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Kampf gegen Corona Japan untersucht neue Variante von Coronavirus bei Eingereisten aus Brasilien

Sehen Sie im Video: Notstand über Tokio wegen steigender Corona-Zahlen verhängt – Sorge um Olympia.






Bedeckte Gesichter in den Straßen der Millionenmetropole Tokio. Die Regierung hat wegen rasant gestiegener Corona-Infektionszahlen den Notstand verhängt - über die Hauptstadt und drei benachbarte Provinzen. Das gelte bis zum 7. Februar, sagte Ministerpräsident Yoshihide Suga am Donnerstag. Betroffen seien die Präfekturen Saitama, Kanagawa, Tokio und Chiba. Rund 150.000 Bars und Restaurants müssen um 20.00 Uhr schließen, Großveranstaltungen dürfen maximal 5000 Teilnehmer haben. Gesundheitsexperten haben Zweifel geäußert, ob das ausreicht. Die Regierung versucht, angesichts der bereits auf dieses Jahr verschobenen Olympischen Spiele im Land harte Einschnitte zu vermeiden. Stimmen aus Tokio vom Donnerstag: "Ich bin dafür. Wenn wir den Notstand nicht ausrufen, gehen die Menschen weiter aus. Ich glaube, das wird funktionieren und, dass der Notstand noch verlängert werden wird." "Wegen des Notstandes werde ich nicht mit meinen Kollegen ausgehen können, um über die Arbeit zu sprechen. Wir arbeiten in der IT-Branche und da ist Austausch wichtig. Ich weiß nicht, wie das jetzt stattfinden soll." Japan war wie andere asiatische Länder vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie gekommen. Zuletzt hatten die täglichen Infektionen mit über 6000 jedoch einen neuen Rekord erreicht. Auch in Südkorea und China steckten sich wieder mehr Menschen an.
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Corona-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika beunruhigen Forschende und Politiker. In Japan wurde jetzt zudem eine neue Variante des Virus gefunden, das bei aus Brasilien eingereisten Menschen entdeckt wurde.

Japan analysiert derzeit eine neue Variante des neuartigen Coronavirus, die bei mehreren aus Brasilien eingereisten Menschen festgestellt worden war. Es werde weiterhin daran gearbeitet, den Erreger zu isolieren und zu analysieren, teilte das Gesundheitsministerium in Tokio am Dienstag mit. Es sei "schwierig zu sagen, wann wir Details veröffentlichen können", sagte ein Ministeriumsmitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP. 

Ähnlichkeiten zwischen japanischer, britischer und südafrikanischer Virus-Variante 

Die Behörden betonten zugleich, derzeit gebe es keine Hinweis, dass die Virusvariante ansteckender oder gefährlicher als andere sei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte am Montag mit, sie sei von Japan über die neue Variante informiert worden. Zugleich warnte die UN-Organisation, je mehr sich das neuartige Coronavirus ausbreite, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit von Mutationen an dem Erreger.

Die Entdeckung der Fälle in Japan war am Sonntag öffentlich gemacht worden. Die Infektionen mit dem mutierten Virus waren demnach bei zwei Erwachsenen und zwei Kindern nachgewiesen worden, die am 2. Januar aus Brasilien eingereist waren. Einer von ihnen, ein um die 40 Jahre alter Mann, sei wegen Atemproblemen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Eine Frau und ein Junge hätten milde Symptome entwickelt, ein Mädchen sei beschwerdefrei.

In England grassiert eine Variante des neuartigen Coronavirus, die offenbar deutlich ansteckender ist als frühere Varianten. Auch eine in Südafrika entdeckte Sars-CoV-2-Variante scheint ersten Studien zufolge leichter übertragbar zu sein. Nach Angaben von Japans Nationalem Institut für Infektionskrankheiten bestehen gewisse Ähnlichkeiten zwischen der in Japan entdeckten Virusvariante und den Varianten in England und Südafrika.

rw AFP

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