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Nach Hirnschädigung: Ärzte wollten ihn sterben lassen - jetzt studiert Ding Ding in Harvard

Als Ding Ding auf die Welt kam, erlitt er eine Hirnschädigung. Die Ärzte und sogar sein Vater wollten ihn sterben lassen. Doch seine Mutter ließ das nicht zu und widmete ihr Leben fortan der Zukunft ihres Sohnes - mit Erfolg.

Ding Ding mit seiner Mutter bei seiner Graduation an der Universität Peking im Jahr 2015

Erfolgsduo: Ding Ding mit seiner Mutter bei seiner Graduation an der Universität Peking im Jahr 2015

Dass Ding Ding noch am Leben ist, verdankt er seiner Mutter. Zuo Hongyan sollte den mittlerweile 29 Jahre alten Chinesen nach Komplikationen bei seiner Geburt eigentlich sterben lassen, wie die "South China Morning Post" berichtet. Sein Leben sei nicht lebenswert, so die Ärzte. Doch seine Mutter ignorierte den Rat der Mediziner und widerlegte ihre Prognose: Ding Ding ist jetzt Student an der US-Elite-Universiät Harvard.

Gehirn durch Sauerstoffmangel geschädigt

Ding Ding war der Zeitung zufolge 1988 behindert auf die Welt gekommen. Aufgrund von Sauerstoffmangel hatte er eine Zerebralparese erlitten, eine Hirnschädigung, die unter anderem zu Bewegungsschwierigkeiten führte. Die Ärzte in der Provinz Hubei hätten seiner Mutter nahegelegt, den Jungen aufzugeben, da er entweder behindert oder mit verminderter Intelligenz aufwachsen würde.

Ding Dings Vater habe den Medizinern zugestimmt und zu Zuo gesagt, der Junge würde ihr gesamtes Leben lang eine Belastung für die Familie sein. Dennoch habe die Mutter darauf bestanden, Ding Ding zu retten und sich bald darauf von ihrem Mann scheiden lassen.

Zou Hongyan zog Ding Ding nach der Trennung alleine groß. Um die Familie zu ernähren und die Behandlungskosten zu bezahlen, habe sie mehrere Arbeitsstellen gleichzeitig angenommen, schreibt die "South China Morning Post". Zwischen ihren Jobs habe sie Ding Ding zum Rehabilitationstraining gebracht und auch selbst gelernt, wie sie die steifen Muskeln ihre Kindes massieren muss, um sie beweglich zu halten.

Außerdem spielte Zuo laut dem Bericht regelmäßig Denkspiele mit Ding Ding und puzzelte mit ihm. Sie habe ihren Sohn aber nicht nur mit viel Liebe, sondern auch mit Strenge erzogen. So bestand Zuo beispielsweise darauf, dass er mit Stäbchen essen lernte. Seine Behinderung sollte ihn nicht mehr als nötig einschränken. "Ich wollte nicht, dass er sich wegen seiner Behinderung schämen muss", sagte die Mutter der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. "Deswegen arbeiteten wir hart an seinen motorischen Defiziten". Weil Ding Ding länger gebraucht habe, um Fähigkeiten zu erwerben, seien aber auch ihre Erwartungen an den Sohn größer gewesen.

"Nie habe ich gewagt, von Harvard zu träumen"

Zou Hongyans Liebe, Geduld und Strenge sollten sich auszahlen: Ding Ding machte erst seinen Abschluss an der Universität Peking und studiert nun an der Harvard School of Law. "Nie habe ich gewagt, von Harvard zu träumen", zitiert "Watson.ch" den 29-Jährigen. Seine Mutter sei es gewesen, die ihn immer wieder dazu ermutigt habe, sich zu bewerben. Sie sei sein spiritueller Mentor. Er wolle seinen Abschluss auch für sie machen. Denn die Studiengebühren, die seine Mutter für ihn bezahle, seien trotz Stipendiums eine große finanzielle Belastung. "Ich bin jetzt 29 Jahre alt und immer noch von meiner Mutter abhängig. Hoffentlich werde ich bald erfolgreich und selbstständig sein, damit meine Mutter ein besseres Leben führen kann."

mad
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