die jetzt erklärten, gentechnisch veränderte Organismen nicht mehr zu verwenden. Auch Lidl und Metro hätten dies zum Jahresende 2003 erklärt, sagte Hölzel. In dem Einkaufsführer werden auch Aldi, Kaufland, Rossman, Rewe und Walmart als Firmen aufgeführt, die einen Verzicht angekündigt hätten. Einen eindeutigen Verzicht hätten dm-drogerie markt, Karstadt-Warenhaus und Neuform erklärt. Die gelte auch für sehr viele Hersteller von Getränken und Babynahrung.

Discountriese Aldi will auf Gen-Zutaten verzichten

Deutschlands größter Discounter Aldi ist nach eigenen Angaben bemüht, so umfassend als möglich auf Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen bei der Lebensmittelproduktion zu verzichten. Seit dem Sommer 2003 habe man sämtliche Lieferanten aufgefordert, soweit als möglich auf gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe zu verzichten, teilten Aldi-Süd und Aldi-Nord am Mittwoch in gleich lautenden Erklärungen in Mülheim/Ruhr und Essen mit. Grund seien die bislang fehlenden wissenschaftlichen Belege für die Unbedenklichkeit von gentechnisch modifizierten Lebens- und Futtermitteln.

Edeka verzichtet auf Gentechnik bei Eigenmarken

Die Edeka-Gruppe verzichtet bei ihren Eigenmarken auf den Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen: "Wir haben von unseren Herstellern die Garantie, dass Gentechnik nicht eingesetzt wird", sagte Pressesprecherin Marliese Kalthoff am Mittwoch in Hamburg. Greenpeace nahm daraufhin auch Edeka in die "grüne Einkaufsliste" auf.

Die Markenartikelindustrie müsse selbst entscheiden wie sie mit dem Einsatz gentechnisch veränderter Organismen umgeht, so Kalthoff. Als Handelsunternehmen begrüße Edeka jegliche Transparenz die durch die Kennzeichnung erzeugt wird. Der Kunde könne dann selbst entscheiden, welchem Produkt er den Vorzug gibt.

Letztlich stelle sich aber auch angesichts der Globalisierung die Frage, ob man langfristig überhaupt auf Gentechnik verzichten könne. Schließlich würden schon heute beispielsweise 55 Prozent des Sojas aus gentechnisch veränderten Organismen produziert. Die Eigenmarken von Edeka umfassen rund 1.600 Artikel.

Greenpeace stellt Ratgeber "Essen ohne Gentechnik" vor

Greenpeace hat im Rahmen der Grünen Woche einen Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik" vorgestellt. Die Broschüre ermögliche es dem Verbraucher, selbst zu entscheiden, ob er Gentechnik unterstütze oder nicht, sagte Corinna Hölzel vom Greenpeace-"EinkaufsNetz" am Mittwoch in Berlin. "Gentechnik hält Einzug in die Supermärkte, und die Regierung schafft es nicht, den Verbraucher zu schützen", kritisierte Hölzel. Die meisten Verbraucher seien gegen Genfood.

Greenpeace erklärte, 70 Prozent der von der Umweltorganisation angeschriebenen Unternehmen schlössen die Produktion genmanipulierter Nahrungsmittel aus. Der Ratgeber liste auch auf, ob Firmen darauf achten, dass Futtermittel gentechnikfrei sind. Dadurch könne der Verbraucher einschätzen, ob seine Milch von einer mit Gen-Soja gefütterten Kuh stamme. Damit schließe die Broschüre eine Lücke in der ab April geltenden Kennzeichnungspflicht für Genprodukte. Danach sei eine solche Unterscheidung nicht geplant, sagte Hölzel.

Christoph Then von Greenpeace erklärte, dass 80 Prozent des in erster Linie aus den USA und Kanada importierten Gen-Sojas zu Futtermittel verarbeitet werde. "Bei einem so schwerwiegenden Eingriff in das Erbgut der Pflanzen sind die Folgen nicht abschätzbar." Dies gelte auch für die Tiere, die genmanipulierte Futtermittel bekämen.

Hohe Strafen für Gentech-Produkte ohne Kennzeichen

Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht bei gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermitteln sollen künftig mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro geahndet werden können. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch in Berlin einen von Verbraucherministerin Renate Künast vorgelegten Gesetzentwurf zur Umsetzung von EU-Verordnungen auf dem Gebiet der Gentechnik und der neuartigen Lebensmittel sowie deren Zutaten. Für Verstöße außerhalb der Kennzeichnungspflicht sind sogar Haftstrafen bis zu drei Jahren vorgesehen.

Künast erklärte: "Die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebens- und Futtermittel ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Wahlfreiheit für Verbraucher und Landwirte gesichert werden kann." Anhand der Kennzeichnung könne sich jeder bewusst für oder gegen Genfood entscheiden. Das gelte auch für den Wochenmarkt oder im Restaurant.

Der Gesetzentwurf regelt die Umsetzung von drei EU-Verordnungen, die bereits seit November 2003 in Kraft sind. Wie das Verbraucherministerium erklärte, kommen die Verordnungen erst im Laufe dieses Jahres zur Anwendung und gelten dann in Deutschland unmittelbar. Der Gesetzentwurf bestimmt die in der Sache zuständigen Behörden und legt Sanktionen für Verstöße gegen Vorschriften der Verordnungen fest.

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