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Gesundheitsrisiko: Ozonwerte in einigen Regionen schon gefährlich hoch

Mit der Hitzewelle steigen auch die Ozonwerte in Deutschland weiter an. Bei dieser Wetterlage wird sich das Ozon großflächiger in den Regionen ausbreiten.

Mit der Hitzewelle steigen auch die Ozonwerte in Deutschland weiter an. Bei dieser Wetterlage werde sich das Ozon zudem großflächiger in den Regionen ausbreiten, sagte Susanne Grittner, Meteorologin beim Umweltbundesamt in Berlin. Eine besonders hohe Ozondichte gibt es seit Wochenbeginn in Teilen Baden-Württembergs und Sachsens. Einen Spitzenwert hat das Umweltbundesamt am Montag in Baden-Baden gemessen. Er lag bei 265 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Keine köperliche Anstrengungen im Freien

Das Umweltbundesamt rät, bei starker Ozonbelastung in den Mittags- und Nachmittagsstunden auf große körperliche Anstrengung im Freien zu verzichten. "Da gelten die gleichen Regeln wie bei Hitze", ergänzte Grittner. Rund zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung reagieren nach Einschätzung des Amtes empfindlich auf hohe Ozonwerte, Säuglinge und Kleinkinder gelten als Risikogruppe. Die Sauerstoffverbindung Ozon kann in die Lunge eindringen und die Zellmembranen schädigen.

Als Schwellenwert für eine starke Ozon-Belastung gelten 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Die Bundesländer müssten die Bevölkerung beim Überschreiten dieses Wertes über Hotlines, Abruf-Faxe oder die Medien informieren, sagte Grittner.

Gefahr für Asthmatiker

Wenn man sich mehrere Stunden draußen bewegt, kann es laut Umweltbundesamt ab 200 Mikrogramm zu Reizungen der Atemwege, Husten, Kopfschmerzen und Atembeschwerden kommen. Ab 240 Mikrogramm sei die körperliche Ausdauerleistung deutlich reduziert. Zudem hätten Asthmatiker dann häufiger Asthmaanfälle.

Höhere Konzentration in Erholungsgebieten

Das Ozon-Molekül besteht aus drei Sauerstoff-Atomen, normaler Sauerstoff hat zwei Moleküle. In Bodennähe entsteht Ozon bei Sonneneinstrahlung aus Luftschadstoffen wie Stickstoff- und Kohlenstoffverbindungen, die aus Abgasen stammen. Das Ozon kann dann in der Region weit verteilt werden. Da Abgase aus Autos wiederum bei Dunkelheit zum Abbau von Ozon beitragen, werden in Erholungsgebieten oft höhere Konzentrationen als in Ballungsräumen gemessen. In Luftschichten oberhalb von zehn Kilometern gilt Ozon als unverzichtbarer Filter gegen die für Menschen schädlichen UV-Strahlen.

Ozon ist ein besonderer Stoff. Das Molekül aus drei Sauerstoffatomen entsteht zwangsläufig beim Abbau anderer Spurengase in der Luft. In Luftschichten oberhalb von zehn Kilometern ist es ein wichtiger Filter gegen das für Menschen schädliche ultraviolette Licht.

In Bodennähe jedoch wirkt Ozon schädlich auf den Menschen. Es kann Kopfschmerzen hervorrufen, die Lunge schädigen und Atemwege reizen. Nach Angaben des Bundesumweltamtes fördert Ozon möglicherweise auch Krebs und Allergien. Die höchsten Ozon-Werte werden an sonnigen Tagen gemessen, weil zur Bildung des Stoffes Licht nötig ist.

Das bayerische Umweltministerium warnt ab einem Wert von 180 Mikrogramm vor anstrengenden Tätigkeiten im Freien und empfiehlt, das Auto stehen zu lassen. Als gefährdet gelten besonders ältere Menschen und Kinder. Die so genannte Alarmschwelle ist laut Umweltministerium bei 240 Mikrogramm erreicht. Dann bestehe ein Gesundheitsrisiko für die gesamte Bevölkerung, sagte ein Sprecher.

DPA

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