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Auftritte auf Corona-Demos Österreichische Impfgegnerin darf weiter als Ärztin in einer Klinik arbeiten

Eine Ärztin hält ein Stethoskop hinter ihrem Rücken
Die umstrittene Ärztin aus Graz behält ihren Job – unter Auflagen (Symbolbild)
© Enes Evren / Getty Images
Eine Impfpflicht sei "Körperverletzung", Schutzmasken eine Demütigung – wegen solcher Thesen wurde eine österreichische Ärztin zunächst vom Dienst suspendiert. Nun behält sie ihren Arbeitsplatz doch.

Mit umstrittenen Thesen hat die Ärztin Katharina R. in Österreich für Verwirrung gesorgt. Die Medizinerin aus Graz trat zuletzt bei Demonstrationen als Rednerin auf und rief dort unter anderem zum Widerstand gegen eine Impfpflicht und die Corona-Schutzmaßnahmen auf. "Schutzmasken haben nur den Sinn, uns zu demütigen", sagte sie in einer Rede, die auf Youtube zu sehen ist. Eine Impfpflicht erfülle für sie "den Tatbestand der Körperverletzung".

Die Ärztin ist in der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Universitätsklink Graz angestellt. Ihr Arbeitgeber zog zunächst Konsequenzen: Laut eines Berichts von "heute.at" wurde R. in der vergangenen Woche vom Dienst freigestellt. Die Suspendierung wird nun aber wieder aufgehoben. Die  Krankenanstaltengesellschaft Steiermark teilte mit, dass sie nach einem ausführlichen Gespräch mit der Ärztin "auf eine Auflösung des Dienstverhältnisses verzichtet".

Arbeitgeber distanziert sich von Äußerungen der Ärztin

Gleichzeitig erteilte die Gesellschaft R. einen Verweis und distanzierte sich "mit Nachdruck" von ihren Äußerungen. Die umstrittenen Aussagen habe R. jedoch außerhalb ihrer Dienstzeit getätigt. Im Dienst habe sie "sämtliche Vorgaben des Unternehmens eingehalten und als Ärztin stets patientenorientiert und kompetent gehandelt", heißt es in der Pressemitteilung. Zudem habe sich R. nicht öffentlich kritisch über ihren Arbeitgeber geäußert.

So darf die Medizinerin ihren Arbeitsplatz behalten – jedoch unter Auflagen. Diese sehen vor, dass sie nicht öffentlich die Anweisungen der Krankenanstaltengesellschaft in Frage stellen und bei künftigen öffentlichen Auftritten keinen Bezug zu ihrer Tätigkeit als Krankenhausärztin herstellen darf. Bei einem Verstoß werde das Dienstverhältnis "mit sofortiger Wirkung" aufgelöst.

R. war unter anderem beim "Trauermarsch" der "Initiative für evidenzbasierte Coronainformationen" in Wien aufgetreten. Die Veranstaltung war laut "Standard" von "Impfgegnern, Verschwörungsplauderern und Wutbürgern" geprägt. Dort behauptete sie auch, gesunde Menschen ohne Symptome könnten das Coronavirus nicht übertragen: "Wer das behauptet, der lügt und argumentiert bar jeder Wissenschaft."

Quellen: Krankenanstaltengesellschaft Steiermark / "heute.at" / "Standard"

epp

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