Hirnforschung Der Ort des Vergessens

Ach jaaa!
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© Picture-Alliance/Colourbox
Mithilfe von Hypnose konnten israelische Forscher jene Gehirnregionen ermitteln, in denen Erinnerungen gespeichert sind, die kurzzeitig vergessen waren. Sie hoffen, das Wissen um diese Bereiche bei Gedächtnisverlust einsetzen zu können.

Die Wissenschaftler versetzten die Teilnehmer ihrer Studie in einen intensiven Trancezustand und baten sie, die Erinnerungen an einen vorher gezeigten Kurzfilm kurzzeitig zu vergessen. Gleichzeitig bestimmten sie die Aktivität der einzelnen Hirnregionen ihrer Testpersonen. Die Experimente sollen neue Einblicke in die Mechanismen bei Patienten liefern, die unter Gedächtnisverlust leiden. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher um Yadin Dudai vom Weizmann-Institut in Rehovot im Fachmagazin "Neuron" vor.

An der Studie nahmen zwei Gruppen von Probanden teil, von denen nur eine hypnotisiert wurde. Beide Gruppen schauten sich eine Woche vor dem Experiment einen Kurzfilm an. Bei der Hypnose wurden die Probanden angewiesen, den Inhalt des Films so lange zu vergessen, bis ihnen ein bestimmtes Signal gegeben wird. Dieses Signal übermittelten die Wissenschaftler den Probanden nach Ende des Trancezustandes, worauf sich die Erinnerung wieder einstellte. Dabei konnten die Forscher die bei diesem Wiedererinnern aktiven Hirnareale identifizieren. Bei den Probanden, die nicht hypnotisiert wurden und ihre Erinnerung an den Film nie verloren hatten, waren diese Hirnregionen hingegen nicht aktiv.

Diese Hirnareale könnten auch im Alltag bei der Erinnerung an vergessene Informationen eine Rolle spielen, vermuten die Wissenschaftler. Sie hoffen, dass sich ihre unter Hypnose entstandenen Ergebnisse auch bei konkreten Fällen von Gedächtnisverlust anwenden lassen.

DDP


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