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Nach Krankenhausskandalen Bereitschaft zur Organspende erreicht neuen Tiefstand


Die Skandale um geschönte Organspenderlisten an verschiedenen Krankenhäusern im Bundesgebiet, haben offenbar drastische Auswirkung auf die Spendenbereitschaft der Deutschen.

Die Bereitschaft zur Organspende ist in Deutschland auf einen neuen Tiefstand gesunken. Nach den Skandalen um manipulierte Patientendaten ging die Zahl der Spender von Januar bis September 2013 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18,6 Prozent zurück. Das geht aus neuen Daten der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervor, die sie im Internet veröffentlichte. In den ersten drei Quartalen konnten demnach nur 675 Spendern Organe entnommen werden. 2012 waren es im selben Zeitraum noch 829.

Bei den Zahlen wurden keine Lebendspender berücksichtigt. Insgesamt wurden 2501 Organe bis September transplantiert werden. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren noch 400 Organe mehr transplantiert worden. Der Rückgang war dabei nicht auf einzelne Regionen beschränkt, sondern macht sich bundesweit bemerkbar. Seit einem Höchststand von 2007, als noch fast eintausend Spendern Organe entnommen werden konnten, sind die Zahlen stets rückläufig. Im vergangen Jahr war der Rückgang jedoch besonders drastisch.

Direkte Verbindung zu Skandalen in Krankenhäusern

Im Sommer 2012 war bekanntgeworden, dass leitende Ärzte in einigen Krankenhäusern Patientendaten manipuliert haben sollen, so dass einzelne Kranke schneller Spenderorgane bekamen. Die Spendezahlen waren danach in den Keller gerutscht. Im vergangenen September hatte die Bundesärztekammer Kontrollergebnisse vorgelegt. Neben den Unikliniken Göttingen, Leipzig und München Rechts der Isar wurde auch ein offizieller Verdacht gegen das Universitätsklinikum Münster bekannt.

Die DSO will die Zahlen am Dienstag in Berlin offiziell vorstellen. Anlass ist ihr Jahreskongress mit Krankenhausärzten, Pflegekräften und Transplantationsbeauftragten.

ono/DPA DPA

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