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Australien Bewohner Sydneys sollen Spinnen fangen, um lebenswichtiges Gegengift herzustellen

Eine in Sydney vorkommende Trichternetzspinne
Während es in ganz Australien eine Reihe von Trichternetzspinnen-Arten gibt, ist die in Sydney vorkommende, die einzige, von der bekannt ist, dass ihr Biss tödlich sein kann
© Gerry Pearce / Picture Alliance
Was für einige bizarr und für andere gar eklig klingen mag, kann für Dritte wiederum lebenswichtig werden: Sydney bittet seine Bewohner, Spinnen zu sammeln, um aus diesen ein Gegengift zu gewinnen.

Ein Reptilienpark fordert die Bewohner von Sydney und Umgebung dazu auf, in ihren Häusern Trichternetzspinnen zu fangen, um für einen möglicherweise auftretenden Spendenmangel vorzusorgen. Denn die Tiere besitzen ein medizinisch sehr kostbares Gegengift, was aus ihnen gemolken werden kann.

Der australische Reptilienpark in Somersby hat in diesem Sommer weniger Spinnenspenden für sein lebenswichtiges Gegengiftprogramm erhalten. Ein Sprecher des Parks sagte der Zeitschrift "The Sydney Morning Herald", die zuerst über die Aufforderung berichtet hatte, dass der Mangel auf diverse Faktoren zurückzuführen sei, einschließlich großflächiger Strandsperrungen. 

Nur Sydneys Trichternetzspinnen-Art ist tödlich

Aus den Strandgegenden kamen in den Vorjahren die meisten Gegengift-Spenden; Buschbrände im letzten Sommer sorgten jedoch dafür, dass auch die nahe gelegenen Strandgebiete gesperrt werden mussten. 

Andauernder Regen in jüngster Zeit und das warme Wetter haben jedoch nun die perfekten Bedingungen für die achtbeinigen Mitbewohner geschaffen, um in den Großraum Sydney zu ziehen. "Der Sommer ist Trichternetzsaison, daher ist es jetzt wahrscheinlich, dass den Menschen immer mehr Trichternetze auffallen werden", sagte Jake Meney, der Reptilien- und Spinnenverantwortliche des Parks.

In Australien wurden insgesamt 13 Todesfälle durch Trichternetzspinnen verzeichnet. Seit der Entwicklung des Gegengifts im Jahr 1981 ist allerdings kein Australier mehr an einem Trichternetzspinnen-Biss gestorben.

Während es in ganz Australien eine Reihe von Trichternetzarten gibt, ist die in Sydney vorkommende Art die einzige, von der bekannt ist, dass ihr Biss tödlich sein kann. Meney ergänzt, dass nur Erwachsene versuchen sollten, die Spinnen zu fangen. Die Tiere sind schwarz bis dunkelbraun glänzend und in der Lage, sich bei Bedrohung aufzurichten. "Bitte fangen Sie die Tiere mit einem großen Glas und halten Sie Ihre Hände von der Spinne fern, locken Sie die Spinne in das Glas und bringen Sie sie zu uns oder zu einem unserer Abgabepunkte – Sie helfen uns buchstäblich, Leben zu retten“, sagte er.

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Das Spinnengift wird anschließend gemolken, eingefroren und an ein Pharmaunternehmen geschickt. Dort entwickelt sich das Gegengift während eines sechsmonatigen Prozesses, bei dem Kaninchen sehr kleine Mengen des Giftes injiziert werden, bis sie eine Immunität entwickeln. Die Antikörper der Kaninchen werden dann aus ihrem Blut extrahiert, um das Gegengift zu erzeugen.

Quelle: "The Sydney Morning Herald"

km

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