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Grenzgängerin Greta Thunberg: Ungewöhnliches Interview und seltene Ehrung für Klimaschutzaktivistin

Greta Thunberg: Ungewöhnliches Interview und seltene Ehrung
Ein Frankfurter Forscher hat eine neue Spinnengattung auf Madagaskar nach Greta Thunberg benannt (Archivbild)
© Virginia Mayo / DPA
Gleich doppelt rückt die Klimaaktivistin Greta Thunberg dieser Tage erneut in der Fokus der Öffentlichkeit. Sie traf sich zum einen an einem Grenzübergang zu einem besonderen Interview-Termin. Des weiteren wurde bekannt, dass eine neuentdeckte Spinnenart nach ihr benannt werden soll.

Wie interviewt man jemanden persönlich, in dessen Land man coronabedingt nicht reisen darf? Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat sich für ein Gespräch mit einem Forscher im benachbarten Norwegen kurzerhand an der Grenze zwischen ihren beiden Ländern getroffen.

Das zeigten Bilder, die die 17-Jährige am Donnerstag auf Twitter und Instagram veröffentlichte. Auf einem der Fotos begrüßten sich die beiden am Grenzübergang Morokulien mit dem jeweiligen rechten Fuß – ohne dafür jedoch das Land des anderen zu betreten.

Greta Thunberg als Grenzgängerin

Laut Thunbergs Angaben interviewte sie den Klima- und Umweltwissenschaftler Per Espen Stoknes für eine kommende Doku-Serie der BBC. Weil ihr als Stockholmerin jedoch die Einreise nach Norwegen nicht erlaubt sei, hätten sie und Stoknes sich entschlossen, auf der jeweiligen Seite der schwedisch-norwegischen Grenze zu bleiben. "Aber hey, jetzt bin ich FAST in Norwegen gewesen!", schrieb die junge Schwedin dazu.

Unterdessen wurde ihr noch eine Ehrung ganz anderer Art zuteil. Ein Mainzer Zoologe hat eine neue Gattung von Weberknechten beschrieben und diese nach der Klimaschutzaktivistin benannt. Der Experte für eurasische Weberknecht-Arten begründete die Namensgebung damit, dass die Bedrohung von Flora und Fauna durch den Klimawandel noch immer nicht ausreichend beachtet werde. So seien in China durch jahrhundertelange Rodungen bereits Teile der Spinnentier- und Insektenfauna unwiderruflich verloren gegangen. Zu ihnen gehörten vor allem solchen Gruppen, die am Boden lebten und auf eine Beschattung ihres Waldlebensraumes angewiesen seien.

Neue Spinnenart nach Klimaaktivistin benannt

"Der Klimawandel verschärft die Situation zunehmend." Die Weberknechte gehören wie etwa die Milben und die Webspinnen zur Klasse der Spinnentiere. Die nun beschriebene Gattung umfasst eine neue Art, die den Namen Thunbergia gretae erhält, sowie drei bereits bekannte Arten, die bislang anderen Gattungen zugerechnet wurden. Sie wurden jetzt als Thunbergia grandis, Thunbergia wangi und Thunbergia zhui neu bestimmt. Die nun bestimmte Art ist in China zuhause. Zwei weitere Arten stammen aus Mittelchina, eine aus Japan und Sibirien.

Martens hat nach Angaben der Universität nahezu 200 neue Weberknechtarten entdeckt und beschrieben, hauptsächlich in Europa und auf Forschungsreisen in Asien. Bei der neuen Gattung Thunbergia sind die als Pedipalpen bezeichneten Tastorgane im Kopfbereich bei den Männchen zu kräftigen Zangen umgebildet. Außerdem unterscheiden sich die Fortpflanzungsorgane von denen anderer Weberknechtarten.

Der Frankfurter Forscher Peter Jäger hatte im Juni eine neue Spinnengattung auf Madagaskar nach Greta Thunberg benannt. Damit wollt der Wissenschaftler der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung auf die Bedrohung der Artenvielfalt aufmerksam machen. Die Studie über fünf Thunberga-Arten innerhalb der Riesenkrabbenspinnen ist im Journal "Zootaxa" erschienen.

km DPA

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