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Milliardenkosten befürchtet: Neues Hepatitis-Medikament sprengt Kassen-Budget

Das neue Medikament Sovaldi soll besser gegen Hepatitis wirken als ältere Präparate. Doch das hat auch seinen Preis: 700 Euro kostet eine Pille. Die Kassen befürchten Milliardenkosten.

Sovaldi, das neue Hepatitis-C-Medikament von Gilead

2014 stiegen die Arzneimittelausgaben um zehn, im ersten Halbjahr 2015 um weitere sechs Prozent. Rund 500 Millionen Euro kosteten in diesen sechs Monaten allein die neuen Hepatitis-C-Medikamente.

Die Krankenkassen stehen nach Hochrechnungen der AOK Niedersachsen vor durch ein neues Medikament gegen Hepatitis. Das unter dem Namen Sovaldi vermarktete Präparat hat demnach seit der Markteinführung im Januar bereits Ausgaben von 123 Millionen Euro verursacht und wird bis Jahresende die Kassen mindestens eine Milliarde Euro kosten.

"Es darf nicht sein, dass ein einziges Medikament, welches in der Herstellung geschätzt 100 Euro für einen Behandlungszyklus kostet, zu einem Preis von 60.000 Euro abgerechnet wird", sagte AOK-Chef Jürgen Peter der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ).

Fünf Milliarden Euro Therapiekosten möglich

Dem Bericht zufolge leiden in Deutschland etwa 300.000 Menschen an C. Bei etwa einem Drittel der Erkrankten führe die chronische Viruserkrankung nach Einschätzung von Experten zu schweren Leberschädigungen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte laut "HAZ" Mitte Juli dem Medikament des US-Pharmakonzerns Gilead gegen das Votum der Kassen eine bessere Wirkung bescheinigt als älteren Präparaten. Eine einzige Tablette koste mehr als 700 Euro. Je Behandlung rechne der Spitzenverband der Krankenkassen mit Therapiekosten von durchschnittlich 50.000 bis 115.000 Euro. Nach AOK-Berechnungen könnten sich die Ausgaben für alle Kassen dem Bericht zufolge auf fünf Milliarden Euro im Jahr summieren - das entspreche rund einen Fünftel der Kosten für alle auf dem Markt befindlichen Arzneimittel.

kis/DPA / DPA
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