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Japan: Ein Mann hustet und hat kranke Nieren - Schuld ist seine Wohnung

Ein 62-jähriger Mann ist schwer krank: Er hustet, hat Fieber und seine Nieren arbeiten nicht mehr richtig. Was fehlt ihm? Ein Hinweis führt die Ärzte schließlich auf die richtige Spur. 

BMJ Case Reports 2019: Foto eines dunkel verfärbten Fußbodens

Foto aus der Wohnung des 62-jährigen Patienten: Teile des Holz-Fußbodens sind schwarz verfärbt

Der 62-jährige Japaner achtet auf sich und seine Gesundheit: Er geht einmal im Jahr zu einem Gesundheitscheck beim Arzt und hat vor einiger Zeit mit dem Rauchen aufgehört. Nun aber steht es schlecht um ihn. Seit einem Monat plagt ihn ein hartnäckiger Husten. Er bekommt schlecht Luft und hat leichtes Fieber - die Quittung für das Rauchen in jüngeren Jahren? 

Die Symptome bringen ihn in das Kitano Hospital im japanischen Osaka. Zumindest eine Ursache können die Mediziner vor Ort ausschließen: Die Beschwerden des Mannes sind nicht auf Bakterien zurückzuführen. Der Patient hatte zuvor bereits zwei andere Krankenhäuser aufgesucht und Antibiotika verschrieben bekommen. Doch seine Beschwerden besserten sich nicht.

Die japanischen Ärzte nehmen den Mann stationär auf, um der Ursache seiner rätselhaften Symptome nachzugehen. Was auffällig ist: Die Atmung des Mannes ist beschleunigt und seine Lungenflügel knistern leise beim Atmen. Die Mediziner nehmen dem Mann Blut ab und lassen es untersuchen. Dabei fällt auf, dass seine Nierenwerte erhöht sind. Ein beunruhigender Befund, doch zumindest eine Vermutung scheint sich nicht zu bestätigen: In der Lunge oder den Bronchien wächst kein Tumor.

Antikörper im Blut

Die Ärzte machen eine Lungenspiegelung, um den Knistergeräuschen nachzugehen. Hinweise auf Krankheitserreger, die sich in der Lunge ausgebreitet haben, finden sie nicht. Sie spülen Teile der Lunge mit einer wässrigen Lösung, untersuchen diese im Anschluss und werden fündig: In der Lösung schwimmt eine große Menge an Abwehrzellen, die auf eine allergische Reaktion hindeutet. Außerdem finden die Ärzte im Blut des Mannes Antikörper gegen einen bestimmten Pilz: Trichosporon asahii. Wo war der Mann mit dem Pilz in Kontakt gekommen?

Die Antwort liefert der Patient selbst: Er erzählt den Ärzten, dass die Klimaanlage seiner Wohnung seit 15 Jahren nicht mehr gewartet wurde. Außerdem berichtet der 62-Jährige, dass Teile des Fußbodens in seiner Wohnung feucht und morsch sind, weil in der Vergangenheit immer wieder Regenwasser durch die Eingangstür floss. Schlecht gewartete Lüftungen und ein feuchtnasser Fußboden - das ist ein Paradies für Pilze wie Trichosporon asahii. Sie vermehren sich besonders stark in feuchten Umgebungen.

Die Wohnung hat ihn krank gemacht

Wie aber sind dann die schlechten Nierenwerte zu erklären? 15 Tage nach der Einlieferung des Mannes entnehmen die Ärzte eine Gewebeprobe aus den Nieren und können im Anschluss beide Beschwerdebilder miteinander verknüpfen. Der Mann leidet an einer sogenannten "IgA Nephropathie". Die Erkrankung wird durch Immunkomplexe hervorgerufen, die sich in den Nieren ablagern und deren Funktion einschränken. Die Komplexe bestehen aus Molekülen und Antikörpern und hatten sich wahrscheinlich aufgrund der allergischen Lungenentzündung gebildet - die wiederum dem Hefepilz zuzuschreiben ist.

Die Ärzte handeln schnell und geben dem Mann ein Antiallergikum, das abschwellend und entzündungshemmend wirkt. Insgesamt 21 Tage wird der Mann damit behandelt. Seine Symptome und Laborwerte bessern sich deutlich.

Die Ärzte empfehlen dem Mann, seine Wohnung renovieren zu lassen. Die Klimaanlage und der verfaulte Boden werden ausgetauscht, noch bevor der Patient des Krankenhaus verlässt.

Insgesamt 52 Tage verbringt der 62-Jährige in der Klinik ehe er in seine Wohnung zurückkehren kann. Er nimmt weiterhin ein niedrig dosiertes Antiallergikum. Nach Angabe seiner Ärzte ist er bis heute symptomfrei.

Quelle: BMJ Case Reports / Ärzteblatt

ikr
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(