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Kaum erprobtes Medikament: Hilft ZMapp wirklich gegen Ebola?

Die wenigen Patienten, die bislang das Ebola-Medikament "ZMapp" erhielten, gelten als stabil oder gar geheilt. Forscher warnen aber vor zu großer Hoffnung: Was wirklich geholfen hat, sei unklar.

Wieder muss ein Ebola-Opfer zu Grabe getragen werden

Wieder muss ein Ebola-Opfer zu Grabe getragen werden

Es sind bislang nur wenige Patienten, die das unerprobte Ebola-Medikament "ZMapp" erhielten. Dennoch schöpfte man Hoffnung: Die meisten von ihnen zeigten deutliche Fortschritte oder gelten gar als geheilt. Nach Ansicht von Experten ist es jedoch zu früh, um eine Aussage darüber zu treffen, ob das Mittel wirklich wirkt. "ZMapp" war vor dem Ebola-Ausbruch in Westafrika noch nie an Menschen getestet worden. "Wir können mit den wenigen Patienten, die zu völlig unterschiedlichen Zeiten und unter nicht kontrollierten Bedingungen behandelt worden sind, nur schwer eine Aussage machen", sagt der Virologe Stephan Becker von der Universität Marburg.

Bislang bekamen mindestens sechs Menschen "ZMapp". Darunter zwei US-Amerikaner, der Arzt Kent Brantly und die Nonne Nancy Writebol, die beide geheilt sind. Bei zwei von drei Liberianern zeigten sich starke Besserungen. Dem dritten Patienten, dessen Zustand als ernst beschrieben wurde, gehe es zumindest etwas besser. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Berufung auf Mediziner in Liberia mit. Ein 75-jähriger Spanier, der das Mittel ebenfalls erhalten hatte, verstarb. Die Ursache seines Todes könnte allerdings auch auf etliche Vorerkrankungen zurückzuführen sein.

Es sehe danach aus, dass "ZMapp" tatsächlich helfe, sagt Becker. Allerdings könne die Heilung der beiden US-Amerikaner auch andere Gründe haben. So wurde ihnen das Mittel laut einem Bericht des "New England Journal of Medicine" erst neun Tage nach ihrer Erkrankung verabreicht. Die ersten Tage nach der Infektion sind die kritischsten. Überlebt man diese Phase, ist die Überlebenswahrscheinlichkeit wesentlich größer.

Was wirklich half, ist nicht erwiesen

Auch andere Behandlungsansätze, wie etwa eine Bluttransfusion oder die medizinische Qualität der US-Klinik in Atlanta, könnten ebenfalls zur Genesung beigetragen haben, betont Becker. Kent Brantly hatte zuvor Blut von einem 14-jährigen Patienten bekommen, der Ebola überlebt hatte.

Gravierende direkte Nebenwirkungen scheine das Medikament nicht zu haben, sagt der Virologe: "Es überrascht eigentlich, dass da nicht mehr an Nebenwirkungen aufgetreten ist - bei allem, was man bisher weiß."

"ZMapp" besteht aus drei Antikörpern, die Ebola-Proteine binden. Sie sollen es dem Immunsystem ermöglichen, infizierte Zellen zu eliminieren. Von dem Wirkstoff, der aus einer Tabakpflanze gewonnen wird, gab es nur wenige Dosen. Diese sind laut WHO bereits vergeben.

mh/DPA / DPA

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